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Archive for Juni 2015

Heute war wieder einer der Arbeitseinsätze im Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide. Während wir im Winter dort hauptsächlich Bäume, vor allem die invasive Traubenkirsche, fällen, steht im Sommer die Auseinandersetzung mit einem anderen Neophyten, dem japanischen Staudenknöterich, im Vordergrund.

staudenknöterich2

In der Literatur heißt es, Staudenknöterich wächst vor allem an feuchten Stellen. Mag sein, er breitet sich aber auch problemlos in der Dellbrücker Heide aus. Die Staude wächst flächendeckend, kann bis zu 3 m hochwerden und die Wurzeln sollen bis zu 2 m in die Erde reichen. In einem geschlossenen Knöterichbestand wächst nichts anderes mehr, die Pflanzen verdrängen sämtliche Konkurrenz.

Ausgraben kann man ihn nicht, es bleiben immer Wurzeln zurück. In der Heide versuchen wir, die Pflanze auszuhungern. D.h. mehrfach im Jahr, drei-, noch besser viermal werden die Triebe abgerissen. Die Rhizome bleiben im Boden und schicken einen neuen Trieb nach oben. Der wird wieder entfernt und so weiter. Irgendwann wird das Rhizom nicht mehr genügend mit den Photosyntheseprodukten (Zucker und Stärke) versorgt und gibt – hoffentlich – auf. Gewisse Erfolge erkennen wir daran, daß an den Stellen, wo der Knöterich schon im letzten Jahr gerupft wurde, nur noch mickrige Neutriebe wachsen.

Ähnlich lästig wie der japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) ist der Sachalin-Staudenknöterich (Fallopia sachalinense). Er unterscheidet sich von dem ersteren durch die größeren, bis zu 25 cm langen Blätter.

Angeblich gibt es auch nicht wuchernde hohe Staudenknöteriche. In einer Gartenzeitschrift fand ich die Art Polygonum polystache erwähnt, die ebenfalls hoch wird und weiß blüht und angeblich nicht wuchert.  Ich wäre da mißtrauisch.  Wer eine hohe, weiß blühende anspruchslose Staude im Garten haben will, könnte es im Schatten mit Waldgeißbart (Aruncus dioicus), oder an halbschattigen Stellen mit der Spierstaude (Filipendula camschactica) versuchen.

Was man sich bedenkenlos in den Garten holen kann, sind die niedrigen Staudenknöteriche. Das sind recht anspruchslose, meist rosa blühende Flächendecker.

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In den Gärtnereien bekommt man meist die Art Bistorta affine.

Übrigens ist die botanische Nomenklatur bei Knöterich enorm verzwickt. früher hießen alle Knöteriche, vom Kletterknöterich über die Stauden- und Wiesenknöteriche schlicht Polygonum.

Dann haben sich die Botaniker der Sache angenommen und die Knöteriche mehrfach umbenannt. Die hohen Staudenknöteriche  hießen zwischendurch mal Reynoutria und heißen jetzt Fallopia.

Die niedrigen Knöteriche heißen meines Wissens zur Zeit Bistorta, hießen auch schon mal Persicaria, das kann sich aber auch wieder ändern.

Der wuchernde Schlingknöterich (bitte nicht an die Hauswand pflanzen!) gehört ebenfalls zur Gattung Fallopia, mit dem Artnamen aubertii.

Ich für mein Teil habe bei dieser Hin- und Herbenennerei resigniert und gebe jetzt einfach die Artnamen so wieder, wie sie in den Katalogen der Gärtnereien stehen. Bis auf den japanischen Staudenknöterich natürlich, ich hoffe doch, daß niemand so wahnsinnig ist, das Zeug zu verkaufen.

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Das lange sonnige Wochenende ist (fast) vorbei, die Wiese gemäht, die Stauden hochgebunden und das Ganze gut gewässert. Was war das am Freitag heiß ! Nichtsdestotrotz gehören Mai und Juni zu den schönsten Monaten zumindest in meinem Garten.

irisverblüht

Im großen Sonnenbeet sind die Iris schon verblüht, dafür fängt die Blüte der gelben Kletterrose „Christine Helene“ an. Das ist eine relativ neue Züchtung, eine vergleichsweise klein bleibende Ramblerrose mit einer sehr langen Blütezeit. Sie paßt gut zu dem orangen Sonnenröschen und dem Blaulilanen Storchschnabel „Philippe Valpelle“.

großesbeet2

Das große Seitenbeet ist nicht ganz so sonnig, hier halten die Irisblüten etwas länger. Die violetten Iris sambucina rechts habe ich mit der violetten Königskerze (Verbascum phoenicium) kombiniert. Die Königskerzen muß man aufbinden, da sie leicht umkippen.

Das niedrige rosa blühende Etwas daneben ist ein Mittelmeergewächs, eine Zistrose. Die meisten Zistrosen sind bei uns nicht winterhart. Diese hier macht eine Ausnahme. Ich habe sie von einer Pflanzentauschbörse mitgebracht, und wie leider so oft bei eingetauschten Pflanzen, wußte niemand den genauen Namen.

Die dunkelblaue Staude dahinter ist ein Ehrenpreis, Veronica teucrium „Knallblau“. Der Name paßt wie die Faust aufs Auge, wenige Blüten zeigen so ein sattes Blau. Im Hintergrund erkennt man noch rosa Mohn (Papaver orientale „Karina“) und die leider etwas empfindliche Rosa „Gartenträume“.

weißrosa

Hier sieht man die „Gartenträume“ in der rechten Ecke etwas besser. Im Spätsommer steht sie fast ohne Laub da, weil sie fast alles kriegt, was Rosen so kriegen können: Rosenrost, Sternrußtau und natürlich Läuse. Wobei die Läuse hier recht schnell wieder verschwinden, es gibt genug Vögel und andere Insekten, die sie fressen. Pestizideinsatz ist nicht nötig.  Jedes Jahr überlege ich, ob ich diese Rose rauswerfen soll, und jedes Jahr entscheide ich mich dagegen. Die Blüten sind einfach schön und duften umwerfend.

Hinter der weißen Iris „Cliffs of Dover“ wachsen zwei verschiedene Storchschnäbel: das niedrige Geranium sanguineum „Striatum“ und das hohe knallpinke Geranium psilostemon mit dem dunklen Auge.

irisvariegata

Die Iris variegata ist eine alte Bauerngartenpflanze und wächst auf der Grenze zwischen dem vorderen, sonnigen Gartenteil und dem hinteren schattigeren Bereich. Die blassrosa Pünktchen im Hintergrund gehören zu dem Knotenstorchschnabel (Geranium nodosum). Diese Staude verträgt Schatten und Trockenheit, ist also eigentlich ideal für Problemstandorte. Dummerweise versamt er sich intensiv und muß ebenso intensiv an den Stellen, wo man ihn nicht haben will, weggejätet werden.

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