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Posts Tagged ‘Insekten’

Es soll ja immer noch Leute geben, die im Herbst sämtliche Stauden runterschneiden. Damit der Garten im Winter ordentlich aussieht und so. Das sind bestimmt dieselben, die sämtliches Falllaub aus dem Garten rausräumen und im Müll entsorgen. Oder gleich nur immergrüne Gehölze pflanzen, weil die nicht so viel Dreck machen…

OK, ich höre auf zu lästern.

Warum man Stauden erst im März schneiden soll ? Weil die trockenen Stängel Unterschlupf für Insekten bieten. Weil die Vögel die letzten Samen rauspicken. Weil die verwelkten Pflanzen für die im Boden ruhenden Knospen Schutz vor dem Frost sind.  Und wenn das noch nicht genug Argumente sind: Weil es bei Frost und Rauhreif einfach toll aussieht.

mittelbeet

Die Aster „Lady in Black“ sieht aus wie aus Kristallspitze…

ladyinblack

Das Pfeifengras liegt leider schon platt auf dem Boden.

pfeifengras

Die Echinacea-Samen sind noch nicht ganz aufgefuttert, soll mir recht sein. Da die einzelne Staude recht kurzlebig ist, bin ich immer froh über Nachwuchs.

echinacea

Der gewöhnliche Wurmfarn trägt ein glitzerndes Kleid,

wurmfarn

und der Salbei eine Zuckerkruste.

salbei

Mit dem Salbei habe ich ein bischen Pech gehabt. Diese Sorte hier friert im Winter immer ziemlich stark zurück. Im Frühling muß ich ihn auf 20-25 cm schneiden, alles darüber ist abgefroren. Würde ich hier schon im Herbst die Schere ansetzen, wäre die Pflanze im Frühling komplett tot. Das gilt übrigens auch für Lavendel, Rosmarin und andere, ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Gartenbewohner.

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Blüten ? Blüten !

In diesem Monat haben viele Allergiker Freude an der Haselblüte. Genau gesagt an der männlichen Haselblüte, bzw. dem aus ihr entweichendem Pollenstaub. Hatschi !

Hasel gehört, genauso wie die ebenfalls bei Allergikern beliebte Birke, zu den einhäusigen Pflanzen. Einhäusig bedeutet, daß männliche und weibliche Blüten an derselben Pflenze (im selben „Haus“) sitzen.  Die männlichen Blüten“Kätzchen“ fallen auch optisch auf:

haselmännlich

Hasel und Birke werden nicht von Insekten besucht. Die sind so früh im Jahr noch nicht unterwegs.  Bei diesen Pflanzen übernimmt der Wind die Bestäubung, daher die Unmengen an Pollen, die nur nach dem Zufallsprinzip an der richtigen Stelle landen.

Die richtige Stelle wäre dies hier, die weibliche Blüte erkennt man nur bei genauem Hinsehen:

haselweiblich

Es müssen schließlich keine Insekten beeindruckt und mit Nektar gefüttert werden, daher reicht als Blüte dieses kleine rote Ding.

Außer den einhäusigen gibt es auch zweihäusige Pflanzen, hier befinden sich die weiblichen Blüten auf der einen und die männlichen Blüten auf der anderen Pflanze. Bekannte Beispiele hierfür sind Eibe oder Kiwi. Wer im Garten Kiwis ernten möchte sollte daher immer auch eine männliche Pflanze dazu setzen (sofern die Nachbarn keine haben).

Die allermeisten Pflanzen sind zwittrig und werden von Tieren bestäubt. Männliche und weibliche Organe befinden sich in derselben Blüte. Schön erkennt man das an der Mohnblüte hier:

mohn

In der Mitte sitzt der weibliche Blütenstempel, unter dem sich später die Samenkapsel entwickelt. Drumherum befinden sich die Staubblätter mit dem Pollen, und außen die Blütenblätter.  Zwittrige Pflanzen können sich in der Regel nicht selbst befruchten. Der Mohn wird von Insekten besucht, muß daher nicht soviele Pollen bilden, aber den Tieren etwas bieten.

Es gibt auch zwittrige Pflanzen, die vom Wind bestäubt werden, z.B. die Gräser. Hier entstehen wieder große Mengen Pollen, die im Sommer durch die Luft und in gequälte Allergikernasen wehen.

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Wenn zum Jahresende die vermeintlich letzten Blätter im Wind segeln,  bleibt man vor manchen Bäumen verwundert stehen: Hä, wieso ist der noch komplett grün ?

efeuDer Baum (übrigens ein Ahorn, aber das ist nur noch schwer zu erkennen) ist mit Efeu überwuchert.  Und zwar einem ziemlich alten Efeu, der schon in die fruchtende Form übergegangen ist.

