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Archive for Februar 2013

Der Februar neigt sich dem Ende zu. Und damit auch die Baumfällaktionen im Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide. Meine Motorsäge und ich waren im Auftrag des BUND mit dabei. Die Gärtnerin hat ja sonst im Winter nichts zu tun. Ehrenamtlich. Naja, gut, fast ehrenamtlich. Das gefällte Holz wurde gerecht unter den beteiligten Kaminbesitzern aufgeteilt. Aber jetzt ist Schluß damit.

Ab März gilt bekanntlich der Vogelschutz, zumindest laut Gesetz beginnt die Brutzeit, d.h. Bäume dürfen nicht mehr gefällt , (größere) Gehölze gerodet und überhaupt keine tiefgreifenden Schnittmaßnahmen mehr durchgeführt werden.

Während der Arbeit wurden wir immer wieder von Passanten angesprochen. Viele wollten wissen, warum wir als Naturschutzorganisation im Naturschutzgebiet Bäume fällen. Eigentlich steckt die Erklärung dazu schon im Namen drin „Dellbrücker Heide„.

Mittlerweile ist Heidelandschaft eine Kulturlandschaft, d.h. wenn sie nicht von Tieren beweidet (oder von Menschen gerodet, von Feuer abgeflämmt…) wird, verbuscht sie  und wird irgendwann zum Wald. Zu einem Traubenkirschen-Robinienwald in unserem Fall, da diese beiden nordamerikanischen Gehölze sich hier an einigen Stellen statt der üblichen Birken und Eichen breitmachen. Bevor der Mensch die großen wildlebenden  Grasfresser wie Wisente, Wildpferde und Auerochsen ausgerottet hat, war Heide noch eine Naturlandschaft.

Manche Passanten tun sich schwer mit dieser Erklärung. Auch der Hinweis darauf, daß sämtliche Rote-Liste-Arten, egal ob Pflanze, Insekt oder Vogel, die sich hier finden, nur und ausschließlich auf den Heide- und Trockenrasenflächen vorkommen,  überzeugt nicht alle.  Bäume fällen ist Naturzerstörung und Punkt, meinen einige. An diesem Punkt breche ich für gewöhnlich die Diskussion ab.   Letzten Samstag ist es mir aber dann doch in einem Fall zu dumm geworden:

Die Dellbrücker Heide liegt eingeklemmt zwischen vier Kölner Stadtteilen und ist mit dem kleinen See in der Mitte ein beliebtes Naherholungsgebiet. Dementsprechend viele Leute gehen hier spazieren. Viele in Begleitung ihrer Hunde, die nicht immer angeleint werden. Einer dieser Hundebesitzer fand unsere Abholzungsaktion ganz furchtbar, war von „Bäume fällen ist Naturzertstörung“  nicht abzubringen und irgendwann war ich an dem Punkt : OK, du hast deine Meinung und ich meine, weitere Debatte zwecklos.

Aber der gute Mann musste noch eins draufsetzen: Er fände es ja auch schlimm, daß wir die ganzen kleinen Trampelpfade mit Reisigwällen zugestopft hätten, da käme man ja gar nicht mehr durch. Währenddessen sprang sein großer, unangeleinter Hund abwechselnd um uns herum oder ging laut bellend auf andere Hunde los. Da platzte mir dann doch der Kragen. Wer im Naturschutzgebiet seinen Hund unangeleint rumlaufen läßt (Leinengebot !) und den Verlust inoffizieller Trampelpfade bedauert (Wegegebot!) ist meiner Meinung nach extrem unglaubwürdig, wenn er sich als „Naturschützer“ aufspielt. Aber jagende Hunde sind ja schließlich auch „Natur“, jedenfalls nach der Meinung dieses Herrn…

Das war dann wirklich das Ende der Debatte.

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Das hat gedauert ! Kaum zu glauben im Zeitalter des Internets, daß eine so ehrwürdige Insitution (immerhin 25 Jahre in diesem Sommer) wie der Biogarten Thurner Hof ohne eigene Homepage daherkommt.  Aber seit Karneval (perfektes Timing) ist auch diese Informationslücke geschlossen. Unter biogarten-thurnerhof findet man alle Infos und Neuigkeiten.

biogartenhaus

… und das denkmalgeschützte Haus wird vielleicht auch irgendwann mal in diesem Jahrtausend fertig saniert…

