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Archive for September 2012

Gelbe Kirschen

Dieses Jahr war kein Kirschenjahr. Ob es daran lag, daß der Frühsommer so naßkalt war, oder besonders viele gefräßige Vögel unterwegs waren, Von meinen drei Kirschbäumen hab ich nichts, aber auch gar nichts geerntet.

 Gut, die Sauerkirsche im Vorgarten hab ich erst im Frühjahr gepflanzt, da kann man noch nichts erwarten.

Und die alte, große Süßkirsche ganz hinten im Garten scheint sich langsam zu verabschieden. Schon als ich hier einzog, fiel mir auf, daß der Baum ursprünglich mal drei Stämmlinge hatte, von denen einer irgendwann ausgerissen sein muß. In etwa 1 m Höhe ist eine große Wunde zu sehen, von der aus es wahrscheinlich in die Kirsche hineinfault. Jedenfalls hat der Baum eine Menge Totholz und wirft seit August Laub ab. Mittlerweile ist er fast kahl. Ich werde ihn wohl im Winter fällen. Kirschen hatte er letztes Jahr zwar noch einige, war aber so hoch, daß man auch mit langer Leiter und Obstpflücker bewaffnet nur an die untersten Äste rankam.

Kirschbaum Nr.3 ist auch eine Süßkirsche und hat letztes Jahr ordentlich Früchte getragen. Nach Abzug des Amseltributs blieben immerhin zwei Eimer voll übrig. Aber in diesem Sommer war auch hier nichts für uns drin.

Als Ersatz für die alte Kirsche ganz hinten habe ich eine „Dönissens gelbe Knorpelkirsche“ gekauft. Laut Beschreibung eignet sich diese Sorte für sandige Böden (sehr gut), wächst rasch (da habe ich nichts gegen), und die Amseln identifizieren die gelblichen Früchte nicht so schnell als Futter (noch besser !).

Eigentlich ist es noch etwas früh für die Pflanzung von Laubgehölzen. Wurzelnackte Stämme und Ballenware gibt es noch nicht, von den Baumschulen werden diese Pflanzen erst nach dem Laubfall angeboten. Meien Neuerwerbung kam als Topf- bzw. Containerpflanze daher, die man theoretisch auch im Sommer pflanzen könnte (wenn man denn auf den Urlaub verzichtet, um ggf. 3x wöchentlich zu gießen). Jetzt, Ende September,  muß nicht mehr ganz soviel gegossen werden, und das Kirschbäumchen hat noch fast den ganzen Herbst Zeit zum Einwurzeln.  Mit dem Pflanzschnitt warte ich trotzdem bis zum Laubfall. Der Baum zieht Nährstoffe und Chlorophyll aus den Blättern ab und lagert sie im Stamm und den Wurzeln ein. Wenn ich die falsch stehenden Zweige vor dem Laubfall schneiden würde, entziehe ich dem Baum diese Nährstoffe und er wächst im nächsten Jahr schwächer.

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Ja, ganz recht: Auf dem Fort X. Das X steht für die Zahl 10, und das Fort X ist Bestandteil der ehemaligen preußischen Festungsanlagen rund um die Stadt. Nachdem im Jahr 1880 die mittelalterliche Stadtmauer abgerissen wurde, erbaute man stattdessen zwei Festungsgürtel um Köln. Der Innere und der Äußere Grüngürtel ziehen den Radius der Anlagen nach. Einige dieser Festungen sind noch erhalten und können besichtigt werden. So auch das Fort X, auf dessen Dach sich seit etwa 1920 ein kleiner, verblüffend gut gepflegter Rosengarten befindet.

Der Eingang zum Rosengarten vom Park aus, der das Fort umgibt

Der Aufgang hat etwas verwunschenes. Leider sind die Rampen sehr steil und nur bedingt für Rollstuhlfahrer geeignet.

Oben angekommen entdeckt man  knallbunte Rosenbeete

Einzelne Rosen gefallen mir gut….

… aber in der Zusammenstellung sind mir die Farben zu knallig.

Hier sind, im Unterschied zu den meisten Kölner Parks, die Hecken sehr exakt gestutzt. Dahinter befinden sich kleine Sitzecken. Ein ruhige und abgeschiedener Platz zum Pause machen und lesen.

Der Rosengarten ist nur tagsüber und in der Zeit von April bis November geöffnet. Das Fort X befindet sich an der Inneren Kanalstraße zwischen Niehler Straße und Lentpark.

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Bodendecker

Die Natur mag keine leeren Flächen. JedeR GärtnerIn kennt diese Binsenweisheit: Das sauber geharkte Beet ist nach kurzer Zeit wieder mit diversen Wildkräutern bewuchert. Manchen Leuten mag das allwöchentliche Jäten ja Lebensinhalt sein, aber alle anderen sollten sich nach Alternativen umsehen.