Junger Efeu (Hedera helix) dürfte allgemein bekannt sein, mit seinen langen Ranken, den daran sitzenden Haftwurzeln und den fünflappigen immergrünen Blättern klettert  er an Bäumen und Hauswänden empor.

Die fruchtende Altersform sieht ganz anders aus. Die Pflanze bildet von den Ranken waagerecht abstehende Äste aus. Daran sitzen Blüten und Früchte, und auch die Form der Blätter verändert sich. Sie sind jetzt rautenförmig.

efeublätterOben die fruchtende, unten die Jugendform

Fruchtender Efeu hat so seine Tücken. Nicht, daß er den Baum erwürgen würde. Efeu ist keine Schlingpflanze, wie z.B. Blauregen. Efeu klettert, wie schon erwähnt, mit seinen Haftwurzeln. Er entzieht dem Baum dabei  weder Wasser noch Nährstoffe.  Aber der fruchtende Efeu kann sehr schwer werden.  Wenn die Ranken weit nach oben und seitwärts in die Äste des Baumes gewachsen sind, besteht irgendwann erhöhte Bruchgefahr.

Fruchtender Efeu an Hauswänden kann so schwer werden, daß die Pflanze komplett von der Wand abreißt.  Dann hat man einen großen, unansehnlichen Haufen rumliegen, möglicherweise obdachlose Vögel und muß die Wand neu verputzen.

Sowohl an Häusern wie auch an (Garten)Bäumen empfiehlt es sich, fruchtenden Efeu im Winter regelmäßig einzukürzen. Ganz entfernen sollte man ihn nicht. Die Efeublüte ist eine der letzten im Jahr, im Oktober oder sogar noch November bietet sie Nahrung für allerlei Insekten.  Die Früchte reifen erst im folgenden Frühjahr. Sie sind (wie der Rest der Pflanze) für Menschen schwach giftig. In den waagerechten Ästen finden Vögel Schutz und Nistplätze.  Und schließlich ist Efeu in dieser Form und Größe ein echter Hingucker.

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Geht doch !

So ganz zaghaft wird es wärmer. Ostermontag hatten wir mit einigen Freunden (und einer zusätzlich aufgestellten Feuerschale) schon ganz tapfer angegrillt. Heute stiegen die Temperaturen zum ersten Mal seit gut einem Monat über 10 Grad. Tagsüber. Nachts friert es immer noch, aber damit soll ja auch bald Schluss sein.

Wenn ich mich im Garten umschaue, sieht es  fast noch genauso aus wie Anfang März. Erfreulicherweise haben all die Frühjahrsblüher, denen ich im vorletzten Post ein virtuelles Denkmal gesetzt habe, überlebt. Sogar die Lenzrosen, denen ich das allnächtliche Einfrieren und allmorgendliche Auftauen am wenigsten zugetraut hätte.  Einige Blüten sind sogar dazugekommen.

lungenkraut

Das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) mit seinen zweifarbigen Blüten: erst erscheinen sie rosa, sobald die Blüten von einem Insekt bestäubt worden sind, verfärben sie sich lila. Und Insekten waren heute endlich wieder unterwegs. Sogar drei Schmetterlinge habe ich gesehen: einen Zitronenfalter, ein Tagpfauenauge und einen Distelfalter. Die waren für meine Kamera leider zu schnell wieder weg.

iris

Die kleine blaue Iris spuria ist die letze Überlebende von mindestens einem Dutzend Zwiebeln, die ich im vorletzten Herbst gepflanzt hatte…

buschwindröschen

Nicht nur die Buschwindröschen (Anemone nemorosa) blühen …

gelb

… sondern auch die gelben Windröschen (Anemone ranunculoides) im Vordergrund und das Scharbockskraut (Ranunulus ficaria) im Hintergrund.

schneeglanz

Der Schneeglanz oder Schneestolz (Chionodoxa forbesii) wuchs früher flächendeckend im Nachbargarten. Nachdem die neuen Nachbarn ausgerechnet diese Fläche zum Gemüsebeet erklärt und umgegraben hatten, blieb davon nicht viel übrig. Zum Glück haben sich einige Exemplare in meinen Garten gerettet und breiten sich jetzt langsam aber sicher aus.

