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Archive for Januar 2013

Nächtliches Geheul

In den letzten Nächten waren aus der Dellbrücker Heide mehrfach Eulenrufe zu hören: Hu (längere Pause) Hu Hu Huuuu…

Und aus weiterer Entfernung nochmal: Hu (längere Pause) Hu Huuuuu… Vorgestern nacht sogar aus den Pappeln am hinteren Gartenende.   Das schlaue Vogelbuch sagt dazu: Waldkauz, recht häufig auch in Städten, Parks und Gärten, Balz manchmal schon im Dezember. War mir in den letzten Wintern gar nicht aufgefallen. Im Moment wird jedenfalls gebalzt, was das Zeug hält.

Weniger schön war eine Entdeckung beim gestrigen Heidespaziergang: Federn, reichlich in allen möglichen Größen und Blutspuren im Schnee.  Auf Eulenfedern kam ich von selbst, da die Ränder der Schwungfedern etwas ausgefranst aussahen. Dadurch kann der Vogel lautlos fliegen und wird von seiner Beute zu spät bemerkt. Nur, hier war scheinbar die Eule selbst die Beute geworden. Einige Federn habe ich mitgenommen.

waldohreule1

Ich dachte zuerst, einer der Waldkäuze wäre bei der Balz von irgendwem Größerem erwischt worden. Unser Vogelexperte vom BUND hat mich eines besseren belehrt:  Die Federn stammen von einer Waldohreule, und der Waldkauz war der Jäger. Die sind zwar nur unwesentlich größer als Waldohreulen, aber wohl deutlich aggressiver.  Schade 😦

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In Köln hat es wieder geschneit. Immerhin zum zweiten Mal in diesem Winter. Da die weiße Pracht hier selten länger als ein paar Tage hält, bin ich direkt mit der Kamera zur Spurensuche aufgebrochen.

Rehe, Wildschweine und dergleichen finden sich schon zur Genüge in meinem Post Spuren im Schnee, Hier deswegen ein paar Spuren von kleineren Tieren.

Hoppelspuren von Kaninchen kennt bestimmt jeder. Das hier ist ein sitzendes Kaninchen…

kaninchensitzt eichörnchen2

… und das ein sitzendes Eichhörnchen. Sieht sich ziemlich ähnlich. Aber das Eichhörnchen setzt die Hinterpfoten vor den Vorderpfoten auf, das Kaninchen dahinter.

In frisch gefallenem Schnee zeichnen sich sogar Mäusespuren ab:

maus1

Der Strich zwischen den Pfötchen ist die Schwanzspur. Manche Mäuse bewegen sich lieber zeitweise unter dem Schnee, so wie diese hier:

maustunnel1

Und manchmal kann man sich zu den Spuren eine Geschichte ausdenken. So wie hier:

kaninchentrifftfasan

Da  haben sich ein Kaninchen und ein Fasan getroffen . Was die sich wohl erzählen 😉 ?

amselscharrt3

Auch bei dieser Spur war detektivische Neugier gefragt. Nicht bei dem Fußabdruck unten links, das ist meiner (hüstel). Der Rest sah für mich zuerst so aus, als hätte die örtliche Wildschweinrotte durchgepflügt. Da aber weit und breit keine Schweinespuren zu sehen waren, haben hier tatsächlich die Amseln großflächig den Schnee weggescharrt, um im noch nicht gefrorenen Boden was Freßbares zu finden.

Hier ist eine Amsel aufgeflogen.

amselflug

Die Striche links neben der Fußspur sind Abdrücke der Schwungfedern. Woher ich weiß, daß das Amseln waren ? Weil sie vor mir weggeflogen sind 😉

Unsere liebsten Haustiere im Vergleich:

Ein kleiner Hund…

kleinerhund2

… und eine Katze.

katze

Bei der Katze sieht man keine Krallenabdrücke. Das dunkle Ding daneben ist eine Kastanie, zwecks Größenvergleich.

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Heckensägenmassaker

Ich bin kein Fan von immergrünen Gehölzen wie Kirschlorbeer, Scheinzypresse, Thuja und Co.  Schon gar nicht als Heckenpflanzen.  Wenn es denn unbedingt eine immergrüne Hecke sein muß, empfehle ich eher Eiben oder Liguster. Das sind Gehölze, die man nach Belieben zurückschneiden kann. Zudem haben sie im Unterschied zu obigen eine Nähr- und Nutzwert für Insekten und Vögel.  Zumindest theoretisch. Eine ein Meter hohe streng geschnittene Vorgartenhecke  wird – egal aus welchen Pflanzen sie besteht –  weder blühen noch fruchten.

