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Posts Tagged ‘Gartenpflege’

Der Winter ist Hochsaison für Baumfällungen und Baumschnitt. Vom 1. März bis zum 30.September darf man zum Schutz der Brutvögel ohnehin keine größeren Schnittmaßnahmen an Bäumen oder Hecken durchführen, und sobald das Laub weg ist, sieht man auch besser, was man tut.

Leider gibt es immer noch Leute, die meinen, wer mit einer Motorsäge und einem Hubwagen umgehen kann, sei ein Baumpfleger. Als Ergebnis kommt dann sowas dabei raus:

verschnittenenbuche2

Das ist keine Baumpflege, sondern Baumverstümmelung.

Natürlich hätte die Buche nie so eng an die Häuser gepflanzt werden dürfen. Buchen sind Waldbäume und brauchen entsprechend viel Platz. Sie jetzt mal eben um die Hälfte ihrer Krone zu „erleichtern“, kommt einem Tod auf Raten gleich. In den nächsten fünf Jahren wird der Baum vermutlich eingehen.

Hier wurde es besser gemacht. In dieser Straße hat man eine Reihe Linden gepflanzt. Auch Linden könnnen sehr groß werden. Aber wenn man sie von Anfang an als Kopfbaum zieht, bleiben sie überschaubar.

kleinekopflinde.jpg

Bereits die jungen Bäume müssen regelmäßig (spätestens jedes 3. Jahr) geschnitten werden, und bilden dann die typischen „Köpfe“ aus. Das ist nicht naturgemäß , aber zumindest schadet es dem Baum nicht.

kopflinde1

Im Alter bilden die Bäume bizarre Strukturen aus. Es können sich Höhlungen bilden, in denen Vögel und Fledermäuse nisten.

ungeschnkopflinde

Der Schnittrhythmus von 3 Jahren muß beibehalten werden. Wenn man das versäumt, bilden sich Äste, die nur schwach mit dem „Kopf“ verbunden sind und bei Sturm leicht abbrechen können.

Besonders geeignet für Kopfbäume sind Linden, Platanen und natürlich Weiden. Früher hat man auch Buchen und Eichen regelmäßig geschnitten, allerdings zur Holzgewinnung in den sogenannten Hudewäldern. Hier eine alte Hudewaldbuche, die aber schon lange nicht mehr geschnitten wurde.

altekopfbuche

Würde man die Äste jetzt noch einmal stutzen, wären die Schnittflächen viel zu groß und würden dem Baum irreversibel schädigen. Die entscheidenden Begriffe beim Schnitt großer Bäume sind „früh“ und „regelmäßig“.

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Es soll ja immer noch Leute geben, die im Herbst sämtliche Stauden runterschneiden. Damit der Garten im Winter ordentlich aussieht und so. Das sind bestimmt dieselben, die sämtliches Falllaub aus dem Garten rausräumen und im Müll entsorgen. Oder gleich nur immergrüne Gehölze pflanzen, weil die nicht so viel Dreck machen…

OK, ich höre auf zu lästern.

Warum man Stauden erst im März schneiden soll ? Weil die trockenen Stängel Unterschlupf für Insekten bieten. Weil die Vögel die letzten Samen rauspicken. Weil die verwelkten Pflanzen für die im Boden ruhenden Knospen Schutz vor dem Frost sind.  Und wenn das noch nicht genug Argumente sind: Weil es bei Frost und Rauhreif einfach toll aussieht.

mittelbeet

Die Aster „Lady in Black“ sieht aus wie aus Kristallspitze…

ladyinblack

Das Pfeifengras liegt leider schon platt auf dem Boden.

pfeifengras

Die Echinacea-Samen sind noch nicht ganz aufgefuttert, soll mir recht sein. Da die einzelne Staude recht kurzlebig ist, bin ich immer froh über Nachwuchs.

echinacea

Der gewöhnliche Wurmfarn trägt ein glitzerndes Kleid,

wurmfarn

und der Salbei eine Zuckerkruste.

salbei

Mit dem Salbei habe ich ein bischen Pech gehabt. Diese Sorte hier friert im Winter immer ziemlich stark zurück. Im Frühling muß ich ihn auf 20-25 cm schneiden, alles darüber ist abgefroren. Würde ich hier schon im Herbst die Schere ansetzen, wäre die Pflanze im Frühling komplett tot. Das gilt übrigens auch für Lavendel, Rosmarin und andere, ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Gartenbewohner.

