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Archive for the ‘Botanik’ Category


In einem der letzten Texte hatte ich von der abgesägten Walnuß und den neugepflanzten Blumenzwiebeln geschrieben. Die armenische Kaiserkrone (Fritillaria persica) blüht jetzt (zumindest eine davon).

Ich muß zugeben, ich hatte mir die Farbe etwas intensiver vorgestellt, nicht ganz so „staubig“. Immerhin ist das eine imposante Pflanze.

Schön blühen dagegen die Hundszahnlilien. Die hatte ich schon mal im Garten. Wegen eines Wildschweinüberfalles im letzten Herbst mußte ich einiges nachpflanzen, die Zwiebeln haben den Schweinen wohl zu gut geschmeckt. Inzwischen haben wir einen soliden (und hoffentlich schweinesicheren) Zaun.

Hundszahnlilie (Erythronium)

Den Rest des Gartens haben die Schlüsselblumen übernommen. Vor etwa sieben Jahren hatte ich jeweils einige Exemplare von Primula elatior (Hohe Schlüsselblume), Primula vulgaris (Gewöhnliche Schlüsselblume, die Wildform der bekannten knatschbunten Frühlingsprimeln) und Primula veris (Echte Schlüsselblume) gepflanzt. Die beiden ersteren überleben und haben seit zwei Jahren vorsichtig angefangen, sich auszusäen. Immerhin, bei unserem trockenen Sandboden bin ich da schon froh drüber.

Aber die Echte Schlüsselblume ! Ich traue mich kaum, es zu schreiben, aber allmählich werden die lästig. Mittlerweile tauchen sie auch an Stellen auf, wo ich garnichts Gelbes haben will.

Hier z.B. sollte es blau bleiben: Platterbse (Lathyrum vernum), Storchschnabel (Geranium phaeum), Lungenkraut (Pulmonaria saccharata) und wilde Vergißmeinicht. Was taucht da auf und zieht alle Aufmerksamkeit auf sich ? Richtig, eine Schlüsselblume. Am halbschattigen Gehölzrand !

In diesem sonnigen Beet sehen sie im Moment mit dem rötlichen Laubaustrieb der anderen Stauden klasse aus:

Leider sind einige dieser Stauden junge Pfingstrosen. Ich hoffe sehr, daß sich die Blütezeiten nicht überschneiden, denn Rosa neben dem leuchtenden Gelb – das ertrage ich nicht. Ein Teil der Schlüsselblumen wird vermutlich auf der nächsten Pflanzentauschbörse landen.

Zur Beruhigung findet man immerhin noch ein paar schlüsselblumenfreie Stellen im Schatten:

Weißes Tränendes Herz (Dicentra spectabilis „Alba“) mit frisch ausgetriebenen Venusfarn (Adiantum venustum)

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Im März ist auf Mallorca definitiv kein Badewetter. Das Mittelmeer ist noch viel zu kalt zum Baden. Also läuft man durch die Gegend und bestaunt die um diese Jahreszeit sehr grüne Insel und ihre botanischen Schönheiten.

Das Tramuntana-Gebirge ist als Wandergegend bekannt und beliebt, und Heimat vieler seltener Pflanzen. Etwas überrascht war ich aber, als wir bei einem Spaziergang rund um die Cala Mondrago, einer beliebten Badebucht, gleich fünf verschiedene Orchideenarten entdeckten.

Zu Hause hatte ich dann eine Weile mit der Bestimmung zu tun, da die meisten dieser Orchideen in meinem (mitteleuropäischen) Bestimmungsbuch gar nicht auftauchen.

Einfach war nur die Pyramiden-Hundswurz, die ich in (kräftigerem) Rosa auch schon in Deutschland gesehen habe. An der Cala Mondrago kam diese blasse Variante geradezu massenhaft vor.

Pyramiden-Hundswurz (Anacampsia pyramidalis)

 

Eine Art hat mich besonders verblüfft, ich hatte noch nie blaue Orchideen gesehen. Die war hier fast noch häufiger als die Hundswurz. Ich war mir erst unsicher, ob es sich überhaupt um eine Orchidee handelt.

