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Posts Tagged ‘Kompost’

Wintersalat

Im Herbst 2013 hatte ich im abgeernteten Gemüsebeet Winterpostelein ausgesät. Das ist ein Wintersalat, der ähnlich wie Feldsalat aussieht und auch ähnlich schmeckt. Das Ernteergebnis was überschaubar, vor allem weil einige Schnecken wohl noch spät im Jahr aktiv waren und den größten Teil davon erledigt hatten. Trotzdem sind einige Pflanzen zur Blüte gekommen, und spaßeshalber hatte ich die Samen dann über die Tontöpfe gestreut, in denen ich im Sommer Tomaten ziehe.

winterpostelein

Das Ergebnis ist überraschend: Sämtliche Töpfe sind voll mit Winterpostelein, die Schnecken gehen nicht ran, und der Salat trotzt souverän dem (bisher zum Glück nur leichten) Frost. Er wächst sogar nach, wenn ich immer wieder mal eine Handvoll davon abernte. Die großartigen Mengen sind das nicht, aber Ende Januar ist man ja für jede Art frischen Grünzeugs dankbar.

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Katzenstreu-Recykling

Es gibt allerlei käufliche Wundermittelchen, die man dem Komposthaufen hinzusetzen kann: Kompostfix, Effektive Mikroorganismen, diverse Pflanzen- und Algenextrakte, Urgesteinsmehl, Kalk, Bentonit  und und und…

Ich habe so etwas noch nie gekauft, und halte es bei einer vernünftigen Kompostierung auch nicht unbedingt für nötig.  Im Prinzip reicht es völlig aus, wenn die Kompostmiete groß genug ist, in dünnen Schichten abwechselnd eher trockenes (Zweige, Laub, Reisig) und feuchtes  (Küchenabfälle, frisch gemähtes Gras) aufgeschichtet wird und man die Miete alle halbe Jahre umwendet. Da fällt dann schon eine ganze Menge fertiger Kompost an.

In kleinen Gärten kann man mit zwei Kompostkisten (bitte keine Thermokomposter !) arbeiten, die eine Kiste ruht, die andere wird neu befüllt, und der nicht verkompostierte Rest aus der ersten Kiste kommt beim Umwenden auf die zweite obendrauf.

Und wieso heißt dieser Beitrag „Katzenstreu-Recykling“ ? Zwei Zusatzstoffe streue ich doch auf den Kompost. Beide kosten nichts. Zum einen nehme ich Holzasche aus dem Kamin, um den pH-Wert ein wenig zu erhöhen. Zuviel davon führt zur Überdüngung, da sonst zuviel Kali in den Boden kommt. Ich streue im Jahr etwa einen Eimer Holzasche auf den Kompost.

Und Katzenstreu. Katzenstreu ? Meine vierbeinigen Mitbewohnerinnen haben eine Bentonit-Streu in ihrem Klo, und nachdem man die -ähem- Ausscheidungsbrocken entfernt hat, kann man beim Katzenklokomplettputz die restliche Streu über den Kompost entsorgen. Bentonit ist pulverisierter und zu kleinen Bröckchen gepreßter Ton. Man kann es auch im Gartencenter kaufen. Es hat eine hohe Wasserhaltekraft und macht sandige Böden bindiger. In meinem Garten ist das nur bis zu einem gewissen Grad (vor allem im Gemüsebeet) erwünscht. Ich möchte den Charakter des Gartens nicht zu sehr verändern.

Deshalb landet auch nicht jede Ladung Katzenstreu im Kompost, sonst wäre der Komposthaufen ein Matschhaufen und der Garten sähe völlig anders aus. . Bei der Verwendung von Bentonit-Katzenstreu sollte man darauf achten, auf keinen Fall die parfümierte Variante zu erwischen. sowohl den Katzen, als auch der eigenen Nase zuliebe. Katzenklo mit Babypuder- oder Lavendel-Duft, igitt ! Ich habe das Zeug einmal versehentlich gekauft, der Komposthaufen hat danach ein halbes Jahr komisch gerochen.

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Tatsächlich, über einen Monat habe ich hier nichts mehr geschrieben. Peiinlich, peinlich…  Erst Urlaub, dann viel Arbeit und dann einfach geschludert.

Immerhin habe ich meinen Garten winterfertig machen können. Im Unterschied zu penibleren Gärtnern beschränkt sich das „fertigmachen“ bei mir auf ein letztes Mal Beete krauten, Laub von der Wiese rechen und auf den Beeten verteilen.  Was heißt „nur“ ? Bei zwei Süßkirschen, drei (großen !) Feldahornen, Buche und Birke des Nachbarn zur Rechten und Pappeln zur Linken kommt da einiges zusammen.  Das Laub schützt das Bodenleben und empfindlichere Pflanzen, hoffentlich kompostiert es an milderen Tagen auch ein wenig.

