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Archive for Februar 2012

Erde backen

Langsam wird es Zeit für die ersten Frühjahrsaussaaten. Gestern habe ich einen großen Eimer allerfeinster Maulwurfshaufenerde (die ist so schön feinkrümelig) in mehreren Portionen in den Backofen geschoben und sterilisiert. Im letzten Jahr hatte ich nämlich in einigen dieser praktischen Aussaatkistchen allerlei aus den Kompost gekeimtes. Meine Kompostmiete ist leider nicht groß und heiß genug, als daß sämtliche Wildkrautsamen kaputtgehen würden.

In die Kistchen habe ich an Eßbarem erstmal Mangold, Porree, Knollenfenchel, Zitronengras und dann doch wieder Tomaten gesät. Eigentlich wollte ich das mit den Tomaten nach der Pleite im letzten Jahr bleiben lassen. Aber auf der Saatguttauschbörse letzten Monat gab es so ulkige Tomatensorten wie „De Berao“, die angeblich braunfäuleresistent sein soll, oder „Green Sausage“ die angeblich genauso aussieht wie sie heißt… Naja, ich konnte nicht widerstehen.

An Ziergewächsen ziehe ich weiße Echinacea, Knautie, Muskatellersalbei und Wachsglockenblume vor. Ob die Wachsglocke den trockenen Sandboden überlebt ? Versuch macht kluch.

Morgen will ich dann das Gemüsebeet in Ordnung bringen und Spinat, Rübstiel und Frühmöhren aussäen. Untem Vlies, versteht sich. Ich bin noch etwas skeptisch, auch wenn die Wetterfrösche vom Winterende reden.

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Ich hoffe, daß es das für diesen Winter war mit dem Frost. Andere Orte in D hat es schlimmer getroffen. Hier hatten wir etwa 2 Wochen Dauerfrost, meistens sonnig, kein Schnee, maximale Tiefstwerte etwa -17 C°.
Die verschüchterten Schneeglöckchen und Nieswurzen richten sich wieder auf. Ob die Lenzrosen blühen wollen ist noch nicht abzusehen. Der Mittelmeerschneeball (Viburnum tinus), um den ich mir die meisten Sorgen gemacht habe, hat überlebt. Diverse andere Zwiebelpflanzen (Narzissen, Tulpen, Muscari, Camassia…) wirken an den Blattspitzen etwas gebräunt.
Im Gemüsebeet sieht es trauriger aus. Spinat und Winterpostelein ist hin. Der zweiijährige Brokkoli sieht trotz Vlies lädiert aus, aber vielleicht wird das nochmal was. Nur der Feldsalat sieht völlig ungerührt aus.

Nach den Vögeln zu urteilen, muß es bald Frühling werden. Drei Amselhähnchen versuchen, meinen Garten unter sich aufzuteilen und liefern sich dabei lautstarke Revierkämpfe. Die Amselweibchen wirken (noch) uninteressiert…

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 Die jungen Obstbäume, die ich vor 2 1/2 Jahren gepflanzt habe (1 Sternrenette, 1 Berlepsch, 1 Sauerkirsche Ludwigs Frühe) sind ordnungsgemäß im Herbst mit Baumanstrich bepinselt worden. Das ist eine Mischung aus Kalk mit allerlei wohltuenden Mikroorganismen (ob die wirklich was bringen, weiß ich nicht). Wichtig ist die Farbe Weiß. Die reflektiert die Sonnenstrahlen und verhindert, daß bei Frost die Sonnen- und Schattenseite eines Baumes stark unterschiedliche Temperaturen haben. Das kann zu Spannungsrisssen in Rinde und Holz führen.

Die alte, riesige Süßkirsche anzumalen hab ich mir erspart, die ist ohnehin seit dem Abriß eines der drei Teilstämme arg geschädigt. Aber daran, die Feldahorne anzustreichen hätte ich nicht gedacht. Das hab ich nun davon:

Ich hoffe doch, daß das wieder zuwächst. An diesm Baum hängt im Sommer meine Hängematte. Ich würde ihn nur ungern verlieren.

