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Posts Tagged ‘Farne’

Bodendecker

Die Natur mag keine leeren Flächen. JedeR GärtnerIn kennt diese Binsenweisheit: Das sauber geharkte Beet ist nach kurzer Zeit wieder mit diversen Wildkräutern bewuchert. Manchen Leuten mag das allwöchentliche Jäten ja Lebensinhalt sein, aber alle anderen sollten sich nach Alternativen umsehen.

Man kann verschiedene Mulchmaterialien zwischen den Pflanzen verteilen (das muß nicht immer der allbekannte Rindenmulch sein) oder man kann die Lücken im Beet mit Bodendeckern bepflanzen und so dem Wildkraut den Platz streitig machen.

Als Bodendecker taugt theoretisch jede Pflanze, die durch flächigen Wuchs oder Ausläuferbildung in die Breite gehen kann. Praktisch will man manche ausläuferbildenden Pflanzen ganz bestimmt nicht im Beet haben (Hahnenfuß und Co….).

Wie bei jeder Pflanzung, sollte man sich auch bei Bodendeckern vorher ein paar Gedanken zur Gartensituation machen: Ist der Standort sonnig, halbschattig oder schattig, der Boden humos, sandig oder lehmig, eher feucht oder eher trocken, stark durchwurzelt oder nicht… Dazu kommt hier noch die Frage, welche Pflanzen sonst noch im Beet stehen. Zwischen Rhododendren sollte man etwas anderes pflanzen als zwischen Prachtstauden, zwischen Rosen nicht dasselbe wie in ein Gräserbeet.

Handelt es sich nur um eine Fläche zwischen Bäumen oder Sträuchern, kann man auch (vorausgesetzt der Boden ist nicht allzu trocken) den altbekannten Efeu setzen. Hier muß man darauf achten, daß die Efeutriebe nicht allzuhoch in die Gehölze einwachsen und das Beet nicht verlassen. Efeu wächst zwar in den ersten Jahren nach der Anpflanzung nur schwach, kann danach aber rasant zulegen. Ein- bis zweimal jährlich schneiden ist Pflicht. Zwischen Stauden sollte man Efeu überhaupt nicht pflanzen, von denen sieht man dann nichts mehr.

Ansonsten empfehlen sich für schattige Stellen weniger aggressive Wucherer. Wer es immergrün haben will, kann das Kleine Immergrün pflanzen (Vinca minor) oder das Dickmännchen (Pachysandra terminalis), wobei man auch hier ein Auge auf unzulässigen Ausbreitungsdrang haben sollte. Das ist grundsätzlich das Problem bei Bodendeckern: die Lücken sollen schnell gefüllt werden, aber mehr bitte nicht. Leider weiß die Pflanze nicht, wann es dem Gärtner als „Genug“ erscheint und wächst einfach weiter. Weniger stark wuchernd im Schatten sind manche Farnarten und  Stauden wie gelbe und rote Elfenblume (Epimedium sulphureum und E. rubrum), verschiedene Storchschnabel-Arten, Kaukasus-Vetgißmeinnicht (Brunnera macrophylla) undundund….

Im sonnigen Bereich ist die Auswahl an Bodendeckern groß. Von Gehölzen als Bodendeckern halte ich nichts. Zwergige  Cotoneaster- und Lonicera-Arten erinnern mich zu sehr an Straßenbegleitgrün, als daß ich sie empfehlen würde. Bodendeckende Rosen können sehr hübsch aussehen, aber wehe, wenn man doch mal zwischen den flach ausgebreiteten bestachelten Zweigen jäten muß ! Das tut weh !

Lieber sollte man auch hier zu Stauden greifen. Eine unvollständige und subjektive Auswahl meinerseits wäre: Kissenastern (Aster dumosus), Mädchenauge (Coreopis verticillata), Katzenminze (Nepeta faassenii), Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides) – wobei auch die ganz schön wuchern kann ! Und auch für die Sonne gibt es verschiedene geeignete Storchschnäbel. Wo es ganz trocken und sonnig ist, sind Fetthennen (Sedum) – Arten möglich, wenn es etwas höher wachsen darf, kann man auch Lavendel als Bodendecker verwenden.

