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Posts Tagged ‘Parasiten’

Gewöhnlich fallen sie erst nach dem Laubfall richtig auf: die kugelrunden, immergrünen Gebilde der Misteln. Wohl wegen ihrer eigenartigen Lebensweise, hoch oben in den Bäumen zwischen Himmel und Erde, ohne erkennbare Wurzel, wurden ihnen von altersher magische Eigenschaften zugeschrieben.

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Wahrscheinlich rührt daher die Tradition, zur Weihnachtszeit Mistelzweige an die Haustür zu hängen. Aber wer denkt dabei schon daran, daß Misteln extrem langsam wachsende Gehölze sind ? Nach dreißig Jahren hat eine Mistelpflanze erst 50 cm Durchmesser erreicht. Die alljährliche Weihnachtsdekoration hat zu einem erheblichen Rückgang der europäischen Mistelbestände geführt.

Mittlerweile stehen Misteln in Deutschland unter Naturschutz. Oft werden sie trotzdem geplündert. Dabei kann man immergrüne Gestecke ebenso schön aus weniger gefährdeten Pflanzen wie Ilex oder Buchsbaum, ganz zu schweigen von Fichten- oder Kiefernzweigen basteln.

Misteln sind keine Parasiten; man könnte sie allenfalls als Halbschmarotzer oder Epiphyten bezeichnen. Ihre Wurzeln dringen in die wasserleitenden Teile des Splintholzes ein und entziehen dem jeweiligen Wirtsbaum Wasser und darin gelöste Nährsalze. Der Baum selbst (meist sind es Pappeln, Apfelbäume, Kiefern oder Tannen) wird dadurch nicht geschädigt.

Die Mistelpflanze ernährt sich, wie die meisten anderen Pflanzen auch, indem im Chlorophyll (Blattgrün) mit Hilfe des Sonnenlichts das Kohlendioxyd aus der Luft in Kohlenhydrate umgewandelt wird.

Auch die Vermehrung der Mistel ist interessant:
Die weißen Beeren enthalten einen klebrigen Schleim, der den Vögeln beim Fressen die Schnäbel verklebt. Beim Versuch, den Schnabel an einem Ast sauber zu reiben, bleibt gelegentlich ein Samenkorn an der Rinde haften. Der wachsende Keimling bildet dann Eiweißstoffe aus, die die Rinde des Baumes an einer Stelle auflösen und es so der jungen Pflanze ermöglichen, Senkwurzeln auszubilden.

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Übrigens: auch wenn Misteln keine nachweislich magischen Eigenschaften haben, werden sie doch häufig mit Erfolg als begleitendes Mittel in der Krebstherapie eingesetzt.

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Zeckentaxi

Im Garten habe ich mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Zecken. Weder bei der Gartenarbeit noch beim gepflegten Faulenzen hat sich hier bisher jemand einen dieser kleinen Blutsauger eingefangen. Trotzdem fand ich unlängst eine fette Zecke auf dem Eßtisch. Igitt !

Die Verantwortliche war schnell ausfindig gemacht: Hausherrin Gwen. Sie weiß genau, daß sie auf dem Tisch nichts zu suchen hat, aber wenn die Dosenöffner nicht da sind, kann man sich ja in erhöhter Ausguckposition mal eben das Viehzeug aus dem Fell putzen.  Wo die Katz nicht drankommt, Hals und Nacken, darf ich dann später mit dem Zeckenhaken operieren. Fünf Stück bereits in dieser Saison. Da Gwen gerne durch die Nachbarschaft streunt, muß sie die Zecken irgenwo aufgesammelt haben.

Hausherrin Gwen (rechts) und Kuschelkatzi Arwen (links)

Die schüchterne Arwen, die sich nicht aus dem Garten heraustraut, hatte im Unterschied zu Gwen erst eine einzige Zecke. Das von Tierärzten ständig empfohlene Antiflohmittel Frontline nützt gegen die Zecken nichts. Außerdem soll dieses Mittel heftige Nebenwirkungen haben. Über ein von Bekannten empfohlenes biologisches Mittel (Bio-Insektal) lachen sich die Blutsauger allenfalls tot – immerhin nebenwirkungsfrei.

So hilft nur regelmäßiges Auskämmen und Zeckenkontrolle bei der Hausherrin. Sie vom Streunen abzuhalten wird mir kaum gelingen.

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