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Flora und  Botanischer Garten – das sind eigentlich zwei Grünanlagen in einer, mit unterschiedlicher Geschichte und unterschiedlichen Aufgaben. Im allgemeinen spricht man in Köln von „der Flora“ , wenn man den großen, vielfältigen und (für Kölner Verhältnisse) gut gepflegten Park in unmittelbarer Nachbarschaft des Zoos meint.
Die Flora ist der ältere Teil und wurde 1864 als Lustgarten für die bessere Gesellschaft angelegt.

Der Eingangsbereich mit formalem Blumenparterre im Vordergrund. Im Hintergrund das Flora-Hauptgebäude.

Hier gab es die sogenannten Orangerien, Schaugewächshäuser mit exotischen Pflanzen, geometrische Blumenbeete, formale Rosenbeete, Springbrunnen, Skulpturen und klassizistische Tempelchen.

Wasserkaskade mit streng geschnittenen Hainbuchentunneln an den Seiten.

Ein Teil des Parks war im Stil eines Englischen Landschaftsparks mit großen Freiflächen, Ziergehölzen, einzeln stehenden Bäumen und Baumgruppen gehalten.

Rote und gelbe Zaubernuß, Hamamelis japonica, ein schöner Winterblüher

Im Flora-Hauptgebäude fanden Bälle und Empfänge statt. Der Eintritt für den Park war damals so hoch, daß ärmere Bevölkerungsschichten quasi automatisch vom Besuch ausgeschlossen waren.
Nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs und anschließender Vernachlässigung ist in den letzten 20 Jahren ein Teil des Parks im alten Stil wieder hergerichtet worden. Auch einige der ältesten Bäume stehen noch.

Diese ca. 150jährige Buche wird bald absterben, wie man an den dicken Pilzfruchtkörpern sieht. Die Flora-Gärtner haben sich zum Glück entschieden, sie stehen zu lassen und nicht „ordentlich“ abzusägen.

Bergmammutbaum, Sequoiadendron giganteum hat in seiner Rinde viel Platz für Spechte und andere Höhlenbrüter

Der asiatische Blauglockenbaum, Paulownia tomentosa, kann in Deutschland nur an geschützten Standorten gezogen werden.

Der Botanische Garten ist der „neuere“ Teil. Er wurde 1914 angelegt und war als Lehrgarten gedacht. Die Pflanzen wurden (teilweise sind sie es immer noch) nach Lebensbereichen wie Alpinum, Waldgarten, Sumpfpflanzen, Nutzpflanzen angeordnet präsentiert, teilweise nach Pflanzengattungen (Magnolien, Iris, Pfingstrosen, Primeln…).

Das Alpinum im Frühjahr

Feuchtwiesenbereich

Echte Aurikel, Primula auricula

Mittlerweile überwiegt auch hier der gestalterische Aspekt. Gerade die Staudenbeete und die Mittelachse mit den winterharten Hanfpalmen haben optisch etwas zu bieten.

Sommerflor mit Dahlien, Eisenkraut und Spinnenblumen

Die Beschilderung der Pflanzen läßt manchmal zu wünschen übrig. Dies ist allerdings nicht die Schuld der Gärtner (hier gibt es im Unterschied zum städtischen Grünflächenamt tatsächlich gut ausgebildete GärtnerInnen), sondern  irgendwelcher Witzbolde, die die Namensschilder vertauschen.
Nicht zuletzt gibt es immer noch sehenswerte Schaugewächshäuser. Ein Tropenhaus, ein Wüstenhaus und ein warm-gemäßigtes Haus. In und um das letztere herum kann man jetzt im Februar die Kameliensammlung der Flora bewundern. Allerdings befürchte ich, daß die Blüten der Freilandkamelien mittlerweile erfroren sind.

Freilandkamelie vor dem Frost

Die Gewächshäuser sind dringend überholungsbedürftig. Ob dafür noch Geld übrig sein wird, wenn  die millionenschwere Sanierung des Flora-Hauptgebäudes abgeschlossen ist, weiß ich nicht.
In den letzten Jahren wurden einige Außenbereiche der Flora komplett neu angelegt. So gibt es einen Duftgarten für Sehbehinderte, einen Farn- und einen Heidegarten.
Der „Freundeskreis Botanischer Garten“ bietet regelmäßig Führungen und Veranstaltungen an. Das Programm findet man hier.

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