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Posts Tagged ‘Natur’

Im März ist auf Mallorca definitiv kein Badewetter. Das Mittelmeer ist noch viel zu kalt zum Baden. Also läuft man durch die Gegend und bestaunt die um diese Jahreszeit sehr grüne Insel und ihre botanischen Schönheiten.

Das Tramuntana-Gebirge ist als Wandergegend bekannt und beliebt, und Heimat vieler seltener Pflanzen. Etwas überrascht war ich aber, als wir bei einem Spaziergang rund um die Cala Mondrago, einer beliebten Badebucht, gleich fünf verschiedene Orchideenarten entdeckten.

Zu Hause hatte ich dann eine Weile mit der Bestimmung zu tun, da die meisten dieser Orchideen in meinem (mitteleuropäischen) Bestimmungsbuch gar nicht auftauchen.

Einfach war nur die Pyramiden-Hundswurz, die ich in (kräftigerem) Rosa auch schon in Deutschland gesehen habe. An der Cala Mondrago kam diese blasse Variante geradezu massenhaft vor.

Pyramiden-Hundswurz (Anacampsia pyramidalis)

 

Eine Art hat mich besonders verblüfft, ich hatte noch nie blaue Orchideen gesehen. Die war hier fast noch häufiger als die Hundswurz. Ich war mir erst unsicher, ob es sich überhaupt um eine Orchidee handelt.

Langsporniges Knabenkraut (Orchis longicornu)

 

Auf relativ kleinem Raum gleich drei Ragwurz-Arten zu finden, war mir noch nie passiert.  Ragwurzen imitieren bestimmte Insekten, von denen sie dann bestäubt werden. Die Wespen-Ragwurz war die häufigste davon.

Wespen-Ragwurz (Ophrys tenthredinifera)

Hier noch ein Detailbild:

Die beiden nächsten Ragwurzen habe ich leider nur in Einzelexemplaren gefunden.

Balearen-Ragwurz (Ophrys balearica)

 

Spiegel-Ragwurz (Ophrys speculum)

 

Mallorca ist doch immer wieder eine Reise wert !

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Mal wieder Eigenwerbung

Auch dieses Jahr führe ich wieder für den BUND Köln einen botanischen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet Mutzbachaue durch.

Los geht es nächsten Samstag, den 1.April um 15.00 Uhr. Der Treffpunkt ist an der Bushaltestelle Kalkweg, Linie 154 zwischen Köln-Dünnwald und Köln-Dellbrück.

Diesen Samstag war ich schon mal nachschauen, durch das schöne Wetter sind alle Frühjahrsblüher wie Buschwindröschen, Lungenkraut und Schlüsselblumen schon aufgeblüht !

Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und gefingerter Lerchensporn (Corydalis solida)

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Gewöhnlich fallen sie erst nach dem Laubfall richtig auf: die kugelrunden, immergrünen Gebilde der Misteln. Wohl wegen ihrer eigenartigen Lebensweise, hoch oben in den Bäumen zwischen Himmel und Erde, ohne erkennbare Wurzel, wurden ihnen von altersher magische Eigenschaften zugeschrieben.

1misteln

Wahrscheinlich rührt daher die Tradition, zur Weihnachtszeit Mistelzweige an die Haustür zu hängen. Aber wer denkt dabei schon daran, daß Misteln extrem langsam wachsende Gehölze sind ? Nach dreißig Jahren hat eine Mistelpflanze erst 50 cm Durchmesser erreicht. Die alljährliche Weihnachtsdekoration hat zu einem erheblichen Rückgang der europäischen Mistelbestände geführt.

Mittlerweile stehen Misteln in Deutschland unter Naturschutz. Oft werden sie trotzdem geplündert. Dabei kann man immergrüne Gestecke ebenso schön aus weniger gefährdeten Pflanzen wie Ilex oder Buchsbaum, ganz zu schweigen von Fichten- oder Kiefernzweigen basteln.

