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Posts Tagged ‘Vögel’

Mut zum Risiko

Im großen und ganzen ist mein Garten vogelfreundlich. Jedenfalls bilde ich mir das ein. Es gibt eine große Wildstrauchhecke zum linken Nachbarn hin, mit Weißdorn, Feldahorn, Wildrose, Hainbuche und Liguster. Es gibt jede Menge Stauden mit einfachen, ungefüllten Blüten, die für Insekten interessant und dadurch wiederum gut für die Vögel sind. Es gibt etliche Beerensträucher.

In den Bäumen hängen zwei Nistkästen. In dem einen nistet eine Kohlmeise, an dem anderen hat ein Specht das Einflugloch so weit vergrößert, daß sich kein kleiner Vogel mehr darin zu brüten traut.

Ob die Blaumeisen ihr Nest deshalb unter der Regenrinne gebaut haben, weiß ich nicht.

Die Schieferplatten wird der Specht wohl kaum aufhacken können. Trotzdem ist das ein ziemlich riskanter Platz für ein Nest. Nicht nur meine Katze klettert auf dem Dach herum, auch der dicke Nachbarskater wurde hier schon mehrfach gesichtet. Zwar kommen die Katzen nicht direkt an das Nest heran, aber sobald die Jungen halbwegs flügge sind, werden sie wohl noch ein paar Tage auf dem Vordach herumhüpfen, bis sie richtig fliegen können. Völlig ungeschützt vor Katz und Krähe.

Also habe ich auf dem Vordach einen Bretterverschlag gebaut, unter dem die Küken Schutz vor größeren Vögeln finden können. Um die Katzen fernzuhalten war eine etwas aufwendigere Drahtkonstruktion zwischen Garage und Vordach nötig.

Ich hoffe, das funktioniert alles soweit, und die kleinen Blaumeisen kommen durch.

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Der Winter ist Hochsaison für Baumfällungen und Baumschnitt. Vom 1. März bis zum 30.September darf man zum Schutz der Brutvögel ohnehin keine größeren Schnittmaßnahmen an Bäumen oder Hecken durchführen, und sobald das Laub weg ist, sieht man auch besser, was man tut.

Leider gibt es immer noch Leute, die meinen, wer mit einer Motorsäge und einem Hubwagen umgehen kann, sei ein Baumpfleger. Als Ergebnis kommt dann sowas dabei raus:

verschnittenenbuche2

Das ist keine Baumpflege, sondern Baumverstümmelung.

Natürlich hätte die Buche nie so eng an die Häuser gepflanzt werden dürfen. Buchen sind Waldbäume und brauchen entsprechend viel Platz. Sie jetzt mal eben um die Hälfte ihrer Krone zu „erleichtern“, kommt einem Tod auf Raten gleich. In den nächsten fünf Jahren wird der Baum vermutlich eingehen.

Hier wurde es besser gemacht. In dieser Straße hat man eine Reihe Linden gepflanzt. Auch Linden könnnen sehr groß werden. Aber wenn man sie von Anfang an als Kopfbaum zieht, bleiben sie überschaubar.

kleinekopflinde.jpg

Bereits die jungen Bäume müssen regelmäßig (spätestens jedes 3. Jahr) geschnitten werden, und bilden dann die typischen „Köpfe“ aus. Das ist nicht naturgemäß , aber zumindest schadet es dem Baum nicht.

kopflinde1

Im Alter bilden die Bäume bizarre Strukturen aus. Es können sich Höhlungen bilden, in denen Vögel und Fledermäuse nisten.

ungeschnkopflinde

Der Schnittrhythmus von 3 Jahren muß beibehalten werden. Wenn man das versäumt, bilden sich Äste, die nur schwach mit dem „Kopf“ verbunden sind und bei Sturm leicht abbrechen können.

Besonders geeignet für Kopfbäume sind Linden, Platanen und natürlich Weiden. Früher hat man auch Buchen und Eichen regelmäßig geschnitten, allerdings zur Holzgewinnung in den sogenannten Hudewäldern. Hier eine alte Hudewaldbuche, die aber schon lange nicht mehr geschnitten wurde.

altekopfbuche

Würde man die Äste jetzt noch einmal stutzen, wären die Schnittflächen viel zu groß und würden dem Baum irreversibel schädigen. Die entscheidenden Begriffe beim Schnitt großer Bäume sind „früh“ und „regelmäßig“.

