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Archive for August 2012

Platter Zweig

Dies hier habe ich heute beim Forsythienschneiden entdeckt:

So etwas nennt sich Verbänderung und kommt gelegentlich bei Forsythien und Weiden vor. Früher dachte ich, diese Wuchsanomalie sei auf einen Virus zurückzuführen, aber ein wenig Netzrecherche hat mich eines besseren belehrt. Es handelt sich um eine Genmutation.

Übrigens sollte man Forsythien besser im Frühjahr schneiden, möglichst bald nach der Blüte. Wenn man wie ich, jetzt im Spätsommer zur Schere greift, schneidet man die bereits angelegten Blütenknospen fürs nächste Jahr raus. In diesem Fall musste es trotzdem sein, weil der Strauch nach dem ersten Schnitt nochmal so kräftig ausgetrieben hat, daß er quer im Staudenbeet hing.

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Ökofrust

Als umweltbewußte und sparsame Gärtnerin habe ich meinen Garten hinten mit einer Zisterne und einer großen Regentonne im Vorgarten ausgerüstet. Mit einer Teichpumpe bzw. der Gießkanne wird das kalkarme Regenwasser nach Bedarf im Garten verteilt. Tja. Bei Temperaturen von über 35 °C  ist der Bedarf auf Sandboden naturgemäß ziemlich hoch. Vor allem im Gemüsebeet, mit Rübenjungpflänzchen und frisch gekeimtem Spinat.

Es passiert also was passieren muß. Nach zwei Wochen ohne nennenswerten Regen, davon eine Woche wirklich heiß, ist alles leer. Da ich das Gemüse und einige empfindliche Stauden alle zwei Tage, den Rest des Gartens ein- bis zweimal wöchentlich gieße, war heute mal wieder ein Komplettdurchgang nötig. Umständehalber mit Leitungswasser. Und siehe da: mit dem Leitungswasser dauert der komplette Bewässerungsgang nur 30 Minuten, gegenüber einer guten Stunde mit Teichpumpe und/oder Gießkannen !  Vor dem nächsten Regen muß dringend eine leistungsstärkere Teichpumpe her, sonst gieße ich ab sofort nur noch mit dem Leitungswasser…

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Nach einer Abstinenz in 2011 ist es dieses Jahr mal wieder soweit: Zum 7. Mal findet die Kunstaktion „Dellgrün“ statt, zum 4. Mal auf dem Gelände des Biogartens Thurner Hof.
Vom 31.8. – 2.9. verwandelt sich der Biogarten in einen Freiluft-Ausstellungsraum. Mit dem Motto „Unter die Lupe genommen“ wird (hoffentlich) auch auf den Standort Biogarten eingegangen.
Dellgrün ist eine Gruppe von Künstlern, die ihre Objekte und Installationen alljährlich in Gärten präsentieren. Früher nahmen hier nur Künstler teil, die entweder in Köln-Dellbrück wohnen oder ihre Ateliers haben. Dieses Jahr hat die Organisatorengruppe den Rahmen erweitert und Künstler aus ganz NRW eingeladen.

Ab Freitag, 19 Uhr, sowie Samstag ab 14 Uhr und Sonntag ab 11 Uhr wird außerdem ein musikalisches Rahmenprogramm geboten. Für Essen und Trinken sorgt der Arbeitskreis Biogarten.

Ich persönlich finde es schön, daß Dellgrün nach einem Jahr Pause überhaupt wieder stattfindet. Besser hat mir allederings das frühere Konzept gefallen, nachdem Dellgrün ein ums andere Jahr abwechselnd im Biogarten und in privaten Gärten stattfand. Auf die Art hatte man den Besuch eines kulturellen Events gleich mit einer Offenen Gartenpforte verbunden.

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August – schon einige Gemüse sind abgeräumt – Zeit für eine Zwischenbilanz.

Zuerst die Top´s: Zuckererbsen, Rübstielchen und Mangold wachsen wie im letzten Jahr fröhlich und unkompliziert, ebenso wie die Möhren. Erfreulich sind in diesem Jahr die Roten Bete, letztes Jahr hatte ich sie zu nahe an die Kartoffeln gesät. Im Schatten des Kartoffellaubs ist daraus nicht viel geworden.

Die Kartoffeln – tja. die Krautfäule hat im verregneten Juli voll zugeschlagen. Schon Ende Juli mußte ich die Rosara rausholen, da das Kraut komplett braun war. Etwa 10 Kilo Kartoffeln gab es trotzdem, obwohl einige noch sehr klein waren. Die Cara hält sich noch, bräunt aber auch schon. Als späte Sorte wollte ich sie eigentlich noch eine Weile im Boden lassen.