Sowas wie Rosen kurz schneiden, Obstbaumschnitt, Staudenbeete blank harken und vertrocknete Stauden abschneiden mache ich nicht vor dem Winter. Gestern erst hatte ich ein Gespräch darüber mit einer frischgebackenen Kleingartenbesitzerin. Die Obstbäume in ihrem Garten hatten jede Menge Wasserschosse. Genau die entstehen, wenn man die Bäume im Winter schneidet, da die in Stamm und Wurzeln eingelagerten Speicherstoffe im nächsten Jahr für rasantes Längenwachstum sorgen – leider nicht für den Ansatz von Blüten und Früchten. Ein Sommerschnitt bremst das Längenwachstum.

In den trockenen Staudenstängeln überwintern eine Menge Insekten, deswegen sollten diese bis zum beginnenden Frühling stehenbleiben.  Außerdem bieten sie Schutz vor Kahlfrösten.

Mehr Arbeit steht dann Ende Februar/Anfang März an: Staudenstängel, Rosen und Lavendel schneiden und die Laubdecke von den Beeten räumen.  Aber bis dahin ist ja noch ein bischen Zeit.

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Erde backen

Langsam wird es Zeit für die ersten Frühjahrsaussaaten. Gestern habe ich einen großen Eimer allerfeinster Maulwurfshaufenerde (die ist so schön feinkrümelig) in mehreren Portionen in den Backofen geschoben und sterilisiert. Im letzten Jahr hatte ich nämlich in einigen dieser praktischen Aussaatkistchen allerlei aus den Kompost gekeimtes. Meine Kompostmiete ist leider nicht groß und heiß genug, als daß sämtliche Wildkrautsamen kaputtgehen würden.

In die Kistchen habe ich an Eßbarem erstmal Mangold, Porree, Knollenfenchel, Zitronengras und dann doch wieder Tomaten gesät. Eigentlich wollte ich das mit den Tomaten nach der Pleite im letzten Jahr bleiben lassen. Aber auf der Saatguttauschbörse letzten Monat gab es so ulkige Tomatensorten wie „De Berao“, die angeblich braunfäuleresistent sein soll, oder „Green Sausage“ die angeblich genauso aussieht wie sie heißt… Naja, ich konnte nicht widerstehen.

An Ziergewächsen ziehe ich weiße Echinacea, Knautie, Muskatellersalbei und Wachsglockenblume vor. Ob die Wachsglocke den trockenen Sandboden überlebt ? Versuch macht kluch.

Morgen will ich dann das Gemüsebeet in Ordnung bringen und Spinat, Rübstiel und Frühmöhren aussäen. Untem Vlies, versteht sich. Ich bin noch etwas skeptisch, auch wenn die Wetterfrösche vom Winterende reden.

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So, das Gartenjahr ist rum, die Beete abgeerntet (und hoffentlich nicht allzusehr aufgeräumt) und man kann sehen, worin unsere Gartenpflanzen eigentlich wachsen: der Boden.

Der ist nun in vielen Gärten ein Problem. Man kauft die Pflanzen, die einem gefallen (oder die die Nachbarn auch haben) und pflanzt sie ein. Wenn sie dann mickern – tja !

Idealerweise sollte man sich, wenn man einen Garten neu bepflanzen will, viel Zeit nehmen und sich anschauen, was von Natur aus dort wächst. Es gibt natürlich einige Pflanzen, die so ziemlich überall wachsen, aber viele Wildpflanzen sind an bestimmte Bodenverhältnisse angepaßt und geben recht genau Auskunft über das, worin ihre Wurzeln stecken. Diese Pflanzen nennt man Zeigerpflanzen. Hier einige Beispiele. Eine einzige dieser Pflanzenarten muß noch nichts über den Bodenzustand aussagen, aber größere Vorkommen sind schon ein deutlicher Hinweis.