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Das lange sonnige Wochenende ist (fast) vorbei, die Wiese gemäht, die Stauden hochgebunden und das Ganze gut gewässert. Was war das am Freitag heiß ! Nichtsdestotrotz gehören Mai und Juni zu den schönsten Monaten zumindest in meinem Garten.

irisverblüht

Im großen Sonnenbeet sind die Iris schon verblüht, dafür fängt die Blüte der gelben Kletterrose „Christine Helene“ an. Das ist eine relativ neue Züchtung, eine vergleichsweise klein bleibende Ramblerrose mit einer sehr langen Blütezeit. Sie paßt gut zu dem orangen Sonnenröschen und dem Blaulilanen Storchschnabel „Philippe Valpelle“.

großesbeet2

Das große Seitenbeet ist nicht ganz so sonnig, hier halten die Irisblüten etwas länger. Die violetten Iris sambucina rechts habe ich mit der violetten Königskerze (Verbascum phoenicium) kombiniert. Die Königskerzen muß man aufbinden, da sie leicht umkippen.

Das niedrige rosa blühende Etwas daneben ist ein Mittelmeergewächs, eine Zistrose. Die meisten Zistrosen sind bei uns nicht winterhart. Diese hier macht eine Ausnahme. Ich habe sie von einer Pflanzentauschbörse mitgebracht, und wie leider so oft bei eingetauschten Pflanzen, wußte niemand den genauen Namen.

Die dunkelblaue Staude dahinter ist ein Ehrenpreis, Veronica teucrium „Knallblau“. Der Name paßt wie die Faust aufs Auge, wenige Blüten zeigen so ein sattes Blau. Im Hintergrund erkennt man noch rosa Mohn (Papaver orientale „Karina“) und die leider etwas empfindliche Rosa „Gartenträume“.

weißrosa

Hier sieht man die „Gartenträume“ in der rechten Ecke etwas besser. Im Spätsommer steht sie fast ohne Laub da, weil sie fast alles kriegt, was Rosen so kriegen können: Rosenrost, Sternrußtau und natürlich Läuse. Wobei die Läuse hier recht schnell wieder verschwinden, es gibt genug Vögel und andere Insekten, die sie fressen. Pestizideinsatz ist nicht nötig.  Jedes Jahr überlege ich, ob ich diese Rose rauswerfen soll, und jedes Jahr entscheide ich mich dagegen. Die Blüten sind einfach schön und duften umwerfend.

Hinter der weißen Iris „Cliffs of Dover“ wachsen zwei verschiedene Storchschnäbel: das niedrige Geranium sanguineum „Striatum“ und das hohe knallpinke Geranium psilostemon mit dem dunklen Auge.

irisvariegata

Die Iris variegata ist eine alte Bauerngartenpflanze und wächst auf der Grenze zwischen dem vorderen, sonnigen Gartenteil und dem hinteren schattigeren Bereich. Die blassrosa Pünktchen im Hintergrund gehören zu dem Knotenstorchschnabel (Geranium nodosum). Diese Staude verträgt Schatten und Trockenheit, ist also eigentlich ideal für Problemstandorte. Dummerweise versamt er sich intensiv und muß ebenso intensiv an den Stellen, wo man ihn nicht haben will, weggejätet werden.

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Explosion

Man sollte nicht einfach für drei Wochen in Urlaub fahren. Jedenfalls nicht, wenn man einen Garten hat und dann schonmal gar nicht im Mai. Vor dem Urlaub hab ich zwar noch den Rasen gemäht und die Beete gekrautet, aber das hätte ich mir sparen können.

Schon am Gartentörchen begannen die Probleme. Die Hecke hat den Eingang halb zugewuchert, so daß ich mich frage, wie Postboten und Katzensitter es überhaupt bis zur Haustüre geschafft haben.