Misteln sind keine Parasiten; man könnte sie allenfalls als Halbschmarotzer oder Epiphyten bezeichnen. Ihre Wurzeln dringen in die wasserleitenden Teile des Splintholzes ein und entziehen dem jeweiligen Wirtsbaum Wasser und darin gelöste Nährsalze. Der Baum selbst (meist sind es Pappeln, Apfelbäume, Kiefern oder Tannen) wird dadurch nicht geschädigt.

Die Mistelpflanze ernährt sich, wie die meisten anderen Pflanzen auch, indem im Chlorophyll (Blattgrün) mit Hilfe des Sonnenlichts das Kohlendioxyd aus der Luft in Kohlenhydrate umgewandelt wird.

Auch die Vermehrung der Mistel ist interessant:
Die weißen Beeren enthalten einen klebrigen Schleim, der den Vögeln beim Fressen die Schnäbel verklebt. Beim Versuch, den Schnabel an einem Ast sauber zu reiben, bleibt gelegentlich ein Samenkorn an der Rinde haften. Der wachsende Keimling bildet dann Eiweißstoffe aus, die die Rinde des Baumes an einer Stelle auflösen und es so der jungen Pflanze ermöglichen, Senkwurzeln auszubilden.

1misteldetail

Übrigens: auch wenn Misteln keine nachweislich magischen Eigenschaften haben, werden sie doch häufig mit Erfolg als begleitendes Mittel in der Krebstherapie eingesetzt.

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Kleine Wilde

Trotz Sturm, Regen und eher bescheidenen Temperaturen: der Frühling läßt sich nicht aufhalten. Durch meinen Garten streunen allerlei frühblühende Pflänzchen. Einige gelten „ordentlichen“ Gartenbesitzern als Unkraut, wie das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

scharbockskraut

Die Blätter treiben in milden Wintern schon im Januar aus. Sie enthalten viel Vitamin C, und wurden früher gegen die Vitaminmangelkrankheit Skorbut gegessen. Sobald allerdings die kleinen gelben Blütensonnen aufgehen, sollte man die Pflanze nicht mehr essen. Sie enthält dann zuviel Oxalsäure.

Auch das allbekannte Buschwindröschen (Anemone nemorosa) wächst bei mir wild. Eigentlich nicht der ideale Standort, kommt es doch typischerweise in feucht-kühlen Buchenwäldern mit humusreichem Boden vor, und nicht hier im eher mageren Heideboden.

buschwindröschen

Den Buschwindröschen ist das scheinbar egal. Sie verbreiten sich von ihrem ursprünglichen Standort unter der Hecke langsam, aber sicher über den gesamten schattigen Teil des Gartens.

Ihre nahen Verwandten, die Gelben Windröschen (Anemone ranunculoides) habe ich von einer Bekannten geschenkt bekommen.

gelbeswindröschen

Sie stehen unter Naturschutz und dürfen nicht einfach ausgegraben werden.

Ein weiterer allbekannter Frühlingsblüher ist das Duftveilchen (Viola odorata).

viola

Man kann die Blüten kandieren und als Dekoration für Süßspeisen verwenden.

Der Schneestolz oder Schneeglanz (Chionodoxa luciliae) stammt ursprünglich aus der Türkei. Die Nachbarn hatten vor etlichen Jahren mal welche angepflanzt und mittlerweile verbreiten sie sich auch bei mir.

chionodoxa

Das einheimische, gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) ist geschützt und kaum im Handel zu bekommen. In den Garten habe ich mir Pulmonaria saccharata gepflanzt, es sieht fast genauso aus und verträgt etwas mehr Trockenheit.

pulmonaria

Bei beiden Lungenkräutern wechseln die Blüten die Farbe: Wenn sie noch nicht bestäubt sind, blühen sie rosa, nach der Bestäubung schlägt die Farbe ins Violette um. So wissen die Insekten, wo sie noch hin müssen.