Langsporniges Knabenkraut (Orchis longicornu)

 

Auf relativ kleinem Raum gleich drei Ragwurz-Arten zu finden, war mir noch nie passiert.  Ragwurzen imitieren bestimmte Insekten, von denen sie dann bestäubt werden. Die Wespen-Ragwurz war die häufigste davon.

Wespen-Ragwurz (Ophrys tenthredinifera)

Hier noch ein Detailbild:

Die beiden nächsten Ragwurzen habe ich leider nur in Einzelexemplaren gefunden.

Balearen-Ragwurz (Ophrys balearica)

 

Spiegel-Ragwurz (Ophrys speculum)

 

Mallorca ist doch immer wieder eine Reise wert !

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Es blüht auf

Endlich ein warmes Wochenende, endlich wieder Lust auf Garten und endlich wieder Lust, Fotos zu machen ! Die kleinen wilden Frühjahrsblüher sind wieder da, und ich mußte verblüfft feststellen, daß fast alle Pflänzchen, die im Naturschutzgebiet Mutzbachaue wachsen, inzwischen den Weg in meinen Garten gefunden haben.

frühlingsblüher

Und Ehrenwort, ich habe nichts davon nirgendwo ausgebuddelt ! Die Buschwindröschen waren schon vor mir hier ansässig, die gelben Windröschen waren ein Geschenk, der blaue Schneestolz kam von den Nachbarn rübergeflogen, das Lungenkraut (im Hintergrund) stammt aus der Staudengärtnerei.

Wie der rosa Lerchensporn hierher gekommen ist, ist mir allerdings nach wie vor unklar.

lerchensporn

Es handelt sich hier um den gefingerten Lerchensporn (Corydalis solida), dieselbe Art, die auch am Mutzbach vorkommt. Das ist der einzige Standort dieses Pflänzchens in Köln. Möglicherweise habe ich beim Spazierengehen dort Samen mit den Schuhsohlen verschleppt ?

„Gefingerter“ Lerchensporn übrigens, weil die Hochblättchen unmittelbar unterhalb der Blüten wie eine kleine Hand aussehen. Beim ebenfalls rosafarbenen hohlen Lerchensporn (Corydalis cava) sind die Hochblättchen ganzrandig.  Beide Arten stehen auf der Roten Liste.

Und hier noch ein Suchbild:

Wer erkennt die gelben Windröschen zwischen dem Scharbockskraut ?

gelb

Tipp: die Windröschen haben fünf Blütenblätter, das Scharbockskraut hat sieben.

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So, hier der versprochenen Astern-Beitrag.

Astern haben im Oktober ihren großen Auftritt. Weil sie relativ spät blühen, sind sie eine wichtige Bienenfutterpflanze, um vor dem Winter nochmal ordentlich Vorräte im Bienenstock einzulagern.

Am bekannstesten sind sicher die hochwüchsigen Rauhblattastern (Aster nova-anglia) und Glattblattastern (Aster novi-belgii). Beide werden je nach Sorte 1 m bis 1,5 m hoch, und es gibt sie in allen möglichen Farben von Weiß über diverse Rosa- und Pinktöne bis zu Dunkelviolett.

rauhuglatt2

Die weiße ist hier die Rauhblattaster, die violette die Glattblattaster.

In der Nahaufnahme kann man erkennen, daß das Laub der Rauhblattaster etwas größer ist. Daß es sich in der Tat etwas pelzig anfühlt, kann man leider nicht sehen.

rauhundglatt

Sehr ähnlich, nur viel niedriger, sehen die ebenso bekannten Kissenastern (Aster dumosus) aus. Auch sie kommen in allen Farben außer gelb vor, und auch sie brauchen einen vollsonnigen Standort.

asterdumosus

Das Gelbe im Hintergrund ist übrigens das Laub der Ballonblume (Platycodon grandiflorus)

Einige Astern blühen sehr spät, fast bis zum Frost, so z.B. die Myrtenaster (Aster ericoides) mit ihren zierlichen weißen Blüten. Leider wuchert sie stark, so daß ich diese Aster nach drei Jahren Ausbuddeln von Ausläufern aus meinem Garten verbannt habe. Ganz ist es mir nicht gelungen, wie man hier sieht:

aericoidesdetail

Stattdessen habe ich eine echte Traumpflanze entdeckt, die Waagrechte Herbstaster „Lady in Black“ (Aster lateriflorus). Die Blüten ähneln denen der Aster ericoides,

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aber durch die violette Mitte wirkt die ganze Pflanze wie ein zartlila Schleier über dem Beet.