Im Hintergarten hat sich ein Dschungel entwickelt. Die Wiese steht kniehoch und ist optisch von den Beeten kaum noch zu unterscheiden. Diverse Stauden sind in die Höhe geschossen und danach umgekippt, die Blüte des knallroten Mohns „Beauty of Livermere“ und der zweifarbig blauen Iris hat dieses Jahr ohne uns stattgefunden. Im Gemüsebeet ist nicht mehr zu erkennen, wo ich mal Möhren gesät habe, da wächst alles mögliche bunt durcheinander.

Die Maulwürfe haben sich von unserer Abwesenheit zu erhöhtem Schaffensdrang inspiriert gefühlt – zu meiner klammheimlichen Freude auch bei den Nachbarn, deren elektronische Maulwurfscheuche sich als ebenso nervig wie ineffektiv erwiesen hat.

Und den Komposthaufen hat natürlich auch niemand umgesetzt.

Immerhin ist das nächste Wochenende ein langes – da wird dann der Garten wieder freigelegt. Bis dahin bleibt der Dschungel wie er ist.

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Rasen im Frühjahr

Tja, Rasen und Rasenpflege… das ist so eine Sache. Ökologisch wertvoll ist der klassische Scherrasen nicht gerade. Was regelmäßig kurz gemäht, gedüngt und womöglich noch mit Unkrautvernichtungsmitteln behandelt wird, bietet weder Insekten noch allzuvielen Vögeln Nahrung. Allenfalls die Amseln ziehen den einen oder anderen Regenwurm raus.

100%ige Ökos haben deswegen gar keinen Rasen im Garten, sondern eine hochwachsende Wildwiese. Dazu gehöre ich nachweislich nicht, denn ich habe zumindest eine regelmäßig kurzgemähte Grasfläche. Echte Liebhaber des englischen Rasens würden allerdings dem Zeug, was da bei mir wächst, den Titel Rasen nicht zuerkennen wollen.

Denn in meinem Garten habe ich den sogenannten Rasen bis auf gelegentliches Mähen ignoriert. Er füllt eher die Lücken zwischen den diversen Stauden- und dem Gemüsebeet aus. Als grüne Einfassung und ruhiger Hintergrund für die bunte Pracht im späteren Frühjahr und Sommer macht das in meinen Augen durchaus Sinn.

Letztes Jahr dann hat das Moos angefangen, mir auf die Nerven zu gehen. Mittlerweile ist es so dick, daß die Grashalme und auch die Krokusse und Schneeglöckchen Mühe hatten, durch die dicke, verfilzte Schicht zu kommen.

Moos im Rasen kann mehrere Gründe haben: Zu schattig ( Gegebenenfalls was anderes, z.B. schattenliebende Bodendecker pflanzen. Selbst der sogenannte Schattenrasen braucht wenigstens den halben Tag Sonne); zu stark verdichteter Boden (auflockern und reichlich Sand einarbeiten); zu naß (ebenfalls Sand einarbeiten); zu sauer.

Letzteres ist bei mir der Fall. Dagegen hilft Gartenkalk. Aber vorher muß das Moos raus. Moosvernichter hilft niemandem, außer denen, die es verkaufen. Denn auch wenn das Moos abstirbt, muß es entfernt werden. Bei sehr kleinen Flächen kann man es mit dem Rechen rauskratzen (sehr anstrengend !) oder, die rückenschonendere Variante, man geht mit dem Vertikutierer drüber. Das habe ich dieses Wochenende gemacht, und dabei stolze fünf große Säcke Moos rausgeholt. Auf den Kompost sollte man das Zeug nicht werfen, es zersetzt sich nur sehr langsam und blockiert den Komposthaufen für mehrere Jahre.  Entweder man stopft das Zeug in die Biotonne (sofern vorhanden) oder gibt es der Stadt bei der nächsten Grünschnittabfuhr mit.

Nach der ganzen Arbeit wird der Rasen gekalkt, damit das Moos nicht sofort wieder nachwächst, und am besten auch gedüngt. Dann hat das Gras einen gewissen Wachstumsvorsprung vor dem Moos.

Übeigens: man braucht im Garten (außer dem selbst hergestellten Kompost natürlich) nur zwei bis drei Sorten Dünger: Rasendünger, der ist stickstoffbetont und sorgt vor allem für rasches massenwachstum, und für alles andere einen ausgeglichenen Allzweckdünger.  Beides als organischer Dünger, da sich dieser nur langsam zersetzt und man damit weder den Garten überdüngt noch allzuviel Nitrat ins Grundwasser gelangt.

