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Archive for Mai 2011

Wenn dieser Sommer so trocken und warm wie der Frühling  wird, ist richtige Bewässerung und richtiges Gießen im Garten wichtiger denn je. Viele Gartenbesitzer hängen immer noch dem weitverbreiteten Irrtum an, es müsse jeden Abend gewässert werden. Das schadet mehr als es nützt, denn so wird nur die oberste Bodenschicht durchfeuchtet, die Pflanzen bleiben mit ihren Wurzeln an der Oberfläche und welken schnell, sobald diese Schicht einmal austrocknet.

Besser wässert man nur 2 – 3 mal die Woche, dann aber gründlich. 20 Liter pro Quadratmeter sollten es schon sein. Dadurch zwingt man die Pflanzen, mit ihren Wurzeln in die Tiefe zu gehen. Falls der Boden schon so ausgetrocknet ist, daß er das Wasser nicht aufnimmt, kann man vorher die oberste Bodenschicht leicht auflockern.

Nicht alle Pflanzen benötigen gleich viel Wasser. Bäume, große, gut eingewurzelte Sträucher und Rosen ebenso wie alle Pflanzen mediterraner Herkunft können eine ganze Weile Trockenheit ertragen. Gemüsebeete und Prachtstaudenbeete sind empfindlicher. Beete gießt man am besten mit der Gießkanne oder einem Gartenschlauch mit Sprühaufsatz. So kann man das Wasser gezielt an die Pflanzenwurzeln bringen.

Rasen benötigt ebenfalls viel Wasser, wenn er saftig grün bleiben soll. Hierfür kann man gut einen Schwenkregner verwenden.  Bei Trockenheit sollte man den Rasen lieber nicht so kurz mähen. Je kürzer die Grashalme, desto schneller trocknet der Boden aus. Wirklich nötig ist Bewässern nur bei frisch angelegtem Rasen. In meinem Garten lasse ich das Gras gelb werden, es erholt sich schon, wenn es wieder regnet.

Der ideale Zeitpunkt fürs Wässern ist frühmorgens. Die Pflanzen können tagsüber abtrocknen und werden weniger anfällig für Pilzkrankheiten. Abends Wässern geht auch (ist ohnehin praktischer für Berufstätige), man lockt damit allerdings Schnecken aus ihren Verstecken.
Schnecken lieben feuchten, abendkühlen Boden. Ca. eine halbe Stunde nach dem Wässern kann man sie gut absammeln und entsorgen (nicht in Nachbars Garten !).

Hier noch einige Tipps:

 Nicht in der prallen Sonne wässern. Viel Wasser verdunstet unnötig und es kann Brandflecken auf den Blättern geben.

 Nach dem Wässern den Boden hacken verhindert rasche Verdunstung. Ähnliche Wirkung hat auch eine Mulchschicht

Unter Bäumen, insbesondere Nadelbäumen, mehr und im Zweifelsfall auch häufiger wässern als im restlichen Garten. Die Baumwurzeln ziehen viel Wasser weg

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Es gbt in Köln keine Wildvorkommen von Rhododendron. Obwohl, wenn man jetzt im Mai den Kalkweg zwischen Dünnwald und Dellbrück langfährt, könnte man ins Stutzen kommen. Am Rand des Kiefernforsts wachsen, nein wuchern bis zu 6 m hohe Rhododendren in lila, rosa und vereinzelt auch gelb und weiß.

Die riesigen alten Büsche sind weit über 40 Jahre alt. Wer sie wann hier angepflanzt hat, weiß ich nicht. In der Nähe, neben dem Dünnwalder Wildpark, gibt es ein Arboretum aus den 1960er Jahren. Gut möglich, daß die Rhodos aus derselben Zeit stammen.

Sie wachsen hier auf Sandboden, komplett ohne Düngung, Bewässerung und Pflege.  Die rechtsrheinische  Heideterrasse,  auf der in Köln die Stadtteile Rath-Heumar, Brück, Dellbrück, Dünnwald und natürlich die Wahner Heide  liegen, besteht aus magerem, saurem Sandboden. Genau das mögen Rhododendren, solange es genug Wasser gibt.  Wahrscheinlich sind diese riesigen Gewächse in den ersten Jahren nach der Pflanzung noch gegossen worden und haben jetzt genug Wurzelwerk ausgebildet, um sich selbst zu versorgen.