Man kann verschiedene Mulchmaterialien zwischen den Pflanzen verteilen (das muß nicht immer der allbekannte Rindenmulch sein) oder man kann die Lücken im Beet mit Bodendeckern bepflanzen und so dem Wildkraut den Platz streitig machen.

Als Bodendecker taugt theoretisch jede Pflanze, die durch flächigen Wuchs oder Ausläuferbildung in die Breite gehen kann. Praktisch will man manche ausläuferbildenden Pflanzen ganz bestimmt nicht im Beet haben (Hahnenfuß und Co….).

Wie bei jeder Pflanzung, sollte man sich auch bei Bodendeckern vorher ein paar Gedanken zur Gartensituation machen: Ist der Standort sonnig, halbschattig oder schattig, der Boden humos, sandig oder lehmig, eher feucht oder eher trocken, stark durchwurzelt oder nicht… Dazu kommt hier noch die Frage, welche Pflanzen sonst noch im Beet stehen. Zwischen Rhododendren sollte man etwas anderes pflanzen als zwischen Prachtstauden, zwischen Rosen nicht dasselbe wie in ein Gräserbeet.

Handelt es sich nur um eine Fläche zwischen Bäumen oder Sträuchern, kann man auch (vorausgesetzt der Boden ist nicht allzu trocken) den altbekannten Efeu setzen. Hier muß man darauf achten, daß die Efeutriebe nicht allzuhoch in die Gehölze einwachsen und das Beet nicht verlassen. Efeu wächst zwar in den ersten Jahren nach der Anpflanzung nur schwach, kann danach aber rasant zulegen. Ein- bis zweimal jährlich schneiden ist Pflicht. Zwischen Stauden sollte man Efeu überhaupt nicht pflanzen, von denen sieht man dann nichts mehr.

Ansonsten empfehlen sich für schattige Stellen weniger aggressive Wucherer. Wer es immergrün haben will, kann das Kleine Immergrün pflanzen (Vinca minor) oder das Dickmännchen (Pachysandra terminalis), wobei man auch hier ein Auge auf unzulässigen Ausbreitungsdrang haben sollte. Das ist grundsätzlich das Problem bei Bodendeckern: die Lücken sollen schnell gefüllt werden, aber mehr bitte nicht. Leider weiß die Pflanze nicht, wann es dem Gärtner als „Genug“ erscheint und wächst einfach weiter. Weniger stark wuchernd im Schatten sind manche Farnarten und  Stauden wie gelbe und rote Elfenblume (Epimedium sulphureum und E. rubrum), verschiedene Storchschnabel-Arten, Kaukasus-Vetgißmeinnicht (Brunnera macrophylla) undundund….

Im sonnigen Bereich ist die Auswahl an Bodendeckern groß. Von Gehölzen als Bodendeckern halte ich nichts. Zwergige  Cotoneaster- und Lonicera-Arten erinnern mich zu sehr an Straßenbegleitgrün, als daß ich sie empfehlen würde. Bodendeckende Rosen können sehr hübsch aussehen, aber wehe, wenn man doch mal zwischen den flach ausgebreiteten bestachelten Zweigen jäten muß ! Das tut weh !

Lieber sollte man auch hier zu Stauden greifen. Eine unvollständige und subjektive Auswahl meinerseits wäre: Kissenastern (Aster dumosus), Mädchenauge (Coreopis verticillata), Katzenminze (Nepeta faassenii), Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides) – wobei auch die ganz schön wuchern kann ! Und auch für die Sonne gibt es verschiedene geeignete Storchschnäbel. Wo es ganz trocken und sonnig ist, sind Fetthennen (Sedum) – Arten möglich, wenn es etwas höher wachsen darf, kann man auch Lavendel als Bodendecker verwenden.

Bei der Pflanzung ist (wie bei jeder Neuanpflanzung) unverzichtbar, daß der Boden vorher einmal wirklich gründlich gejätet wird. Vor allem Wurzelunkräuter sollten restlos entfernt werden. In den ersten ein bis zwei Jahren, bevor die Bodendecker die Fläche schließen, wird noch das eine oder andere Kraut aufkeimen. Danach kann man den Jäterhythmus deutlich reduzieren.

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Schon wieder Gärtnerinnen unterwegs ? Ja, denn die nur alle zehn Jahre in den Niederlanden stattfindende sogenannte Garten-Welt-Expo wollte ich mir nicht entgehen lassen. Der erste Eindruck – ein Tag reicht eigentlich nicht aus, um das ganze Gelände zu erkunden. Muß man aber auch nicht. Wer wirklich gärtnerisch interessiert ist, kann sich Bereiche wie den „World Show Stage“ sparen. hier werden in den Länderpavillons eher landestypische Souvenirs verkauft als daß man was über landestypische Gärten erfährt.