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Astern für den Schatten gibt es übrigens auch, nicht nur die Aster divaricatus, hier ein Detailbild der Einzelblüten.

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In der Literatur habe ich für schattige Plätze außerdem noch Aster cordifolius und Aster ageratoides gefunden. Letztere soll allerdings sehr stark wuchern. Von beiden gibt es weiße und lilafarbene Sorten.

Und eine gelbblühende Aster gibt es auch: Aster linosyris.

 

 

 

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Was ist das ?

Ich bin ja nur ein bisschen eingebildet. So halte ich meine Pflanzenkenntnisse nicht für überragend, sondern nur für ziemlich gut. Aber bei dieser Staude mußte ich passen.

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Was ist das ? Es wächst in meinem Garten, wurde mir von einer Freundin geschenkt und ich hab den Namen vergessen. Seit zwei Jahren lebt es nun im rechtsrheinischen Köln, bisher nur als unauffällige Blattrosette, und hat diesen Sommer zum ersten Mal geblüht.

Dank Internet schnell schlau: Das Pflänzchen heißt Schopf- oder Ananaslilie, Eucomis punctata auf Botanisch und stammt ursprünglich aus Südafrika. Hübsche Exotin !

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Heute war wieder einer der Arbeitseinsätze im Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide. Während wir im Winter dort hauptsächlich Bäume, vor allem die invasive Traubenkirsche, fällen, steht im Sommer die Auseinandersetzung mit einem anderen Neophyten, dem japanischen Staudenknöterich, im Vordergrund.

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In der Literatur heißt es, Staudenknöterich wächst vor allem an feuchten Stellen. Mag sein, er breitet sich aber auch problemlos in der Dellbrücker Heide aus. Die Staude wächst flächendeckend, kann bis zu 3 m hochwerden und die Wurzeln sollen bis zu 2 m in die Erde reichen. In einem geschlossenen Knöterichbestand wächst nichts anderes mehr, die Pflanzen verdrängen sämtliche Konkurrenz.

Ausgraben kann man ihn nicht, es bleiben immer Wurzeln zurück. In der Heide versuchen wir, die Pflanze auszuhungern. D.h. mehrfach im Jahr, drei-, noch besser viermal werden die Triebe abgerissen. Die Rhizome bleiben im Boden und schicken einen neuen Trieb nach oben. Der wird wieder entfernt und so weiter. Irgendwann wird das Rhizom nicht mehr genügend mit den Photosyntheseprodukten (Zucker und Stärke) versorgt und gibt – hoffentlich – auf. Gewisse Erfolge erkennen wir daran, daß an den Stellen, wo der Knöterich schon im letzten Jahr gerupft wurde, nur noch mickrige Neutriebe wachsen.

Ähnlich lästig wie der japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) ist der Sachalin-Staudenknöterich (Fallopia sachalinense). Er unterscheidet sich von dem ersteren durch die größeren, bis zu 25 cm langen Blätter.

Angeblich gibt es auch nicht wuchernde hohe Staudenknöteriche. In einer Gartenzeitschrift fand ich die Art Polygonum polystache erwähnt, die ebenfalls hoch wird und weiß blüht und angeblich nicht wuchert.  Ich wäre da mißtrauisch.  Wer eine hohe, weiß blühende anspruchslose Staude im Garten haben will, könnte es im Schatten mit Waldgeißbart (Aruncus dioicus), oder an halbschattigen Stellen mit der Spierstaude (Filipendula camschactica) versuchen.

Was man sich bedenkenlos in den Garten holen kann, sind die niedrigen Staudenknöteriche. Das sind recht anspruchslose, meist rosa blühende Flächendecker.