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Wenn zum Jahresende die vermeintlich letzten Blätter im Wind segeln,  bleibt man vor manchen Bäumen verwundert stehen: Hä, wieso ist der noch komplett grün ?

efeuDer Baum (übrigens ein Ahorn, aber das ist nur noch schwer zu erkennen) ist mit Efeu überwuchert.  Und zwar einem ziemlich alten Efeu, der schon in die fruchtende Form übergegangen ist.

Junger Efeu (Hedera helix) dürfte allgemein bekannt sein, mit seinen langen Ranken, den daran sitzenden Haftwurzeln und den fünflappigen immergrünen Blättern klettert  er an Bäumen und Hauswänden empor.

Die fruchtende Altersform sieht ganz anders aus. Die Pflanze bildet von den Ranken waagerecht abstehende Äste aus. Daran sitzen Blüten und Früchte, und auch die Form der Blätter verändert sich. Sie sind jetzt rautenförmig.

efeublätterOben die fruchtende, unten die Jugendform

Fruchtender Efeu hat so seine Tücken. Nicht, daß er den Baum erwürgen würde. Efeu ist keine Schlingpflanze, wie z.B. Blauregen. Efeu klettert, wie schon erwähnt, mit seinen Haftwurzeln. Er entzieht dem Baum dabei  weder Wasser noch Nährstoffe.  Aber der fruchtende Efeu kann sehr schwer werden.  Wenn die Ranken weit nach oben und seitwärts in die Äste des Baumes gewachsen sind, besteht irgendwann erhöhte Bruchgefahr.

Fruchtender Efeu an Hauswänden kann so schwer werden, daß die Pflanze komplett von der Wand abreißt.  Dann hat man einen großen, unansehnlichen Haufen rumliegen, möglicherweise obdachlose Vögel und muß die Wand neu verputzen.

Sowohl an Häusern wie auch an (Garten)Bäumen empfiehlt es sich, fruchtenden Efeu im Winter regelmäßig einzukürzen. Ganz entfernen sollte man ihn nicht. Die Efeublüte ist eine der letzten im Jahr, im Oktober oder sogar noch November bietet sie Nahrung für allerlei Insekten.  Die Früchte reifen erst im folgenden Frühjahr. Sie sind (wie der Rest der Pflanze) für Menschen schwach giftig. In den waagerechten Ästen finden Vögel Schutz und Nistplätze.  Und schließlich ist Efeu in dieser Form und Größe ein echter Hingucker.

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Nächtliches Geheul

In den letzten Nächten waren aus der Dellbrücker Heide mehrfach Eulenrufe zu hören: Hu (längere Pause) Hu Hu Huuuu…

Und aus weiterer Entfernung nochmal: Hu (längere Pause) Hu Huuuuu… Vorgestern nacht sogar aus den Pappeln am hinteren Gartenende.   Das schlaue Vogelbuch sagt dazu: Waldkauz, recht häufig auch in Städten, Parks und Gärten, Balz manchmal schon im Dezember. War mir in den letzten Wintern gar nicht aufgefallen. Im Moment wird jedenfalls gebalzt, was das Zeug hält.

Weniger schön war eine Entdeckung beim gestrigen Heidespaziergang: Federn, reichlich in allen möglichen Größen und Blutspuren im Schnee.  Auf Eulenfedern kam ich von selbst, da die Ränder der Schwungfedern etwas ausgefranst aussahen. Dadurch kann der Vogel lautlos fliegen und wird von seiner Beute zu spät bemerkt. Nur, hier war scheinbar die Eule selbst die Beute geworden. Einige Federn habe ich mitgenommen.

waldohreule1

Ich dachte zuerst, einer der Waldkäuze wäre bei der Balz von irgendwem Größerem erwischt worden. Unser Vogelexperte vom BUND hat mich eines besseren belehrt:  Die Federn stammen von einer Waldohreule, und der Waldkauz war der Jäger. Die sind zwar nur unwesentlich größer als Waldohreulen, aber wohl deutlich aggressiver.  Schade 😦

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In Köln hat es wieder geschneit. Immerhin zum zweiten Mal in diesem Winter. Da die weiße Pracht hier selten länger als ein paar Tage hält, bin ich direkt mit der Kamera zur Spurensuche aufgebrochen.

Rehe, Wildschweine und dergleichen finden sich schon zur Genüge in meinem Post Spuren im Schnee, Hier deswegen ein paar Spuren von kleineren Tieren.