Die hohe Schlüsselblume (Primula elatior) blüht manchmal schon im Spätherbst.

primulaelatior

Diese hier habe ich vor einigen Jahren gepflanzt, ohne große Hoffnung auf Verbreitung, da die hohen Schlüsselblumen feuchtere Plätze lieben. Aber dieses Frühjahr habe ich den ersten Sämling gefunden !

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Blüten ? Blüten !

In diesem Monat haben viele Allergiker Freude an der Haselblüte. Genau gesagt an der männlichen Haselblüte, bzw. dem aus ihr entweichendem Pollenstaub. Hatschi !

Hasel gehört, genauso wie die ebenfalls bei Allergikern beliebte Birke, zu den einhäusigen Pflanzen. Einhäusig bedeutet, daß männliche und weibliche Blüten an derselben Pflenze (im selben „Haus“) sitzen.  Die männlichen Blüten“Kätzchen“ fallen auch optisch auf:

haselmännlich

Hasel und Birke werden nicht von Insekten besucht. Die sind so früh im Jahr noch nicht unterwegs.  Bei diesen Pflanzen übernimmt der Wind die Bestäubung, daher die Unmengen an Pollen, die nur nach dem Zufallsprinzip an der richtigen Stelle landen.

Die richtige Stelle wäre dies hier, die weibliche Blüte erkennt man nur bei genauem Hinsehen:

haselweiblich

Es müssen schließlich keine Insekten beeindruckt und mit Nektar gefüttert werden, daher reicht als Blüte dieses kleine rote Ding.

Außer den einhäusigen gibt es auch zweihäusige Pflanzen, hier befinden sich die weiblichen Blüten auf der einen und die männlichen Blüten auf der anderen Pflanze. Bekannte Beispiele hierfür sind Eibe oder Kiwi. Wer im Garten Kiwis ernten möchte sollte daher immer auch eine männliche Pflanze dazu setzen (sofern die Nachbarn keine haben).

Die allermeisten Pflanzen sind zwittrig und werden von Tieren bestäubt. Männliche und weibliche Organe befinden sich in derselben Blüte. Schön erkennt man das an der Mohnblüte hier:

mohn

In der Mitte sitzt der weibliche Blütenstempel, unter dem sich später die Samenkapsel entwickelt. Drumherum befinden sich die Staubblätter mit dem Pollen, und außen die Blütenblätter.  Zwittrige Pflanzen können sich in der Regel nicht selbst befruchten. Der Mohn wird von Insekten besucht, muß daher nicht soviele Pollen bilden, aber den Tieren etwas bieten.

Es gibt auch zwittrige Pflanzen, die vom Wind bestäubt werden, z.B. die Gräser. Hier entstehen wieder große Mengen Pollen, die im Sommer durch die Luft und in gequälte Allergikernasen wehen.

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Klappmechanismus

Auch in Köln wird es gelegentlich Winter. Es schneit nicht nur,  es kann sogar Dauerfrost geben und der Boden mehrere Dezimeter tief gefrieren. Wenn dann noch die Wintersonne einen klaren kalten Tag bescheint, kommen manche Pflanzen in Bedrängnis.

An Baumstämmen können Frostrisse entstehen. Immergrüne Laubgehölze können – nein, nicht erfrieren, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht – sondern vertrocknen.

In den Blättern findet die Fotosynthese statt, aus Wasser und dem Kohlendioxyd der Luft werden durch die Energie des Sonnenlichts Sauerstoff und Zucker gebildet. Den Zucker lagert die Pflanze ein, der Sauerstoff wird an die Luft abgegeben.

