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Posts Tagged ‘Museum’

Beim Skulpturenpark in Köln-Riehl tritt der eigentliche Park (im Unterschied zum Schlosspark Stammheim) völlig in den Hintergrund. Ruhe und Erholung wird man in dieser kleinen Grünanlage eingezwängt zwischen dem Verkehrslärm von Riehler Straße, Rheinuferstraße und Zoobrücke auch kaum finden. Das hier ist eher ein Freiluftmuseum, wo in zweijährigen Abständen seit 1997 Skulpturen namhafter Künstler gezeigt werden.

„Figur 21“ von Jochen Weber mit der Zoobrücke im Hintergrund

Detailaufnahme

Für alle Schrottfans: „Reaktor“ von Dirk Skreber

Dies ist kein Schwamm, sondern eine Sandsteinskulptur: „Traut euren Augen, dort kommen sie“  von Peter Kamm

Eine der wenigen Arbeiten, die Bezug auf ihre Umgebung nimmt: „Ring around“ von Paul Wallach. Ich weiß allerdings nicht, ob dieser Kragen dem Baum auf Dauer gut bekommt.

Hier wurden einige der Skulpturen aus älteren Ausstellungen meiner Meinung nach etwas lieblos nebeneinander aufgestellt…

… aber es freut mich, daß mein persönliches Highlight, der Hohlspiegel von Anish Kapoor immer noch zu sehen ist. Leider darf man nicht mehr so nahe rangehen, daß man sehen kann, wie das Spiegelbild umschlägt.

Im Vordergrund der „Arc de Triomphe“ von Rosemarie Trockel ist auch schon länger dabei, die begehbare „GardenGallery“ von Sou Fujimoto kam dieses Jahr dazu.

Die „Garden Gallery“ aus einem anderen Blickwinkel

Mit der neuesten Ausstellung 2011 wurde ein Cafe eröffnet. Der Helikopter auf dem Dach soll für längere Zeit bleiben – „Hoher Besuch“ von Michael Sailstorfer

Der Skulpturenpark und das Cafe sind täglich ab 10.30 Uhr geöffnet, in den Sommermonaten bis 19.00 Uhr, in den Wintermonaten bis 17.00 Uhr. Die Adresse lautet: Elsa-Brandström-Str. 9, 50668 Köln

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Ein Besuch im Schnütgenmuseum für sakrale Kunst am Kölner Neumarkt lieferte mir den Anstoß für diesen Text. In dem seit Oktober neu eröffneten Museum wurde ein sogenanntes Stundenbuch, ein mittelalterliches Gebetbuch komplett eingescannt, so daß man es am Bildschirm durchblättern kann. Erklärungen und Textübersetzungen werden gleich mitgeliefert.
Der mittelalterliche Künstler hat um die Gebetstexte und Heiligenbilder herum etliche Pflanzen und Blumen detailgenau skizziert. Diese Pflanzen passen mit ihrer Symbolik zum jeweiligen Text.

So finden sich hier Lilien (Reinheit und Unschuld), Veilchen (Demut), Immergrün (Tod und/oder ewiges Leben), Akelei (Taube/der heilige Geist), Borretsch und andere blaue Blüten (Maria), Nelke (die Leiden Christi).

Hier wurde ich dann stutzig. Die Nelke war mir bisher, zumindest in der roten Form, als Symbolpflanze der Arbeiter und des 1.Mai geläufig. Ich beschloss, ein wenig zu recherchieren.

Pflanzensymbolik speist sich aus verschiedenen Quellen. Die christliche Religion ist eine davon, ebenso diverse vorchristliche Religionen, die ins Brauchtum eingegangen sind.

Immergrüne Pflanzen wie Efeu und Stechpalme stehen für Tod und Wiedergeburt. Wenn sie dann noch giftig sind wie die Eibe, kommt Hexerei als Bedeutung dazu.

Farbenlehre und Signaturenlehre weisen häufig auf die Bedeutung der Pflanzen hin.

Ein Beispiel ist die hohe Schlüsselblume (Primula elatior). Sie galt als Schlüssel zum Himmelstor (wegen der Form), die Blütenfarbe Gelb symbolisiert hier Heiligkeit.

Hohe Schlüsselblume und Duftveilchen


In anderen Zusammenhängen kann Gelb für Schande und Ausgrenzung stehen.

Die Iris oder Schwertlilie hatte viele Bedeutungen. Die blaue Iris ist ihrer Farbe wegen eine der Symbolpflanzen der Muttergottes. Da es Schwertlilien in vielen Farben gibt, standen sie im antiken Griechenland für die Göttin des Regenbogens. Im Mittelalter galt die Iris wegen der schwertförmigen Blätter als Symbolpflanze des Rittertums, und kam so als Wappenpflanze auf das Banner der französischen Könige.

Iris barbata, dahinter Iris sibirica

Auch Maiglöckchen (Convallaria majalis) wurden früher unter dem Sammelbegriff „Lilie“ einsortiert. Im Englischen findet man sie unter dem Namen „Lily of the Valley“. Mit der Farbe Weiß und ihrem süßen Duft sie steht für Reinheit und Neubeginn im Frühlingsmonat Mai. Die giftigen roten Beeren allerdings bedeuten den Tod.

Selbst die rote Rose steht nicht einfach nur für Liebe und Leidenschaft. Im Christentum steht die Rosenblüte für die Schönheit Marias, die „Rosenkranz“ genannte Gebetskette dagegen für durchaus schmerzhafte Bußübungen.

Keine Rose ohne Stachel...

Wer zu dem Thema weiterlesen möchte, dem sei das Buch „Pflanzengeheimnisse aus alter Zeit“ empfohlen.

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