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Posts Tagged ‘Systematik’

Farne im Garten

Farne sind eine erdgeschichtlich sehr alte Pflanzengruppe. Im Erdmittelalter, vor der Entstehung der Blütenpflanzen, bildeten sie hohe Urwälder, die wir heute – in Form von Braunkohle – verheizen.

Farne bilden keine Blüten und keine Samen aus, sondern betreiben eine etwas umständlich wirkende Art der Vermehrung. Die Farnpflanze bildet sogenannte Sporangien, entweder auf der Rückseite der Blattwedel, oder an speziellen fertilen Wedeln. Aus diesen Sporangien fallen winzig kleine Sporen zu Boden, aus denen winzig kleine moosartige Pflänzchen wachsen.

Diese Pflänzchen wiederum bilden Ei- und Spermienzellen aus, bei ausreichender Feuchigkeit findet auf der Oberfläche dieser sogenannten Prothallien die eigentliche Befruchtung statt. Daraus wächst dann die neue Farnpflanze. Die meisten Farnpflanzen haben es daher gerne schattig und feucht. In dunkleren Gartenpartien kann man mit Farnen und anderen Blattpflanzen spannende Kombinationen schaffen.

An der Anordnung der Sporangien kann man sich ähnlich sehende Farne gut unterscheiden. Es lohnt sich also, die Farnwedel einmal umzudrehen. Z.B. hier:

Das ist der wohl bekannteste Farn sowohl im Garten wie auch in freier Wildbahn, der Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)

Der Wurmfarn verträgt (fast) alles, sogar Sonne und  Sandboden , solange es nicht allzu trocken wird. An dieser Stelle wirkt er  raumbildend.

Der Schildfarn (Polystichum setiferum) sieht recht ähnlich aus und verträgt ebenfalls Trockenheit.

Ein Blick unters Blatt offenbart den Unterschied:

Ein weiterer doppelt gefiederter, aber empfindlicherer Farn ist der Goldschuppenfarn (Dryopteris affine).

Die bräunliche Mittelrippe machen ihn gut kenntlich, ebenso wie der Blick unters Blatt:

Ein (fast-)Alleskönner ist der ungefiederte Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium):

An feuchteren Stellen kann er ziemlich groß werden. Man kann ihn aber auch, wie einige andere Arten der Gattung Asplenium, (Streifenfarn, A. trichomanes; Mauerraute, A. ruta-murales) in eine schattige Trockenmauer pflanzen.

Ander Farne können als Bodendecker verwendet werden. In meinem Garten habe ich z.B. Tüpfelfarn (Polypodium vulgare):

gepflanzt, und daneben den zierlich wirkenden, aber sehr robusten Frauenhaarfarn (Adiantum venustum):

In diesem Frühjahr hatte ein Spätfrost im April den Neuaustrieb dieses Farns verbräunt. Einen Monat später war alles wieder schön nachgewachsen.

Auch den Adlerfarn (Pteridium aquilinum) könnte man als „Bodendecker“ bezeichnen. Ich nenne ihn lieber „Wucherer“ und würde im Garten dringend davon abraten. In freier Wildbahn sieht man ihn oft flächendeckend in lichten Wäldern.

Im Garten verwendet man gerne etwas exotischer wirkende Farnarten und Zuchtformen.

Hier z.B. den Schwertfarn (Polystichum munitum):

Links oben hat sich noch ein Wedel vom Wurmfarn mit ins Bild gemogelt – bitte ignorieren !

Der Regenbogenfarn (Athyrium nipponicum „Metallicum“) ist in den letzten Jahren eine echte Modepflanze geworden.

Ich persönlich mag ihn nicht, ich finde, er hat so etwas Morbides. aber das ist natürlich Geschmackssache.

Von einigen Farnen gibt es sogenannte Cristata-Formen, die Enden der Wedel wurden büschelig gezüchtet.

Hier vom Hirschzungenfarn:

und vom Wurmfarn:

Wer richtig viel Platz im Garten, feuchten Boden oder noch besser einen großen Teich hat, kann sich den Straußfarn (Matteucia strutheopteris) gönnen:

An ihm zusagenden Stellen schafft dieser Farn locker 1,50 m Höhe. Der Straußfarn hat übrigens keine Sporangien an der Blattunterseite, sondern spezielle fertile Wedel. Auf dem Foto erkennt man die braunen „Sträuße“ gut.