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In den Gärtnereien bekommt man meist die Art Bistorta affine.

Übrigens ist die botanische Nomenklatur bei Knöterich enorm verzwickt. früher hießen alle Knöteriche, vom Kletterknöterich über die Stauden- und Wiesenknöteriche schlicht Polygonum.

Dann haben sich die Botaniker der Sache angenommen und die Knöteriche mehrfach umbenannt. Die hohen Staudenknöteriche  hießen zwischendurch mal Reynoutria und heißen jetzt Fallopia.

Die niedrigen Knöteriche heißen meines Wissens zur Zeit Bistorta, hießen auch schon mal Persicaria, das kann sich aber auch wieder ändern.

Der wuchernde Schlingknöterich (bitte nicht an die Hauswand pflanzen!) gehört ebenfalls zur Gattung Fallopia, mit dem Artnamen aubertii.

Ich für mein Teil habe bei dieser Hin- und Herbenennerei resigniert und gebe jetzt einfach die Artnamen so wieder, wie sie in den Katalogen der Gärtnereien stehen. Bis auf den japanischen Staudenknöterich natürlich, ich hoffe doch, daß niemand so wahnsinnig ist, das Zeug zu verkaufen.

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Kleine Wilde

Trotz Sturm, Regen und eher bescheidenen Temperaturen: der Frühling läßt sich nicht aufhalten. Durch meinen Garten streunen allerlei frühblühende Pflänzchen. Einige gelten „ordentlichen“ Gartenbesitzern als Unkraut, wie das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

scharbockskraut

Die Blätter treiben in milden Wintern schon im Januar aus. Sie enthalten viel Vitamin C, und wurden früher gegen die Vitaminmangelkrankheit Skorbut gegessen. Sobald allerdings die kleinen gelben Blütensonnen aufgehen, sollte man die Pflanze nicht mehr essen. Sie enthält dann zuviel Oxalsäure.

Auch das allbekannte Buschwindröschen (Anemone nemorosa) wächst bei mir wild. Eigentlich nicht der ideale Standort, kommt es doch typischerweise in feucht-kühlen Buchenwäldern mit humusreichem Boden vor, und nicht hier im eher mageren Heideboden.

buschwindröschen

Den Buschwindröschen ist das scheinbar egal. Sie verbreiten sich von ihrem ursprünglichen Standort unter der Hecke langsam, aber sicher über den gesamten schattigen Teil des Gartens.

Ihre nahen Verwandten, die Gelben Windröschen (Anemone ranunculoides) habe ich von einer Bekannten geschenkt bekommen.

gelbeswindröschen

Sie stehen unter Naturschutz und dürfen nicht einfach ausgegraben werden.

Ein weiterer allbekannter Frühlingsblüher ist das Duftveilchen (Viola odorata).

viola

Man kann die Blüten kandieren und als Dekoration für Süßspeisen verwenden.

Der Schneestolz oder Schneeglanz (Chionodoxa luciliae) stammt ursprünglich aus der Türkei. Die Nachbarn hatten vor etlichen Jahren mal welche angepflanzt und mittlerweile verbreiten sie sich auch bei mir.

chionodoxa

Das einheimische, gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) ist geschützt und kaum im Handel zu bekommen. In den Garten habe ich mir Pulmonaria saccharata gepflanzt, es sieht fast genauso aus und verträgt etwas mehr Trockenheit.

pulmonaria

Bei beiden Lungenkräutern wechseln die Blüten die Farbe: Wenn sie noch nicht bestäubt sind, blühen sie rosa, nach der Bestäubung schlägt die Farbe ins Violette um. So wissen die Insekten, wo sie noch hin müssen.

Die hohe Schlüsselblume (Primula elatior) blüht manchmal schon im Spätherbst.

primulaelatior

Diese hier habe ich vor einigen Jahren gepflanzt, ohne große Hoffnung auf Verbreitung, da die hohen Schlüsselblumen feuchtere Plätze lieben. Aber dieses Frühjahr habe ich den ersten Sämling gefunden !

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