Bei der Pflanzung ist (wie bei jeder Neuanpflanzung) unverzichtbar, daß der Boden vorher einmal wirklich gründlich gejätet wird. Vor allem Wurzelunkräuter sollten restlos entfernt werden. In den ersten ein bis zwei Jahren, bevor die Bodendecker die Fläche schließen, wird noch das eine oder andere Kraut aufkeimen. Danach kann man den Jäterhythmus deutlich reduzieren.

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Flora und  Botanischer Garten – das sind eigentlich zwei Grünanlagen in einer, mit unterschiedlicher Geschichte und unterschiedlichen Aufgaben. Im allgemeinen spricht man in Köln von „der Flora“ , wenn man den großen, vielfältigen und (für Kölner Verhältnisse) gut gepflegten Park in unmittelbarer Nachbarschaft des Zoos meint.
Die Flora ist der ältere Teil und wurde 1864 als Lustgarten für die bessere Gesellschaft angelegt.

Der Eingangsbereich mit formalem Blumenparterre im Vordergrund. Im Hintergrund das Flora-Hauptgebäude.

Hier gab es die sogenannten Orangerien, Schaugewächshäuser mit exotischen Pflanzen, geometrische Blumenbeete, formale Rosenbeete, Springbrunnen, Skulpturen und klassizistische Tempelchen.

Wasserkaskade mit streng geschnittenen Hainbuchentunneln an den Seiten.

Ein Teil des Parks war im Stil eines Englischen Landschaftsparks mit großen Freiflächen, Ziergehölzen, einzeln stehenden Bäumen und Baumgruppen gehalten.

Rote und gelbe Zaubernuß, Hamamelis japonica, ein schöner Winterblüher

Im Flora-Hauptgebäude fanden Bälle und Empfänge statt. Der Eintritt für den Park war damals so hoch, daß ärmere Bevölkerungsschichten quasi automatisch vom Besuch ausgeschlossen waren.
Nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs und anschließender Vernachlässigung ist in den letzten 20 Jahren ein Teil des Parks im alten Stil wieder hergerichtet worden. Auch einige der ältesten Bäume stehen noch.

Diese ca. 150jährige Buche wird bald absterben, wie man an den dicken Pilzfruchtkörpern sieht. Die Flora-Gärtner haben sich zum Glück entschieden, sie stehen zu lassen und nicht „ordentlich“ abzusägen.

Bergmammutbaum, Sequoiadendron giganteum hat in seiner Rinde viel Platz für Spechte und andere Höhlenbrüter

Der asiatische Blauglockenbaum, Paulownia tomentosa, kann in Deutschland nur an geschützten Standorten gezogen werden.

Der Botanische Garten ist der „neuere“ Teil. Er wurde 1914 angelegt und war als Lehrgarten gedacht. Die Pflanzen wurden (teilweise sind sie es immer noch) nach Lebensbereichen wie Alpinum, Waldgarten, Sumpfpflanzen, Nutzpflanzen angeordnet präsentiert, teilweise nach Pflanzengattungen (Magnolien, Iris, Pfingstrosen, Primeln…).

Das Alpinum im Frühjahr

Feuchtwiesenbereich

Echte Aurikel, Primula auricula

Mittlerweile überwiegt auch hier der gestalterische Aspekt. Gerade die Staudenbeete und die Mittelachse mit den winterharten Hanfpalmen haben optisch etwas zu bieten.

Sommerflor mit Dahlien, Eisenkraut und Spinnenblumen

Die Beschilderung der Pflanzen läßt manchmal zu wünschen übrig. Dies ist allerdings nicht die Schuld der Gärtner (hier gibt es im Unterschied zum städtischen Grünflächenamt tatsächlich gut ausgebildete GärtnerInnen), sondern  irgendwelcher Witzbolde, die die Namensschilder vertauschen.
Nicht zuletzt gibt es immer noch sehenswerte Schaugewächshäuser. Ein Tropenhaus, ein Wüstenhaus und ein warm-gemäßigtes Haus. In und um das letztere herum kann man jetzt im Februar die Kameliensammlung der Flora bewundern. Allerdings befürchte ich, daß die Blüten der Freilandkamelien mittlerweile erfroren sind.