Wenn nun der Boden bis in größere Tiefen gefroren ist, können die Wurzeln nicht genug Wasser für den Fotosynthesezyklus nachliefern, und die Pflanze kann vertrocknen. Verschiedene Pflanzen haben Methoden entwickelt, um damit umzugehen:

Manche Sträucher, wie Liguster oder einige Schneeballarten, werfen bei starkem Frost dann doch die Blätter ab. Kein Laub – keine Fotosynthese. Manche, wie Rhododendron, klappen ihre Blätter nach unten weg, und verringern so die Fläche, die von der Wintersonne beschienen werden kann.

rhodo

Wenn es noch kälter würde, könnte der Rhododendron seine Blätter sogar zusammenrollen.

Und manche Sträucher, wie die großlaubigen Kirschlorbeeren, vertrocknen einfach. Sie brauchen ohnehin viel Wasser, und wenn der Boden gefroren ist, leiden sie schnell an Wassermangel.

Daher empfiehlt es sich, wenn die aktuelle Frostperiode vorbei ist, die Immergrünen kräftig zu gießen. Aber bitte erst dann, wenn für die nächste Nacht nicht der nächste Frost angekündigt ist, sonst beschert man seinen Pflanzen nur eine großen Eisklumpen an den Wurzeln.

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Nein, ich hasse keine Hunde, nein, ich hasse keine Hunde, ich hasse keine Hunde, ooommmm…. Manchmal muss ich das wie ein Mantra vor mich hinsummen. Die Tiere können schließlich nichts für ihre schlecht erzogenen Halter. Allerdings entwickele ich mich so langsam zum Hundehalterhasser. Ignoranz und Rücksichtslosigkeit gegenüber allen und allem, was nicht Hund ist, scheint etliche Mitglieder dieser Spezies auszuzeichnen. Und damit ist nicht zwangsläufig der bodygebildete Kampfhundebesitzer mit schwerer Kindheit und/oder Migrationshintergrund gemeint.

Das können auch alternativ aussehende Zeitgenossen sein, die bei ihrem wuscheligem Lastrami die antiautoritäre Erziehung propagieren. Anleinen ? Wozu ? Das beeinträchtigt doch die Freiheit des Mitgeschöpfes Hund. Wenn selbiger auf eine Picknickgesellschaft zustürmt und mitten in die Frikadellenschüssel springt, muss die Gesellschaft eben teilen lernen. Der Hund nimmt sich nur, was er braucht und der Halter pfeift pro forma – natürlich vergeblich.  Die Frikadellen schmecken danach nicht mehr so recht…

Oder die kleine ältere Dame mit Pudelfrisur und vollschlankem Dackel. Auf dem Weg in den Park kommen beide regelmäßig an einem Vorgarten vorbei, in dem die Autorin ihrem Beruf nachgeht.

Der Dackel hat Druck auf dem Darm, schafft es nicht mehr bis in den Park und sch… mitten auf die Vorgartenwiese, über die ich gerade einen Rasenmäher schiebe. Meine Aufforderung, die Sch… einzusammeln und zu entsorgen lehnt die Dame mit Hinweis auf die von ihr gezahlte Hundesteuer ab.

Zu guter – oder vielmehr schlechterletzt mußte ich heute abend noch eine Rundmail zur Dellbrücker Heide lesen. Dort ist im Moment wieder die Wanderschäferin und ihre Herde  mit Biotoppflege beschäftigt.

Rund um die Heide stehen Schilder „Naturschutzgebiet“ und den im Naturschutzgebiet angesagten Verhaltensregeln, darunter natürlich auch „Hunde anleinen“. Die meisten Hundehalter können entweder nicht lesen oder meinen, daß die natürlichen Bedürfnisse ihres Tieres wie das Jagdverhalten Vorrang vor blöden Gesetzen haben.  So z.B. der Besitzer des frei laufenden Rottweilers, der heute ein Schaf angefallen hat. Leider konnten die Schäferin und ihre Hunde ihn (den Halter) nicht erwischen.

Nein, ich hasse keine Hunde. Aber meine Toleranzgrenze gegenüber Hundehaltern befindet sich im freien Fall.

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