Löwenzahn, kriechender Hahnenfuß,  Giersch = schwerer, verdichteter Boden

Wiesenknöterich, Beinwell, Ackerschachtelhalm =schwerer, nasser Boden

Brennessel, Franzosenkraut, Vogelmiere, Melde = humoser, stickstoffhaltiger  Boden

kleine Wolfsmilch, Wiesensalbei, Wegwarte = kalkhaltiger (basischer) Boden

Eine schnellere Analyse bekommt man mit den Fingern und einem Set zur pH-Wert-Bestimmung hin. Man gräbt ein etwa spatentiefes Loch, holt unten eine Handvoll Boden heraus und versucht diesen zwischen den Fingern zu Würstchen zu rollen. Je länger und dünner die Würstchen werden, ohne zu reißen um so bindiger/tonhaltiger ist der Boden. Läßt er sich gar nicht rollen, hat man überwiegenden Sandboden.  Der pH-Wert bestimmt den Säuregehalt des Bodens. 7 ist neutral, 7,1 bis 14 ist basisch, 1 bis 6,9 ist sauer. Pflanzliches Leben ist nur im Bereich von 4,5 bis etwa 7,6 möglich, also von mittelmäßig sauer bis ganz schwach basisch. Für den normalen Gartenboden, in dem möglichst vieles wachsen soll, ist ein schwach saurer pH-Wert etwa zwischen 6 und 7 erwünscht.

Boden setzt sich aus mehreren Schichten zusammen. Die unterste bildet das Ausgangsgestein (z.B. Sandstein, Granit, Quarzit usw.) oder die durch Flüsse oder die Eiszeit abgelagerten Sedimente, wie Sand, Kies oder Tonschichten. Diese Gestein- oder Sedimentschichten bestimmt den pH-Wert des Bodens mit. Sie werden durch Verwitterung, Bakterien, Algen usw.  zersetzt. Darüber liegt der Unterboden. Er ist bereits recht belebt, hier findet man Regenwurmgänge und tiefer gehende Wurzeln.

Die oberste Bodenschicht ist der Mutterboden oder die Humusschicht. Sie ist voller Leben. In einer Handvoll Mutterboden finden sich mehr Lebewesen als es Menschen auf der Erde gibt. All diese Mikroorganismen, winzige Insekten, Einzeller, Pilze leben davon, die anfallende organische Masse (Laub und sonstige Pflanzenreste) zu zersetzen und zu Nährstoffen umzubauen, die wiederum die Pflanzen brauchen.

Wenn man mit dem Spaten ein ca. 80 cm tiefes Loch in den Boden gräbt, kann man die Schichten recht gut anhand ihrer Farbe unterscheiden. Ein guter Mutterboden sollte dunkelbraun sein und nach Erde duften, die tiefer liegenden Schichten richten sich nach der Farbe des Ausgangsmaterials.

Wer mit statt gegen die Natur gärtnern möchte, sollte sich bei seiner Pflanzenauswahl nach den Gegebenheiten des Bodens richten. Lehmiger, toniger Boden z.B. kann sehr gut Wasser und Nährstoffe speichern, ist tendenziell sauer bis neutral und kann in den tieferen Schichten leicht Staunässe bilden. Es dauert im Frühjahr u.U. recht lange, bis er sich erwärmt. Hier sollte man besser keine mediterranen Kräuter, oder sonstige mageren Boden und Trockenheit liebenden Gewächse einpflanzen.

Sandboden dagegen erwärmt sich schnell, trocknet leicht aus, und kann Nährstoffe nicht besonders gut halten. Er ist häufig leicht sauer (z.B. hier unser Dellbrücker Heideboden), kann über Kalkgestein aber auch schwach basisch bis neutral sein. Pflanzen, die viel Wasser brauchen, sind hier i.d.R. fehl am Platze.

Durch reichliche Kompostgaben kann man jeden Boden positiv beeinflussen. Man ernährt damit das Bodenleben, puffert zu saure oder zu basische Werte ab und erhöht die Wasserhaltekraft. Allerdings kann man einen Garten auch mit Kompost überdüngen, wenn man es übertreibt. Idealerweise sollte man auch nach dem Aufbau einer guten Humusschicht im Garten nichts pflanzen, was extrem entgegengesetzte Bedingungen braucht. Wer im lehmigen Boden unbedingt z.B. Magerwiesengewächse haben möchte, sollte besser ein Hochbeet mit viel Sand und Steinen anlegen.

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Garten winterfertig machen

Es gibt für mich so einige Reizwörter zum Thema Garten. Eines davon ist „Sichtschutz“ – da habe ich sofort die Assoziation von kleinen, schmalen Reihenhausgärten mit meterhohen Thujahecken drumherum, wo zwar keine Blicke, aber auch kein Sonnenstrahl mehr reinkommt..

Ein anderes Reizwort ist  „Winterfertig machen“. Gut, im Winter bei Frost und Schnee, ruht der Garten mehr oder weniger. Aber muß man ihn dafür „fertigmachen“?  Meine Assoziation dazu sind nackige braun gerechte Beete, auf denen kein Blättchen liegt, alle Rosen eine Handbreit über dem Erdboden abgesäbelt sind und jeder Regenwurm Frostbeulen bekommt.