Rhododendron im Garten ist gewöhnlich ein Dauerpflegefall. Wenn der Boden eher lehmig und der ph-Wert nahe am Neutralen liegt, muß man umfangreiche Vorarbeiten für Rhododendronpflanzungen treffen. Der Boden muß drainiert werden, man muß jede Menge torfhaltiges Substrat einbringen und nicht zuletzt mit dem richtigen, nämlich saurem Rhododendrondünger düngen.

Ökologisch ist das eine fragwürdige Angelegenheit. Meiner Meinung nach sollte man die Pflanzen passend zu den Gegebenheiten im Garten auswählen, und nicht versuchen, den Garten den Pflanzen anzupassen. Ohnehin torfhaltiges Substrat: Nicht nur in Rhododendronerde, in fast jedem Sack Pflanzenerde ist ein mehr oder weniger hoher Torfanteil enthalten.

In Deutschland stehen inzwischen die meisten Hochmoore unter Naturschutz und dürfen nicht mehr abgetorft werden. Für den immensen Bedarf der Gärtner hierzulande bezieht man dann Torf aus Weißrussland, Russland oder den baltischen Ländern, wo man es mit dem Naturschutz nicht so genau nimmt. Eine Lösung ist das nicht.

Es gibt mittlerweile Pflanzerden auf Kompostbasis oder Kokosfaserbasis. Allerdings muß man danach suchen und ggf. im örtlichen Gartencenter ein bischen nerven. Weiteres zum Thema „Torffreies Gärtnern“ findet man hier: www.bund.net/torf

Ich selbst habe übrigens drei Rhododendren im Garten. Die waren aber schon vor mir da und wachsen auf dem sauren Dellbrücker Sandboden prima, sofern sie ab und zu eine Gießkanne Wasser bekommen.

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Allerlei Iris

Die Iris oder Schwertlilie hat ihren Namen von der griechischen Göttin des Regenbogens. Nicht ohne Grund, denn ebenso vielfarbig kommen die meist üppigen Irisblüten daher.  Im Garten am häufigsten anzutreffen sind sicher die hohen Bart-Iris (Iris barbata). Sie brauchen einen humosen, durchlässigen, sonnigen Standort. Einige davon habe ich im Hochbeet vor der Terrasse.

Von der weißen Iris links weiß ich sogar den Sortennamen : White Cliffs of Dover

Iris haben sechs Blütenblätter, drei stehen hoch und bilden den sogenannten Dom, drei sind Hängeblätter. Dom und Hängeblätter sind bei den Bart-Iris häufig unterschiedlich gefärbt, wie bei der blauen Blüte im Vordergrund.  Es gibt unzählige Sorten Bart-Iris.

Weniger bekannt sind einige alte Sorten, typische Bauerngartenpflanzen wie hier die Bunte Iris (Iris variegata)

oder die gelbe Iris (Iris flavescens)

Mein persönlicher Favorit in diesem Jahr ist die Pflaumen-Iris (Iris graminea). Optisch macht sie nicht viel her, die Blüte ist recht klein und steht unter dem grasartigen Laub. Aber sie duftet tatsächlich intensiv nach Pflaumen.

In den Vorgarten habe ich die dunkelblaue Wieseniris gepflanzt (Iris sibirica). Ich weiß noch nicht, ob sie sich dort hält, da die Wieseniris feuchten oder zumindest frischen Boden braucht. In meinem früheren Garten war der Boden sehr lehmig und hat die Feuchtigkeit gut gehalten. Daher stammt auch dieses Foto mit üppigen Wieseniris:

Hinten Iris sibirica, im Vordergrund die Holunder-Iris (Iris sambucina)

Da in meinem jetzigen Garten der Boden sehr sandig ist, habe ich mir die leuchtendgelbe Sumpf-Iris (Iris pseudacorus)  verkniffen. Sie steht am liebsten mit den Füßen ganzjährig im Wasser. Man findet sie recht häufig wild an naturbelassenen Teichen und Bachrändern.