Hoppelspuren von Kaninchen kennt bestimmt jeder. Das hier ist ein sitzendes Kaninchen…

kaninchensitzt eichörnchen2

… und das ein sitzendes Eichhörnchen. Sieht sich ziemlich ähnlich. Aber das Eichhörnchen setzt die Hinterpfoten vor den Vorderpfoten auf, das Kaninchen dahinter.

In frisch gefallenem Schnee zeichnen sich sogar Mäusespuren ab:

maus1

Der Strich zwischen den Pfötchen ist die Schwanzspur. Manche Mäuse bewegen sich lieber zeitweise unter dem Schnee, so wie diese hier:

maustunnel1

Und manchmal kann man sich zu den Spuren eine Geschichte ausdenken. So wie hier:

kaninchentrifftfasan

Da  haben sich ein Kaninchen und ein Fasan getroffen . Was die sich wohl erzählen 😉 ?

amselscharrt3

Auch bei dieser Spur war detektivische Neugier gefragt. Nicht bei dem Fußabdruck unten links, das ist meiner (hüstel). Der Rest sah für mich zuerst so aus, als hätte die örtliche Wildschweinrotte durchgepflügt. Da aber weit und breit keine Schweinespuren zu sehen waren, haben hier tatsächlich die Amseln großflächig den Schnee weggescharrt, um im noch nicht gefrorenen Boden was Freßbares zu finden.

Hier ist eine Amsel aufgeflogen.

amselflug

Die Striche links neben der Fußspur sind Abdrücke der Schwungfedern. Woher ich weiß, daß das Amseln waren ? Weil sie vor mir weggeflogen sind 😉

Unsere liebsten Haustiere im Vergleich:

Ein kleiner Hund…

kleinerhund2

… und eine Katze.

katze

Bei der Katze sieht man keine Krallenabdrücke. Das dunkle Ding daneben ist eine Kastanie, zwecks Größenvergleich.

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Fasanenalarm

Vorgestern im Garten… ich höre ein merkwürdiges Geräusch aus dem Nachbargarten, gucke rüber und sehe eine Fasanenhenne, die dort in aller Ruhe herumstolziert. Angeblich leben in der Dellbrücker Heide in der Nähe Fasane, ich habe aber noch nie einen zu Gesicht bekommen.

Arwen hat die Fasanin auch gesehen. Ob das neue Tier was zum spielen oder was zum fressen ist, muß sie herausbekommen. Vorsichtig schleicht sie sich an.

Links Fasan, rechts Katze. Näher kam ich nicht ran, sonst hätte ich über den Zaun klettern müssen. Die Fasanin zeigt sich durch Arwens Annäherung nicht sonderlich beunruhigt. Erst als die Nachbarin in den Garten kommt, um zu schauen, was los ist, fliegt sie davon.

Fasane sind hier – entgegen der landläufigen Meinung – nicht heimisch. Sie stammen aus Asien und werden von Jagdpächtern ausgesetzt, um hinterher waidmännisch zur Strecke gebracht zu werden. Eigntlich darf im Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide nicht gejagt werden. Trotzdem wurden hier im Winter 2010/11 etliche Wildschweine abgeschossen. Ich bin gespannt, wie lange diese etwas dusseligen Vögel hier überleben können.

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Ich hoffe, daß es das für diesen Winter war mit dem Frost. Andere Orte in D hat es schlimmer getroffen. Hier hatten wir etwa 2 Wochen Dauerfrost, meistens sonnig, kein Schnee, maximale Tiefstwerte etwa -17 C°.
Die verschüchterten Schneeglöckchen und Nieswurzen richten sich wieder auf. Ob die Lenzrosen blühen wollen ist noch nicht abzusehen. Der Mittelmeerschneeball (Viburnum tinus), um den ich mir die meisten Sorgen gemacht habe, hat überlebt. Diverse andere Zwiebelpflanzen (Narzissen, Tulpen, Muscari, Camassia…) wirken an den Blattspitzen etwas gebräunt.
Im Gemüsebeet sieht es trauriger aus. Spinat und Winterpostelein ist hin. Der zweiijährige Brokkoli sieht trotz Vlies lädiert aus, aber vielleicht wird das nochmal was. Nur der Feldsalat sieht völlig ungerührt aus.

Nach den Vögeln zu urteilen, muß es bald Frühling werden. Drei Amselhähnchen versuchen, meinen Garten unter sich aufzuteilen und liefern sich dabei lautstarke Revierkämpfe. Die Amselweibchen wirken (noch) uninteressiert…

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