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Archive for März 2015

Kleine Wilde

Trotz Sturm, Regen und eher bescheidenen Temperaturen: der Frühling läßt sich nicht aufhalten. Durch meinen Garten streunen allerlei frühblühende Pflänzchen. Einige gelten „ordentlichen“ Gartenbesitzern als Unkraut, wie das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

scharbockskraut

Die Blätter treiben in milden Wintern schon im Januar aus. Sie enthalten viel Vitamin C, und wurden früher gegen die Vitaminmangelkrankheit Skorbut gegessen. Sobald allerdings die kleinen gelben Blütensonnen aufgehen, sollte man die Pflanze nicht mehr essen. Sie enthält dann zuviel Oxalsäure.

Auch das allbekannte Buschwindröschen (Anemone nemorosa) wächst bei mir wild. Eigentlich nicht der ideale Standort, kommt es doch typischerweise in feucht-kühlen Buchenwäldern mit humusreichem Boden vor, und nicht hier im eher mageren Heideboden.

buschwindröschen

Den Buschwindröschen ist das scheinbar egal. Sie verbreiten sich von ihrem ursprünglichen Standort unter der Hecke langsam, aber sicher über den gesamten schattigen Teil des Gartens.

Ihre nahen Verwandten, die Gelben Windröschen (Anemone ranunculoides) habe ich von einer Bekannten geschenkt bekommen.

gelbeswindröschen

Sie stehen unter Naturschutz und dürfen nicht einfach ausgegraben werden.

Ein weiterer allbekannter Frühlingsblüher ist das Duftveilchen (Viola odorata).

viola

Man kann die Blüten kandieren und als Dekoration für Süßspeisen verwenden.

Der Schneestolz oder Schneeglanz (Chionodoxa luciliae) stammt ursprünglich aus der Türkei. Die Nachbarn hatten vor etlichen Jahren mal welche angepflanzt und mittlerweile verbreiten sie sich auch bei mir.

chionodoxa

Das einheimische, gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) ist geschützt und kaum im Handel zu bekommen. In den Garten habe ich mir Pulmonaria saccharata gepflanzt, es sieht fast genauso aus und verträgt etwas mehr Trockenheit.

pulmonaria

Bei beiden Lungenkräutern wechseln die Blüten die Farbe: Wenn sie noch nicht bestäubt sind, blühen sie rosa, nach der Bestäubung schlägt die Farbe ins Violette um. So wissen die Insekten, wo sie noch hin müssen.

Die hohe Schlüsselblume (Primula elatior) blüht manchmal schon im Spätherbst.

primulaelatior

Diese hier habe ich vor einigen Jahren gepflanzt, ohne große Hoffnung auf Verbreitung, da die hohen Schlüsselblumen feuchtere Plätze lieben. Aber dieses Frühjahr habe ich den ersten Sämling gefunden !

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Rasen im Frühjahr

Tja, Rasen und Rasenpflege… das ist so eine Sache. Ökologisch wertvoll ist der klassische Scherrasen nicht gerade. Was regelmäßig kurz gemäht, gedüngt und womöglich noch mit Unkrautvernichtungsmitteln behandelt wird, bietet weder Insekten noch allzuvielen Vögeln Nahrung. Allenfalls die Amseln ziehen den einen oder anderen Regenwurm raus.

100%ige Ökos haben deswegen gar keinen Rasen im Garten, sondern eine hochwachsende Wildwiese. Dazu gehöre ich nachweislich nicht, denn ich habe zumindest eine regelmäßig kurzgemähte Grasfläche. Echte Liebhaber des englischen Rasens würden allerdings dem Zeug, was da bei mir wächst, den Titel Rasen nicht zuerkennen wollen.

Denn in meinem Garten habe ich den sogenannten Rasen bis auf gelegentliches Mähen ignoriert. Er füllt eher die Lücken zwischen den diversen Stauden- und dem Gemüsebeet aus. Als grüne Einfassung und ruhiger Hintergrund für die bunte Pracht im späteren Frühjahr und Sommer macht das in meinen Augen durchaus Sinn.

Letztes Jahr dann hat das Moos angefangen, mir auf die Nerven zu gehen. Mittlerweile ist es so dick, daß die Grashalme und auch die Krokusse und Schneeglöckchen Mühe hatten, durch die dicke, verfilzte Schicht zu kommen.

Moos im Rasen kann mehrere Gründe haben: Zu schattig ( Gegebenenfalls was anderes, z.B. schattenliebende Bodendecker pflanzen. Selbst der sogenannte Schattenrasen braucht wenigstens den halben Tag Sonne); zu stark verdichteter Boden (auflockern und reichlich Sand einarbeiten); zu naß (ebenfalls Sand einarbeiten); zu sauer.

Letzteres ist bei mir der Fall. Dagegen hilft Gartenkalk. Aber vorher muß das Moos raus. Moosvernichter hilft niemandem, außer denen, die es verkaufen. Denn auch wenn das Moos abstirbt, muß es entfernt werden. Bei sehr kleinen Flächen kann man es mit dem Rechen rauskratzen (sehr anstrengend !) oder, die rückenschonendere Variante, man geht mit dem Vertikutierer drüber. Das habe ich dieses Wochenende gemacht, und dabei stolze fünf große Säcke Moos rausgeholt. Auf den Kompost sollte man das Zeug nicht werfen, es zersetzt sich nur sehr langsam und blockiert den Komposthaufen für mehrere Jahre.  Entweder man stopft das Zeug in die Biotonne (sofern vorhanden) oder gibt es der Stadt bei der nächsten Grünschnittabfuhr mit.

Nach der ganzen Arbeit wird der Rasen gekalkt, damit das Moos nicht sofort wieder nachwächst, und am besten auch gedüngt. Dann hat das Gras einen gewissen Wachstumsvorsprung vor dem Moos.

Übeigens: man braucht im Garten (außer dem selbst hergestellten Kompost natürlich) nur zwei bis drei Sorten Dünger: Rasendünger, der ist stickstoffbetont und sorgt vor allem für rasches massenwachstum, und für alles andere einen ausgeglichenen Allzweckdünger.  Beides als organischer Dünger, da sich dieser nur langsam zersetzt und man damit weder den Garten überdüngt noch allzuviel Nitrat ins Grundwasser gelangt.

Wer säurebetonte Pflanzen wie Rhododendren, Azaleen, Hortensien, Blaubeeren, Heidekraut etc. hat, sollte dazu noch speziellen Rhododendrondünger kaufen. Alle anderen Düngersorten (Rosen-, Beeren-, Tannen-, Gemüse-, Kräuter-  und weas weiß ich noch für Dünger) sind komplett überflüssig.

 

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