Ähnlich traurig sieht es bei den Tomaten aus. Die Green Sausage ist sehr anfällig, dazu kommt noch das Problem, daß ich nicht erkennen kann, wann eine grüne Tomate reif ist. Ich hab mal probehalber in einige reingebissen, die noch nicht verbräunt waren – igitt ! Kein Wohlgeschmack. Die De Berao hält sich tapfer, zwar einzelne braune Blätter, aber die Früchte bleiben (bisher) krautfäulefrei. Relativ gut halten sich auch zwei Tomatenpflanzen, die ich von der Pflanzentauschbörse habe: Braune Russische (eine Fleischtomate) und eine namenlose Cocktailtomate. Beide haben schon die ersten reifen Früchte und schmecken gut.

Durchwachsen sieht der Palmkohl aus. Nachdem ich Ende Juli eine Woche weg war, hatten Kohlweißlinge hier ihren Nachwuchs untergebracht. Skelettierte Kohlblätter und fette Raupen waren das Ergebnis. Ich habe die Viecher abgesammelt und den Kohl nochmal gedüngt. Jetzt treibt er wieder durch.

Auch die Bohnen sind dieses Jahr nicht so schön. Man sollte sie nicht zwei Jahre hintereinander an derselben Stelle anbauen. Schade. der Staketenzaun ist ein ideales Rankgitter. Im nächsten Jahr gibts dann anderswo im Beet  Buschbohnen.

Und die Versager des Jahres: Knollenfenchel (macht alles mögliche, aber keine Knollen). Und komischerweise Kohlrabi. Letztes Jahr hatte ich eine Kohlrabischwemme, irgendwann mochte niemand mehr die Dinger essen. Dieses Jahr habe ich deutlich weniger und etwas später (erst Mitte April) ausgesät, und das Ergebnis sind mickrige Pflanzen und keine Knollen.

Im Juli habe ich hinter den Zuckererbsen Teltower Rübchen ausgesät, hinter den Kartoffeln Spinat und hinter der Fenchelpleite nochmal Rübstiel. Das keimt zumindest alles brav.

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Nach längerer Pause folgt hier der nächste Teil unserer Gartenreise ins Elsaß. Der Jardin du Berchigrange befindet sich ca. 40 km westlich von Colmar, in der Nähe des Städtchens St. Die.  Angelegt wurde der Garten von einem gartenbegeisteten Paar vor etwa 20 Jahren, und wird immer noch erweitert.

Auf 600 Höhenmetern haben die beiden verschiedene Teilgärten angelegt:   Den Wassergarten, der von einem in mehrere Arme und Rinnsale geteilten Bach durchflossne wird, und in dem vor allem der spektakuläre blaue Scheinmohn (Meconopsis betonicifolia) ins Auge fällt:

Blauer Scheinmohn ist eine sehr anspruchsvolle Staude. Er braucht hohe Luftfeuchtigkeit, humosen, aber lockeren und durchlässigen Boden, und verträgt keine Temperaturextreme.  Obendrein wird er gerne von Schnecken gefressen. In meinem Bekanntenkreis gibt es niemanden, der  blauen Mohn länger als ein Jahr kultivieren konnte. Wegen der einzigartigen Farbe, die wie himmelblaues Seidenpapier wirkt, versucht es immer wieder mal jemand.

Auch blauen Lerchensporn (Corydalis flexuosa) sieht man sonst nicht allzuoft. Hier in Kombination mit rosafarbener Etagenprimel.

Immer noch im Wassergarten:  diese Farbkombination ist – gewöhnungsbedürftig ? Geschmackssache ? Auf jeden Fall ausgefallen.

Die fast schwarze Schwertlilie ist eine Iris sibirica. Bei der gelblaubigen Kontrastpflanze mußte ich zweimal hinschauen, es ist tatsächlich eine Himbeere.  Ob da jemals Beeren dran kommen ?

Sogar Orchideen werden in diesem luftfeuchten Gartenteil kultiviert. Dieses dürfte eine Stendelwurz sein.

Hier vermute ich eine Iris graminea, die duftende Pflaumen-Iris.

Im Rosengarten faszinierte mich besonders die Stacheldraht-Rose (Rosa pterocarya) mi ihrem eigenwilligen Wuchs.

Auch in den Staudenbeeten gab es gewagte Farbkombinationen. Die orange Wolfsmilch (Euphorbia griffithi „Dixter“)…

… kombiniert mit der lila Duftnessel (Agastache ???)

Das Heckenlabyrinth – in Form einer Ritterburg geschnittene Hainbuchen, und so groß, daß man sich tatsächlich drin verlaufen kann.

Direkt daneben liegt der Felsgarten.

Hier hatte es mir besonders die Teufelskralle (Phyteuma ???) angetan.

Schade nur, daß die vielen ausgefallenen Arten und Sorten nicht beschildert waren.  Gut, dies ist kein Lehr-sondern ein Liebhabergarten.  Aber leider gab es auch in der dazugehörigen Gärtnerei nur einen kleinen Ausschnitt der hier gezeigten Pflanzen käuflich zu erwerben. Nicht, daß ich noch einmal einen Versuch mit dem blauen Mohn unternommen hätte.  Aber der blaue Lerchensporn hätte mich schon gereizt.

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