Das ist natürlich nur ein kleiner Überblick. Auf jeden Fall lohnt es, sich mehr mit dieser Pflanzengruppe zu beschäftigen.

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Im März ist auf Mallorca definitiv kein Badewetter. Das Mittelmeer ist noch viel zu kalt zum Baden. Also läuft man durch die Gegend und bestaunt die um diese Jahreszeit sehr grüne Insel und ihre botanischen Schönheiten.

Das Tramuntana-Gebirge ist als Wandergegend bekannt und beliebt, und Heimat vieler seltener Pflanzen. Etwas überrascht war ich aber, als wir bei einem Spaziergang rund um die Cala Mondrago, einer beliebten Badebucht, gleich fünf verschiedene Orchideenarten entdeckten.

Zu Hause hatte ich dann eine Weile mit der Bestimmung zu tun, da die meisten dieser Orchideen in meinem (mitteleuropäischen) Bestimmungsbuch gar nicht auftauchen.

Einfach war nur die Pyramiden-Hundswurz, die ich in (kräftigerem) Rosa auch schon in Deutschland gesehen habe. An der Cala Mondrago kam diese blasse Variante geradezu massenhaft vor.

Pyramiden-Hundswurz (Anacampsia pyramidalis)

 

Eine Art hat mich besonders verblüfft, ich hatte noch nie blaue Orchideen gesehen. Die war hier fast noch häufiger als die Hundswurz. Ich war mir erst unsicher, ob es sich überhaupt um eine Orchidee handelt.

Langsporniges Knabenkraut (Orchis longicornu)

 

Auf relativ kleinem Raum gleich drei Ragwurz-Arten zu finden, war mir noch nie passiert.  Ragwurzen imitieren bestimmte Insekten, von denen sie dann bestäubt werden. Die Wespen-Ragwurz war die häufigste davon.

Wespen-Ragwurz (Ophrys tenthredinifera)

Hier noch ein Detailbild:

Die beiden nächsten Ragwurzen habe ich leider nur in Einzelexemplaren gefunden.

Balearen-Ragwurz (Ophrys balearica)

 

Spiegel-Ragwurz (Ophrys speculum)

 

Mallorca ist doch immer wieder eine Reise wert !

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So, hier der versprochenen Astern-Beitrag.

Astern haben im Oktober ihren großen Auftritt. Weil sie relativ spät blühen, sind sie eine wichtige Bienenfutterpflanze, um vor dem Winter nochmal ordentlich Vorräte im Bienenstock einzulagern.

Am bekannstesten sind sicher die hochwüchsigen Rauhblattastern (Aster nova-anglia) und Glattblattastern (Aster novi-belgii). Beide werden je nach Sorte 1 m bis 1,5 m hoch, und es gibt sie in allen möglichen Farben von Weiß über diverse Rosa- und Pinktöne bis zu Dunkelviolett.

rauhuglatt2

Die weiße ist hier die Rauhblattaster, die violette die Glattblattaster.

In der Nahaufnahme kann man erkennen, daß das Laub der Rauhblattaster etwas größer ist. Daß es sich in der Tat etwas pelzig anfühlt, kann man leider nicht sehen.

rauhundglatt

Sehr ähnlich, nur viel niedriger, sehen die ebenso bekannten Kissenastern (Aster dumosus) aus. Auch sie kommen in allen Farben außer gelb vor, und auch sie brauchen einen vollsonnigen Standort.

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Das Gelbe im Hintergrund ist übrigens das Laub der Ballonblume (Platycodon grandiflorus)

Einige Astern blühen sehr spät, fast bis zum Frost, so z.B. die Myrtenaster (Aster ericoides) mit ihren zierlichen weißen Blüten. Leider wuchert sie stark, so daß ich diese Aster nach drei Jahren Ausbuddeln von Ausläufern aus meinem Garten verbannt habe. Ganz ist es mir nicht gelungen, wie man hier sieht:

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Stattdessen habe ich eine echte Traumpflanze entdeckt, die Waagrechte Herbstaster „Lady in Black“ (Aster lateriflorus). Die Blüten ähneln denen der Aster ericoides,

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aber durch die violette Mitte wirkt die ganze Pflanze wie ein zartlila Schleier über dem Beet.

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Astern für den Schatten gibt es übrigens auch, nicht nur die Aster divaricatus, hier ein Detailbild der Einzelblüten.