Auch die blassblaue Iris pallida (den deutschen Namen weiß ich nicht) werde ich nicht noch einmal pflanzen. sie wächst zwar so ziemlich überall, macht sich aber in kurzer Zeit extrem breit.

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Zeckentaxi

Im Garten habe ich mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Zecken. Weder bei der Gartenarbeit noch beim gepflegten Faulenzen hat sich hier bisher jemand einen dieser kleinen Blutsauger eingefangen. Trotzdem fand ich unlängst eine fette Zecke auf dem Eßtisch. Igitt !

Die Verantwortliche war schnell ausfindig gemacht: Hausherrin Gwen. Sie weiß genau, daß sie auf dem Tisch nichts zu suchen hat, aber wenn die Dosenöffner nicht da sind, kann man sich ja in erhöhter Ausguckposition mal eben das Viehzeug aus dem Fell putzen.  Wo die Katz nicht drankommt, Hals und Nacken, darf ich dann später mit dem Zeckenhaken operieren. Fünf Stück bereits in dieser Saison. Da Gwen gerne durch die Nachbarschaft streunt, muß sie die Zecken irgenwo aufgesammelt haben.

Hausherrin Gwen (rechts) und Kuschelkatzi Arwen (links)

Die schüchterne Arwen, die sich nicht aus dem Garten heraustraut, hatte im Unterschied zu Gwen erst eine einzige Zecke. Das von Tierärzten ständig empfohlene Antiflohmittel Frontline nützt gegen die Zecken nichts. Außerdem soll dieses Mittel heftige Nebenwirkungen haben. Über ein von Bekannten empfohlenes biologisches Mittel (Bio-Insektal) lachen sich die Blutsauger allenfalls tot – immerhin nebenwirkungsfrei.

So hilft nur regelmäßiges Auskämmen und Zeckenkontrolle bei der Hausherrin. Sie vom Streunen abzuhalten wird mir kaum gelingen.

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In meinem 30 m² großen Vorgarten stand ursprünglich nur eine große Blaufichte und eine kümmerliche Ligusterhecke. Der Boden war sandig und trocken wie im ganzen Garten und unter der Fichte wuchs – wie bei Fichten so üblich – so gut wie gar nichts. Deswegen wurde hier die Säge angesetzt. Damit der Stumpf möglichst schnell vermodert, habe ich ihn kreuzweise eingesägt und Erde in die Sägeschlitze gestopft.

Vorgarten ohne Fichte - Tabula rasa

Danach ließ ich mir eine große Fuhre lehmige Komposterde anliefern und habe sie verteilt. Um den entstandenen Höhenunterschied zu den Kellerfenstern abzufangen, baute ich eine kleine Trockenmauer.

Dann wurde gepflanzt. Die Himmelsrichtung ist Nordwest, aber abends und im Sommer hat der Vorgarten 3-5 Stunden Sonne. Das reicht für eine Eberesche, einige Rosen und eine Pfingstrose.

Der Rest der Bepflanzung ist schattenverträglich. Zwei Buchskreise, einer um die Eberesche und einer begrenzt Kaukasusvergißmeinicht und das weiße Tränende Herz. Als Bodendecker habe ich verschiedene Storchschnäbel, Rotlaubigen Günsel (Ajuga reptans Atropurpurea)und Immergrün (Vinca minor) gesetzt. Das Immergrün mickert noch etwas, alles andere hat sich prächtig entwickelt.

Blick aus dem 1.Stock

 Die häßlichen Waschbetonplatten habe ich durch eine Natursteinpflasterung ersetzt, ebenso wie die Trockenmauer aus Grauwacke, eine Gesteinsart, die man auf kurzem Weg aus dem Bergischen Land beziehen kann.

Das Ganze habe ich noch mit einigen Blumenzwiebeln und Wildstauden wie Akelei, Malve und Margerite ergänzt. Mittlerweile, nach 2,5 jahren, ist mein Vorgarten ein idyllisches Fleckchen geworden, in dem man die Abendsonne auf der Bank genießen und mit den Nachbarn schwätzen kann.

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