Thuja und Scheinzypressen haben noch einen anderen schweren Nachteil. Wenn man sie stark ins alte Holz zurückschneidet, treiben sie nicht wieder aus. Die Pflanzen bleiben an diesen Stellen unwiederruflich kahl.

Diese traurige Erkenntnis mußte ich vorgestern den Besitzern einer mächtigen, an die drei Meter hohen Hecke aus alten Thujen und Scheinzypressen vermitteln.  Die Straße an diesem Grundstück soll erneuert werden, und im Zuge des Aufmaßes bemerkte irgendjemand, daß die Hecke 40 cm in öffentliches Straßenland hineinragt.  Das hatte zwar dreißig Jahre lang niemanden gestört, aber wenn nun Streßenarbeiten anstehen – tja.

Das öffentliche Ärgernis musste also beseitigt werden. Wenn man von einer solchen Hecke 40 cm in der Breite absäbelt, ist das, was übrigbleibt, braun und kahl. Und wird leider kahl bleiben. Die Heckenbesitzer waren deprimiert. Ich, ehrlich gesagt, auch.

Im Zuge dieses Heckensägenmassakers fiel uns auf, daß die Hecke mit den Stämmen unmittelbar an den Zaun gesetzt worden waren. Das sollte man nicht tun.  Da können die Pflanzen ja nur über die Straße wachsen. Hat zwar dreißig Jahre lang niemanden gestört, aber… siehe oben.

Und nun ? Die Besitzer wollen versuchen, den über den Boden rankenden Efeu zwecks schneller Wiederbegrünung ins  Heckengerippe zu flechten. Und Eibensämlinge dazwischen pflanzen.  Das ist nämlich der – meiner Meinung nach einzige – echte Nachteil der Eiben: Heckenpflanzen in akzeptabler Größe sind richtig teuer.

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Zu warm

Übers Wetter zu jammern gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen der Gärtnerin. Zu naß, zu trocken, zu heiß zu kalt… es nimmt kein Ende. Momentan ist es eindeutig zu warm. Nach dem kurzen Wintereinbruch 7./8./9. Dezember und dem daran anschließenden Tauwetter haben wir Tagestemperaturen zwischen 8 und 12^C, nachts geht es nie unter den Gefrierpunkt.

Die nicht winterharten Kübelpflanzen habe ich längst wieder inds Freie geräumt, was soll das Zeug mir den ohnehin zu kleinen Flur verstellen.  Letztes Jahr blieben die Pflanzen auch bis Anfang Januar im Freien, weil es solange mild war. Mit dem überraschenden Ergebnis, daß der echte Jasmin nicht, wie üblich zu Karneval im Flur vor sich hinblühte, wo der Duft fast zu intensiv für den kleinen Raum war, sondern im März/April wieder auf der Terrasse. Da hatten wir deutlich mehr davon.

Eigentlich bestehe ich nicht unbedingt darauf, srändig mit den Zähnen zu klappern und muß auch nicht unbedingt Eis und Schnee haben. Nur, wenn das jetzt noch länger so mild bleibt, schaltet die Natur wieder auf Wachstum. Mit einem leichten Schreck bemerkte ich das gestern, als ich beim über-die-Wiese-gehen merkte, daß unter meinen Füßen etwas abbricht. Volltreffer ! Ich war mitten durch die im Herbst gepflanzten Krokusse gelatscht, die schon grüne Spitzen zeigen. Bitte auf den Wegen bleiben !

Und das dicke Ende kommt bestimmt. Mit Schrecken denke ich an den Februar 2012, wo wir nach mildem Jahresbeginn gute zwei Wochen Kahlfrost mit Sonne und Temperaturen bis zu -17 C hatten. Das hat etliche angetriebene Zwiebeln, Stauden, Gehölze dahingemeuchelt. Anhaltende Kälte mit ordentlicher Schneedecke ab Ende Dezember bekommt den Pflanzen wesentlich besser als so ein hin und her.

In diesem Sinne: her mit dem Schnee !

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