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In der Literatur habe ich für schattige Plätze außerdem noch Aster cordifolius und Aster ageratoides gefunden. Letztere soll allerdings sehr stark wuchern. Von beiden gibt es weiße und lilafarbene Sorten.

Und eine gelbblühende Aster gibt es auch: Aster linosyris.

 

 

 

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Wozu botanische Pflanzennamen ?

… fragt sich so mancher Hobbygärtner und auch so mancher geplagte Gärtnerlehrling. Aus meiner eigenen Ausbildung sind mir noch so wundervolle Kreationen wie Chamaecyparis pisifera „Filifera Aurea Nana“, zu Deutsch gelbe zwergwüchsige Faden-Scheinzypresse geläufig. Was wir damals mühsam, wie Fremdsprachenvokabeln, auswendig lernen mußten, macht durchaus Sinn. Botanische Pflanzennamen sind  (ebenso wie die zoologischen Tiernamen) international gültig und absolut eindeutig.

Deutsche Namen können mißverständlich und regional unterschiedlich sein. Typisch hierfür sind z.B. Heidelbeere und Blaubeere. Umgangssprachlich werden beide Namen gleichgesetzt. Botanisch gibt es zwei verschiedene Heidel- bzw. Blaubeerarten: die Wildform Vaccinium myrtillus und die Kulturheidelbeere Vaccinium corymbosum, die deutlich höher wächst.

Mindestens drei verschiedene Stauden laufen unter dem Namen Lilie.  Die Schwertlilien (botanisch: Iris), die Taglilien (botanisch: Hemerocallis) und die Echten Lilien (botanisch: Lilium). Nachvollziehbar ist das nicht, denn diese Stauden haben nicht viel gemeinsam.  Dasselbe gilt für den Echten Flieder (botanisch: Syringa) und den Sommerflieder (botanisch: Buddleia). Sie sind nicht miteinander verwandt. In alten Pflanzenbüchern findet man auch noch den schwarzen Holunder (botanisch: Sambucus nigra) unter dem Begriff Fliederbeerenstrauch. Hier sorgen botanische Namen für die nötige Abgrenzung und definieren Verwandschaften.

Grundsätzlich bestehen botanische Namen aus zwei Wörtern. Das erste Wort, nehmen wir mal Sambucus, also den Holunder, definiert die Pflanzengattung. Das zweite Wort, nigra (wird übrigens immer klein geschrieben !) definiert die Pflanzenart, den schwarzen Holunder. Als „Art“ werden Pflanzen bezeichnet, die sich unter normalen Umständen (also ohne daß ein Züchter nachhilft) nur untereinander kreuzen lassen und die Sämlinge den Mutterpflanzen gleichen. Folgt dann noch ein dritter Name, steht dieser in Anführungszeichen und bezeichnet eine Sorte. Sorten sind züchterisch bearbeitete Arten. Beim Schwarzen Holunder gibt es z.B. die Sorte Sambucus nigra „Haschberg“, ein Holunder mit besonders großen und saftigen Früchten.

Im gärtnerischen oder landwirtschaftlichen Bereich tauchen nun etliche Arthybriden auf. Das sind miteinander gekreuzte und gezüchtete Arten, bei denen die Nachkommen sehr unterschiedlich ausfallen können. Manchmal sind sie auch komplett steril.  Diese Hybridpflanzen haben ein X zwischen Gattungs- und Artnamen, z.B. Geranium x cantabrigense, eine Storchschnabelart, die aus der Kreuzung zweier anderer Storchschnabelarten hervorgegangen ist. Oder, wie bei vielen Gartenrosen, wenn überhaupt nicht mehr nachvollziehbar ist, welche und wieviele Arten im Spiel sind, läßt man den Artnamen komplett weg. Da heißt es dann nur noch Rosa „Schneewittchen“ oder Rosa „Charles Austin“.

Botanische Namen sind nicht immer lateinisch. Wer Latein kann, ist zwar im Vorteil, weil er sich unser Anfangsbeispiel, die langnamige Scheinzypresse übersetzen kann (filifera=fadenförmig, aurea=gelb, nana=zwergförmig). Manche Namen stammen auch aus dem Griechischen (Philodendron=Baumfreund) oder Pflanzen sind nach Entdeckern oder Züchtern benannt, wie die bekannte Astilbe x arendsii nach dem Staudenzüchter Arends.

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