Wer säurebetonte Pflanzen wie Rhododendren, Azaleen, Hortensien, Blaubeeren, Heidekraut etc. hat, sollte dazu noch speziellen Rhododendrondünger kaufen. Alle anderen Düngersorten (Rosen-, Beeren-, Tannen-, Gemüse-, Kräuter-  und weas weiß ich noch für Dünger) sind komplett überflüssig.

 

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Spätfolgen

Eine unerwartete Nebenwirkung des ausgefallenen Winters sind die überall in ungewohnten Mengen sprießenden Ahornkeimlinge.

feldahornbaum

Im hinteren Gartenteil wachsen mehrere große Feldahorne, als Schattenspender und Hängemattenaufhängung im Hochsommer sind sie gerne gesehen.

In den letzten Wintern hatten wir mehr oder weniger lange Dauerfrostperioden, während derer die Ahornsamen von den Vögeln weggepickt wurden. Was dann noch im Frühjahr austrieb, war überschaubar. Leider ist das dieses Jahr anders. Ohne Frost und Schnee fanden die Vögel wohl genug andere Nahrung und haben den Ahornsamen verschmäht. Jatzt wächst das Zeug überall.

In der Wiese fallen die Keimlinge früher oder später dem Rasenmäher zum Opfer, in den Beeten ist Handarbeit angesagt.

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Die diesjährigen Keimlinge, insbesondere das erste Blattpaar,  sehen noch gar nicht nach Ahorn aus.

feldahorn

Im zweiten Jahr ist schon die für den Feldahorn typische Blattform erkennbar.  das Ausjäten wird schwieriger, da die Stiele zu verholzen beginnen.

Obwohl ich im Garten nur den vergleichsweise „kleinen“ Feldahorn habe,  keimen hier auch Spitzahorn…

spitzahorn

… der Spitzahorn-Mutterbaum wächst im übernächsten Garten…

bergahorn

… und Bergahorn (von der S-Bahn-Linie). Behalten will ich keinen davon. Auf daß der nächste Winter wieder kälter wird und mehr Samen gefressen werden !

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Tatsächlich, über einen Monat habe ich hier nichts mehr geschrieben. Peiinlich, peinlich…  Erst Urlaub, dann viel Arbeit und dann einfach geschludert.

Immerhin habe ich meinen Garten winterfertig machen können. Im Unterschied zu penibleren Gärtnern beschränkt sich das „fertigmachen“ bei mir auf ein letztes Mal Beete krauten, Laub von der Wiese rechen und auf den Beeten verteilen.  Was heißt „nur“ ? Bei zwei Süßkirschen, drei (großen !) Feldahornen, Buche und Birke des Nachbarn zur Rechten und Pappeln zur Linken kommt da einiges zusammen.  Das Laub schützt das Bodenleben und empfindlichere Pflanzen, hoffentlich kompostiert es an milderen Tagen auch ein wenig.

Sowas wie Rosen kurz schneiden, Obstbaumschnitt, Staudenbeete blank harken und vertrocknete Stauden abschneiden mache ich nicht vor dem Winter. Gestern erst hatte ich ein Gespräch darüber mit einer frischgebackenen Kleingartenbesitzerin. Die Obstbäume in ihrem Garten hatten jede Menge Wasserschosse. Genau die entstehen, wenn man die Bäume im Winter schneidet, da die in Stamm und Wurzeln eingelagerten Speicherstoffe im nächsten Jahr für rasantes Längenwachstum sorgen – leider nicht für den Ansatz von Blüten und Früchten. Ein Sommerschnitt bremst das Längenwachstum.

In den trockenen Staudenstängeln überwintern eine Menge Insekten, deswegen sollten diese bis zum beginnenden Frühling stehenbleiben.  Außerdem bieten sie Schutz vor Kahlfrösten.

Mehr Arbeit steht dann Ende Februar/Anfang März an: Staudenstängel, Rosen und Lavendel schneiden und die Laubdecke von den Beeten räumen.  Aber bis dahin ist ja noch ein bischen Zeit.

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