Freilandkamelie vor dem Frost

Die Gewächshäuser sind dringend überholungsbedürftig. Ob dafür noch Geld übrig sein wird, wenn  die millionenschwere Sanierung des Flora-Hauptgebäudes abgeschlossen ist, weiß ich nicht.
In den letzten Jahren wurden einige Außenbereiche der Flora komplett neu angelegt. So gibt es einen Duftgarten für Sehbehinderte, einen Farn- und einen Heidegarten.
Der „Freundeskreis Botanischer Garten“ bietet regelmäßig Führungen und Veranstaltungen an. Das Programm findet man hier.

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Man sollte sowas einfach ignorieren. Anderer Leute Gärten sind nicht gut für meine Gesundheit.

Damit meine ich jetzt gar nicht die Gärten, in denen ich beruflich unterwegs bin. Ich meine die Gärten, die man bei Veranstaltungen wie der offenen Gartenpforte sieht. Da bekommt man ein Dutzend neuer Ideen, ist mit dem eigenen Garten plötzlich total unzufrieden, und fängt noch nach Feierabend an, wie eine Wilde umzugestalten und Pflanzen von A nach B zu versetzen.

Einige Beete standen ohnehin schon zur Überarbeitung an. So z.B. das ehemalige Schattenbeet in der hintersten Gartenecke. Seit da letztes Jahr auf dem Nachbargrundstück eine uralte Süßkirsche gefällt wurde, liegt dieses Beet fast den ganzen Tag in der Sonne. Daß mir dort der Waldmeister und das Lungenkraut nicht eingegangen sind, liegt wahrscheinlich nur daran, daß dieser Sommer einfach nicht viel Sonne im Angebot hatte. Also verteile ich sämtliche Schattenpflanzen auf andere, z.T. neu anzulegende Beete. Als Ergänzung (in einem der besichtigten Gärten entdeckt !) die tolle Kombination von winterharten Fuchsien (Fuchsia magellanica) mit weißer Schattenaster (Aster divaricatus). Fuchsien hab ich schon, schnell noch ein paar Astern dazu gekauft.

Noch ein Aha-Moment: Frauenhaarfarn (Adiantum venustum), ein feiner, zierlicher bodendeckender Farn scheint recht robust gegenüber Trockenheit. In einem der besuchten Gärten wuchs er unter einer Walnuß (!) zusammen mit Hirschzungenfarn (Phyllitis scolopendrium). OK., so eine Problemzone habe ich auch, zwar keine Walnuß, sondern nur ein Feldahorn, aber trocken ist es da drunter ebenfalls.  Einige robuste Hosta wachsen bisher dort, Maiglöckchen (Convallaria majalis),  Waldstorchschnabel (Geranium sylvaticum)  und Tränendes Herz (Dicentra spectabilis).  Was Bodendeckendes fehlt noch, und die zierlichen Farnwedel geben einen schönen Kontrast zu den breiten Hosta-Blättern.

Und was mache ich jetzt mit dem ehemaligen Schattenbeet ? Mein Tomatenproblem lösen ? In einem der offenen Gärten hatten die Besitzer aus einer Baustahlmatte einen Tomatenschutz gebaut. Das gefiel mir so gut, daß ich eine Weile daran herumüberlegte. Aber ich bin denn wohl doch eher Zier- als Nutzgärtnerin. Ein Tomatenhaus an dieser Stelle würde – auch wenn es ulkig aussieht – die Aussicht verdecken. Kompromiß: es kommen Erdbeeren dahin, zusammen mit Iris und Königskerzen für den Hintergrund.

Abgesehen von neuen Ideen lernt man bei offenen Gartenpforten nette Leute kennen und manchmal gibt es sogar Kaffee und Kuchen. Eine allerletzte Chance zu Gartenbesichtigungen im Kölner Umland gibt es noch am 17./18. September, und zwar im Bergischen Land. Infos und Gartenadressen findet man hier.

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