Natürlich gibt es, für den (Spät)Herbst ebenso wie für alle anderen Jahreszeiten auch, typische Arbeiten. Die wichtigste ist meiner Meinung nach, das Falllaub von der Wiese zu rechen und auf den Komposthaufen zu packen. Sonst erstickt das Gras unter der Laubpackung. Falls nötig, sollte man auch die Wiese ein letztes Mal mähen und die Beete jäten.

Das zweitwichtigste ist, sich Arbeit zu verkneifen, nämlich das Laub auf den Beeten und unter den Sträuchern liegen zu lassen. Den Stauden und Sträuchern schadet es nicht, es sei denn man hat einen trockenheitsliebenden Steingarten mit mediterranen Gewächsen. Aber den sollte man besser sowieso nicht unter Gehölzen anlegen.

Das Laub auf den Beeten verrottet zum Teil schon während des Winters, bildet Humus und bildet einen Kälteschutz für die Bodentiere. Im Frühjahr kann man das nicht verkompostierte Laub immer noch abrechen und auf den Kompost befördern.

Eine weitere Arbeit, die man bleiben lassen sollte, ist das Abschneiden verblühter Staudenstängel. Falls noch Samen daran sind, haben die Vögel was zu picken, und in den hohlen Stängeln von Astern und co. überwintern allerlei Insekten. Zudem geben trockene Stauden und Gräser dem Garten im Winter einen ganz eigenen Reiz, vor allem dann wenn Rauhreif oder Schnee darauf  liegen. Im frühen Frühjahr ist die Zeit, alles auf den Kompost… siehe oben.

Und noch eine Arbeit, die man zumindest reduzieren kann: der Winterschnitt an Gehölzen. Vielen Sträuchern tut das nicht gut. Z.B. Hortensien sind relativ frostempfindlich. Wenn man sie im Herbst schneidet, frieren sie im Winter noch ein Stück weiter runter. Also besser erst im frühen Frühjahr schneiden. Ähnliches gilt auch für Rosen und Lavendel.

Bei vielen Sträuchern löst der Spätherbst- oder Winterschnitt einen kräftigen Wachstumsschub in der nächsten Saison aus. Wenn man das vermeiden will, sollte man sie im Sommer schneiden, das bremst den Wuchs.

In diesem Sinne, einen geruhsamen Herbst !

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Mobiler Garten

Seit Mitte Juli gibt es in Köln ein neues Gartenprojekt, die Pflanzstelle. Auf einem Brachgelände in Köln-Kalk hat der Verein Grenzenlos Gärten einen öffentlichen Gemüsegarten angelegt.

Hier werden die Pflanzen – ähnlich wie bei dem Berliner Prinzessinnengarten– in Kisten und Säcken gezogen. Das hat mehrere Gründe. Erstens ist der Garten mobil, die Kistenhochbeete stehen auf Paletten und können so relativ leicht auf einen anderen Platz umziehen. So können Brachgelände kurzfristig zwischengenutzt werden. So auch hier, das Gelände an der Neuerburgstraße kann nur bis Ende November bewirtschaftet werden und wird dann verkauft.

Zweitens muß man sich nicht mit der Frage auseinandersetzen, ob das Gelände womöglich belastet ist. Die Chancen dazu sind auf einem ehemaligen Industiestandort wie Köln-Kalk recht gut.

Drittens und für mich an diesem Projekt das erstaunlichste ist, wie rasant das Gemüse trotz des bescheidenen Sommers wächst. Viele der Pflanzen sind erst Anfang Juli ausgepflanzt worden und haben jetzt schon eine beachtliche Größe erreicht. Wahrscheinlich liegt das an der höheren Bodentemperatur in den Säcken und Hochbeeten.  Der Nachteil dieser Anbaumethode: die Pflanzen brauchen sehr viel Wasser.

Kohlrabi in Kisten

Die Samen und Jungpflanzen stammen aus biologischem Anbau, gedüngt wird mit Kompost und gespritzt nur mit Kräuterjauchen.

Kartoffelversammlung in Reissäcken

Die Leute von Grenzenlos Gärten haben ihr Projekt gezielt in diesem alten Arbeiterstadtteil mit wenig Grünflächen und hoher Arbeitslosenrate angelegt. Ein Bürgergarten sollte da sein, wo die Leute leben. Hier hat kaum jemand einen eigenen Garten und die Möglichkeit eigenes Gemüse zu ziehen. An drei Tagen der Woche (Di., Do. und Sa.) hat der Garten geöffnet.  Neue MitgärtnerInnen sind ausdrücklich erwünscht.

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