Zwei Termine möchte ich hier trotzdem noch hervorheben: Die Samentauschbörse am Sonntag, den 24.2.13 von 14-17 Uhr im Haus der Architektur auf dem Josef-Haubrich-Hof (jawohl, mitten in der Stadt neben dem Neumarkt); und natürlich die traditionelle Pflanzentauschbörse am Sonntag, den 5.5.13 von 11-14 Uhr im Biogarten selber.

tauschbörse1

Pflanzentauschbörse 2012: trotz feuchtem Wetter viel Betrieb

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Der Stadtgarten ist der älteste Park in Köln. Er liegt an der Venloer Straße, nur einige hundert Meter stadtauswärts vom Friesenplatz. Bei seiner Anlage in den Jahren 1827-28 war er fast doppelt so groß wie heute.  Durch den Bau der Eisenbahnlinie und des Bahnhofs Köln-West in den 1860er Jahren wurde die Fläche zerteilt und anschließend komplett neu gestaltet.

Der Stadtgarten entspricht heute im Stil einem „englischen Landschaftspark“, vereinfacht ausgedrückt: Große Bäume, Baum- und Gehölzgruppen, möglichst natürlich anmutend, auf Wiese. Punkt. Stauden- oder Blumenbeete gibt es hier nicht. Allenfalls etwas Wildwuchs zum Bahndamm hin.

plataneblutbuche

Einige Unterschiede zum britischen Vorbild gibt es natürlich schon. Ein englischer Landschaftspark ist in der Regel größer, und wird von wesentlich weniger Leuten genutzt, da er meist um ein Schloß auf dem Lande herum liegt. Dafür sind in dem relativ kleinen Park hier eine verblüffende Menge wirklich großer, alter (einige stammen wahrscheinlich wirklich noch aus der ursprünglichen Anlage) und exotischer Bäume zusammen gekommen. Teilweise beschatten sie den Boden so stark, daß von Wiese nichts mehr zu sehen ist.

Am Parkeingang zur Venloer Straße steht eine Infotafel, auf der besonders bemerkenswerte Bäume hervorgehoben werden. Einige große Ginkgos, Rosskastanien, Blutbuchen, Eichen, Silberahorn  und natürlich Platanen fallen besonders ins Auge.

kiefer

An Nadelbäumen findet man nur einige Kiefern und Eiben.

Die alten und z.T. hohlen Bäume sind wichtige Nistplätze für Höhlenbrüter. So kann man mitten in der Stadt Buntspechte, in der Dämmerung Fledermäuse und die berühmt-berüchtigten „grünen Papageien“, die in Wirklichkeit Halsbandsittiche sind, beobachten.

Intensive Freizeitgestaltung ist hier angesagt, kein Wunder bei einem Park am Rand der Kölner Innenstadt.  Zur Venloer Straße hin findet sich ein großer Biergarten, im Inneren des Gebäudes gibt es abends und am Wochenende häufig Partys und Konzerte.  Noch mehr Kultur gibt es an der Spichernstraße, dort befindet sich mit dem „Bücherbüdchen“ eine ehrenamtlich betriebene Zweigstelle der Stadtbibliothek.

Parallel zum Bahndamm führt ein Weg zu der neueren Grünanlage am Mediapark und über eine Brücke zu Kölns höchstem innerstädtischem Rodelberg, dem Herkulesberg oder „Monte Klamott“, der wie alle Hügel im stadtnahen Bereich aus Kriegstrümmern aufgeschüttet wurde.

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Heute morgen gab es einen für Köln seltenen Anblick im Garten: Schneeglöckchen im Schnee 😉 .

schneeglöckchen2

Mittlerweile ist alles wieder weggetaut, aber zum Glück hatte ich rechtzeitig die Kamera parat.

schneeglöckchen1

Nachdem ich zwei Jahre hintereinander erfolglos Winterling-Zwiebeln gepflanzt habe, sehe ich jetzt zum erstenmal die Blüten. Entweder hatte ich sie vorher zu flach gepflanzt, so daß die Zwiebeln erfroren sind, oder irgendwer hat den Winterling zum Fressen gerne .

winterling

Der schon weit fortgeschrittene Austrieb bei den kleinen Narzissen…

narzissen

und dem Zierlauch…

zierlauch

… dagegen beunruhigt mich etwas. Wir haben schließlich erst Anfang Februar. Wenn es nochmal Kahlfröste gibt, sind die genauso Matsch wie im letzten Jahr. Ich werde Fichtenzweige drüber decken, in der Hoffnung, daß es was nützt.

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