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Pilzpleite

Das war´s dann wohl mit meiner Austernpilzzucht auf Holzstämmen. Zwei Jahre konnte ich, wenn auch sparsam, ernten. Diesen Herbst über tat sich gar nix, nach unserem Urlaub Ende November zeigten sich dann Pilze: nur leider die falschen.

baumpilze1

Wenn mich mein Pilzbuch nicht täuscht, handelt es sich hierbei um ein Exemplar der Gattung Porlinge, und ist garantiert nicht eßbar.

baumpilze2

Ebensowenig wie dieser hier. Ausge“sät“ habe ich die nicht. Aber es gibt einige dieser Porlinge an absterbenden oder abgestorbenen Bäumen in meinem Garten. Das Mycel ist, scheint´s wüchsiger als das Austernpilzmycel.

Und die Stämme wandern auf den Totholzstapel. Untendrunter wohnt der Igel. Deswegen und auch wegen der vielen Insekten hat Totholz, ob gestapelt oder als abgestorbener Baum, bei mir Bleiberecht. Ich hoffe immer noch darauf, daß sich in der toten Kirsche hinten im Garten mal Hornissen einquartieren. Im letzten Frühsommer wurde sie einige Male von Kundschafterinnen umbrummt, aber nicht besiedelt.

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Tatsächlich, über einen Monat habe ich hier nichts mehr geschrieben. Peiinlich, peinlich…  Erst Urlaub, dann viel Arbeit und dann einfach geschludert.

Immerhin habe ich meinen Garten winterfertig machen können. Im Unterschied zu penibleren Gärtnern beschränkt sich das „fertigmachen“ bei mir auf ein letztes Mal Beete krauten, Laub von der Wiese rechen und auf den Beeten verteilen.  Was heißt „nur“ ? Bei zwei Süßkirschen, drei (großen !) Feldahornen, Buche und Birke des Nachbarn zur Rechten und Pappeln zur Linken kommt da einiges zusammen.  Das Laub schützt das Bodenleben und empfindlichere Pflanzen, hoffentlich kompostiert es an milderen Tagen auch ein wenig.

Sowas wie Rosen kurz schneiden, Obstbaumschnitt, Staudenbeete blank harken und vertrocknete Stauden abschneiden mache ich nicht vor dem Winter. Gestern erst hatte ich ein Gespräch darüber mit einer frischgebackenen Kleingartenbesitzerin. Die Obstbäume in ihrem Garten hatten jede Menge Wasserschosse. Genau die entstehen, wenn man die Bäume im Winter schneidet, da die in Stamm und Wurzeln eingelagerten Speicherstoffe im nächsten Jahr für rasantes Längenwachstum sorgen – leider nicht für den Ansatz von Blüten und Früchten. Ein Sommerschnitt bremst das Längenwachstum.

In den trockenen Staudenstängeln überwintern eine Menge Insekten, deswegen sollten diese bis zum beginnenden Frühling stehenbleiben.  Außerdem bieten sie Schutz vor Kahlfrösten.

Mehr Arbeit steht dann Ende Februar/Anfang März an: Staudenstängel, Rosen und Lavendel schneiden und die Laubdecke von den Beeten räumen.  Aber bis dahin ist ja noch ein bischen Zeit.

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Leimringe sind fällig

Heute morgen mußte ich zum ersten Mal in diesem Herbst Eis von der Windschutzscheibe kratzen. Und habe dabei gleich einen eiskalten Schreck bekommen: die Leimringe ! Nach der Arbeit habe ich sofort welche angebracht. Hoffentlich noch nicht zu spät.

Ab dem ersten Frost kriechen nämlich die flügellosen Weibchen des Kleinen Frostspanners an den Bäumen hoch, um ihre Eier an den Knospen fürs nächste Jahr abzulegen. Aus den Eiern schlüpfen im Frühling die bekannten kleinen grünen Räupchen, die mit großem Appetit und noch größerer Geschwindigkeit das Laub vertilgen. Übrigens nicht nur an Obstbäumen. Bei mir im Garten fressen sie bevorzugt die Rosa „New Dawn“ kahl.

Um all diese Dramen zu vermeiden, sollte man vor dem ersten Frost die Baumstämme (und ggf. auch die Stützpfähle der Bäume) mit den handelsüblichen Leimringen umwickeln. Wichtig ist, daß die Ringe eng am Stamm anliegen, am besten wickelt man oben und unten noch jeweils einen Draht drum.

Im Frühling sollte man die Leimringe wieder entfernen (den Draht auch !), und den Stamm mit einer Bürste abreiben. Möglicherweise hat die eine oder andere Frostspannerin ihre Eier unter dem Leimring deponiert. Danach kann man dann Wellpappe-Streifen um die Obstbäume oder zumindest die Apfelbäume legen, um den Apfelwickler-Larven ihren Weg nach oben zu erschweren.

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