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Archive for März 2011

Bambuswucherungen

In letzter Zeit werde ich häufig mit Anfragen über ausgeuferten Bambus konfrontiert.  Meistens handelt es sich dabei um Bambus der Gattung Phyllostachys, den hohen Gartenbambus. Es gibt sehr schöne Phyllostachys-Sorten,  mit gelben, schwarzen oder sogar gestreiften Halmen. Sie können bis zu sechs Meter hoch werden und die einzelnen Halme können einen Durchmesser von über fünf cm erreichen. Phyllostachys ist gut frosthart und bleibt – vorausgesetzt er steht nicht zu trocken – auch im Winter grün.

Die ideale Pflanze für den etwas größeren Garten, sollte man meinen. Aber aufgepaßt: Phyllostachys WUCHERT ! Ebenso wie jede andere Bambus-Gattung außer Fargesia !

Bis vor etwa 10-15 Jahren war Fargesia die im Privatgarten üblicherweise verwendete Gattung. Etwa zwei Meter hoch, horstbildend und deshalb problemlos zu handhaben, wurde dieser Bambus zur beliebten Modepflanze.

Dann begannen innerhalb von zwei Jahren alle Fargesia-Arten und Sorten zu blühen und starben kurz danach ab. Das lag daran, daß Bambus einen sehr langen Blühzyklus hat – 50 bis 90 Jahre und die Pflanze nach der Samenreife abstirbt. Innerhalb dieses Zyklus vermehrt Bambus sich nur vegetativ, also über Ausläufer. Offenbar stammten sämtliche Gartenformen der Gattung Fargesia von nur sehr wenigen aus Asien importierten und vegetativ weitervermehrten Exemplaren ab. Es dauerte einige Jahre, bis aus diesen Samen neue Fargesien in verkaufsfertiger Größe herangewachsen waren. Da nach wie vor Bedarf an Bambus bestand, brachten Baumschulen und Gartencenter in der Zwischenzeit die Phyllostachys-Arten auf den Markt. Und hier begann das Problem.

Ob aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit wurden viele dieser neuen Bambus-Arten ohne Wurzelsperre gepflanzt. Das ist eine 50-70 cm breite Bahn aus verstärktem Kunststoff, die durch eine Schiene zu einem Ring verschlossen wird. Dieser Ring wird um die Bambuspflanze herum so eingegraben, daß etwa 10 cm oben herausschauen. Die ersten 2-4 Jahre sieht der frischgebackene Bambusbesitzer den Sinn dieser Maßnahme nicht. Denn anfangs schiebt der Phyllostachys nur ein paar neue Halme und  bleibt brav an seinem Platz. Die Ausläuferbildung beginnt einige Jahre später. Ohne Wurzelsperre tauchen auf einmal Bambushalme an Orten auf, wo sie nicht hingehören, die u.U. drei bis vier Meter von der Originalpflanze entfernt stehen. Und dann wird es eklig. Phyllostachys-Ausläufer roden ist eine schweißtreibende und undankbare Arbeit, ebenso wie der nachträgliche Einbau einer Wurzelsperre.

Mittlerweile gibt es übrigens wieder ansehnliche Fargesia-Arten zu kaufen, die keine Ausläufer bilden.

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Es wird bunt !

Im Garten des leerstehenden Nachbarhauses bewundere ich das Schneeglanz-Meer. Die frühere Nachbarin hatte vor etlichen Jahren  einige Zwiebelchen gepflanzt, und nun leuchtet selbst an einem trüben Tag wie heute alles lichtblau.

Schneeglanz oder Schneestolz (botanisch Chionodoxa luciliae) wird von Ameisen verbreitet. Einige der Krabbeltiere haben es mit Saatgut im Gepäck bis in meinen Garten geschafft.

Auch an anderen Stellen im Garten wird es langsam farbig.

… und ein bischen kitschig.

 

 

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Katzen-Minze

Mit dem milderen und sonnigen Wetter sprießt auch die Katzenminze. Schon die allerersten Blättchen erregen sofort das Interesse der Dame des Hauses.

Es handelt sich hierbei nicht um die üppig blaublühende, silberblättrige Nepeta faassenii, die umgangssprachlich auch Katzenminze genannt wird.  Die habe ich in die Staudenbeete gepflanzt, zu einer weißen Rose und Zwergastern, und ist für meine Katzen uninteressant.

Was hier im Topf wächst,  ist Nepeta cataria, die Echte Katzenminze. Aus gutem Grund habe ich sie nicht in die Beete gepflanzt, da sie eine Lizenz zum wuchern hat, Die Blüten sind eher unscheinbar und die intensiv duftenden Blätter lassen sich als Teeaufguß verwenden. Sofern die Hausherrin noch etwas davon übrig lässt…

 

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