Auch die diversen Unterhaltungsprogramme kann man sich anschauen – muß man aber nicht. Schon gar nicht, wenn man nicht direkt um die Ecke wohnt. Wir haben versucht, uns auf interessante Gartenentwürfe und spannende Pflanzungen zu beschränken. Das war schon schwierig genug. Hier einige Eindrücke, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Rechts im Bild der sogenannte „Dom“, in dem ein 3D-Film über niederländischen Gartenbau vorgeführt wurde. Ich fand das Drumherum spannender.

Das Hochhaus im Hintergrund ist das Eingangsportal zur Floriade. Was nach Oktober diesen Jahres damit passieren soll, weiß ich nicht. Davor erkennt man die Seilbahn, angepriesen als „die größte der Niederlande“ – ok., soviele Berge haben unsere Nachbarn nicht. Für uns war es ein bischen frustrierend, als Abschluß einmal komplett über das Gelände zu schweben und festzustellen, was man alles nicht gesehen hat. Aber die blaue Pflanzung im Vordergrund aus Astern, Katzenminze, Glockenblumen, Zierdisteln und wasweißichnoch war fantastisch – wie ein fein gewebter silbrigblauer Teppich.

Etliche Gartenbaudesigner präsentieren ihre Entwürfe, hier eher verspielt-kindgerecht…

… oder für den modernen Reihenhausgarten mit Stein und Wasser statt Rasen.

Persönlich gefallen mir im Garten Gestaltungselemente, die man relativ einfach nachbauen kann, so z.B. diese Weiterverwendung von Schrott…

… oder diese Mauer als großes Insektenhotel.

Mein persönliches Highlight in Hinblick auf Pflanzenkombinationen waren die großzügig bepflanzten Wälle im hintersten Teilabschnitt des Geländes. Jeder Wall  folgte einem Farbschema:

Blau-Gelb-Weiß…

Rosa-Hellblau…

Rot-Blau…

In diesem Zusammenhang gefallen mir sogar Dahlien, die ich eigentlich nicht leiden kann.

Wer die Floriade noch besuchen mag: Bis 6. Oktober ist geöffnet. Venlo läßt sich von Köln und dem Ruhrgebiet aus gut mit dem Zug erreichen, was ich unbedingt empfehlen würde. 10,- € Parkgebühren zusätzlich zum Eintritt von 25,- €  sind einfach unverschämt.

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In letzter Zeit sehe ich in Baumärkten und eher fragwürdigen Gartencentern immer wieder verblüffend großblumige Alpenveilchen ohne botanischen Artnamen mit dem Etikett „Winterhart“. Wenn man dann genau hinschaut, steht auf dem Etikett ganz klein geschrieben: „Winterhart bis -5 C° „. Na danke schön !

Bei dieser Pflanze handelt es sich um Cyclamen persicum „Patio“, eine neue Sorte der bekannten Zimmer-Alpenveilchen, die wohl etwas mehr Kälte verträgt. -5C° bedeutet in unseren Breitengraden aber noch lange nicht winterhart.

Mehr oder weniger problemlos kann man im Garten drei Alpenveilchen-Arten halten: Das Vorfrühlings-Alpenveilchen Cyclamen coum, was ab Februar/März blüht; das Sommer-Alpenveilchen Cyclamen purpurascens; und das Herbst-Alpenveilchen Cyclamen hederifolium.  Letzteres fängt in meinem Garten gerade an zu blühen:

Nach der Blüte erscheinen dann die schön gezeichneten Blätter, die den Winter über grün bleiben. Das zweite Foto ist leider nicht aus meinem Garten, so dicht stehen die Alpenveilchen bei mir noch nicht. Erste kleine Sämlinge habe ich aber auch schon.

Sowohl das Herbstalpenveilchen als auch das Frühjahrsalpenveilchen ziehen ihre Blätter den Sommer über ein. Beide stammen aus sommertrockenen mediterranen Gegenden. Man kann sie gut in den lichten Gehölzschatten pflanzen, in durchlässigen humosen Boden. Im Sommer darf der Standort trocken sein. Das Sommeralpenveilchen Cyclamen purpurascens braucht dagegen im Sommer mehr Feuchtigkeit.

Vorsicht beim Jäten an diesen Stellen ! Schnell hat man die zarten Triebe, die oben aus den breiten, flachen braunen Knollen herauswachsen, abgerisssen. Es schadet nicht, wenn man im Winter als Schutz vor Kahlfrost etwas Laub drüber häuft – es sind mediterrane Pflanzen. Wenn der Boden zu naß und schwer ist und dann durchfriert, gehen auch die Knollen der Cyclamen hederifolium kaputt.

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