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Archive for Januar 2012

… ist häufig eine Katastrophe. Insbesondere dann, wenn viele (Reihen)häuser von ein und demselben Bauträger errichtet werden. Die ausführenden Firmen stehen unter Druck, möglichst schnell und preisgünstig zu arbeiten. Und da die Bauherren und -frauen ihr Augenmerk naturgemäß darauf haben, was am Haus gemacht wird, ist es für den Garten zu spät:

Schlamm und Matsch ! Das Bodenleben ist durcheinandergebracht und im schlimmsten Fall zerstört. Jahrelange Staunässe und nichts wächst richtig. Was da am Anfang vermurkst wurde, ist auch für erfahrene Gärtner nur schwer zu korrigieren.

Vom ursprünglichen Oberboden mit der wertvollen Humusschicht ist nichts mehr vorhanden. Auf den Außenflächen eines Neubaugebietes wird Material gelagert. Es fahren LKWs, Bagger und andere schwere Maschinen und verdichten den Boden. Teilweise liegt noch der Aushub der Baugruben herum und wird festgefahren.  Baufirmen wollen Zeit und Geld sparen und verbuddeln ihre Abfälle im zukünftigen Garten, statt sie ordentlich zu entsorgen. Auf das Ganze wird zum Schluß eine Ladung Oberboden von Irgendwo (komischerweise ist „Irgendwo“ meistens ein sehr lehmiger Ort) ausgekippt und verteilt. Fertig !

Wenn dann nichts ordentlich wachsen will, geben sich gartenunerfahrene Häuslebauer häufig selbst die Schuld. Mit ein wenig Aufmerksamkeit während der Bauphase könnte man vieles verhindern.

– Darauf achten, daß der vorhandene Oberboden bei Baubeginn gesondert gelagert und hinterher wieder verteilt wird.
– Dafür sorgen, daß die Bauarbeiter und Handwerker ihren Müll mitnehmen.
– Bevor die Baufahrzeuge verschwinden, dem Baggerfahrer eine Spende für die Kaffeekasse in die Hand drücken und ihn darum bitten, den festgefahrenen Boden tiefgründig (mind. 80 cm) aufzulockern. Sollte es hinterher etwas uneben aussehen. kriegt man das mit einer leichten Motorhacke selber wieder hin.
– Falls laut Vertrag der Bauträger für eine Anfangsbepflanzung sorgen soll, lassen Sie sich das Geld lieber ausbezahlen. Sonst bekommen Sie mickrigen Kirschlorbeer und Rollrasen auf verdichtetem Lehmboden mit Staunässegarantie.
– Wenn Sie etwas Geduld haben, säen Sie im ersten Gartenjahr nur eine bunte Mischung aus einjährigen Blumen und Gründüngung aus. Bis dahin hat sich der Boden gesetzt und das Bodenleben hat sich etwas erholt. Eine dauerhafte Bepflanzung hat im zweiten Jahr bessere Startchancen.

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Langsam mache ich mir Gedanken über die Bepflanzung meines kleinen Gemüsebeetes für die nächste Saison.
Das Experiment mit dem zweijährigen Brokkoli scheint zu funktionieren. Die bisher nicht allzu starken Nachtfröste haben den üppigen Pflanzen nichts ausgemacht, Wenn es dabei bleibt, kann ich laut Beschreibung ab April schon Brokkoliröschen ernten.

Ansonsten stehen auf dem Beet noch etwas mickriger Endivien, Feldsalat und Winterpostelein. Die Kälte hat ihnen nicht geschadet, aber ich hoffe auf ein wenig Zuwachs im Februar/März, damit sich die Ernte lohnt. Auch etwas Mangold ist übriggeblieben. Der muß bis spätestens Mitte April aufgegessen werden, da er sonst blüht und zäh wird.

Mit den Kartoffeln werde ich mich auf zwei Sorten beschränken. Mit der frühen Rosara und der späten Cara habe ich gute Erfahrungen gemacht, was Geschmack und Ertrag angeht.

Stielmus und Zuckererbsen wird es auf jeden Fall wieder geben. Ebenso natürlich Möhren und Mangold. Die Roten Bete sind im zweiten Jahr in Folge nichts geworden, ich werde noch einen dritten Versuch starten, da ich sie so gerne esse. Neu bekommen habe ich Samen von Teltower Rübchen und Palmkohl.

Im  Sommer setze ich an den Staketenzaun zwei Sorten Stangenbohnen, die „Blauhilde“, die auch sehr schön blüht, und eine unbekannte Sorte mit rundlichen braunen Kernen, die ich von einem alten Schrebergärtner geschenkt bekommen habe.

Kürbis, Zucchini, Mais und Tomaten lasse ich bleiben. Die drei ersten nehmen in dem kleinen Beet zuviel Platz weg, und die Tomaten waren trotz Kübelkultur unterm Vordach ein Trauerspiel: Fäule, Fäule, Fäule. Die einzige Sorte, die halbwegs verschont blieb, war die „Golden Currant“, und die fand ich relativ geschmacksneutral.

Ich habe gelernt, daß man bei einem so kleinen Beet genau planen muß, was wann wohin und vor allem wo neben kommt, damit nicht kleinere von größeren Pflanzen überwuchert und beschattet werden.  Daran sind z.B. die roten Bete gescheitert, die ich dummerweise neben die Kartoffeln gesetzt hatte.

Mal sehen, wie die nächste Saison wird. Weniger ist mehr !

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Am 5.2. findet von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr eine Saatguttauschbörse im Naturfreundehaus Köln-Kalk statt. Der Einfachheit halber zitiere ich aus der Einladung:

Einladung zur Kölner Saatguttauschbörse am 05.02.2012 von 14.00-17.00 Uhr im Naturfreundehaus Kalk

Noch ist der Frühling kaum zu spüren, doch er kommt gewiss. Und mit ihm die Freude der Gärtner und Gärtnerinnen, die ausgeruht und voller Tatendrang der neuen Saison entgegen fiebern. Auf der Börse wollen wir Saat- und Pflanzgut tauschen, Erprobtes weiterreichen und Neues ausprobieren, Erfahrungen austauschen und Hilfen geben.

Es gibt 5 gute Gründe für eine Saatgutbörse

1  Wir produzieren eigenes Saatgut, das regional angepasst und erprobt ist. Experimente sind dabei nicht ausgeschlossen. Wir bauen unser Saatgut nachhaltig ohne Kunstdünger an.
2  Wir erhalten eine Sortenvielfalt.
3  Wir tauschen mit unseren Nachbarn.
4  Wir brauchen kein Saatgut zu kaufen.
5  Wir beteiligen uns an der europaweiten Kampagne „Zukunft säen – Vielfalt ernten“ und fordern damit, dass Saatgut Gemeingut bleiben muss und nicht privatisiert werden darf (Informationsmaterial dazu gibt es an diesem Tag).

Das Naturfreundehaus liegt in der Kapellenstraße 9a in Köln-Kalk (U-Bahn Haltestelle Kalk-Kapelle). Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung und auf interessante Gespräche.
grenzenlos gärten e.V., Naturfreunde Kalk und die GärtnerInnen vom VHS Biogarten am Thurner Hof
Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an grenzenlosgaerten@gmx.net

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Neophyten

Neophyten – nennt man eingewanderte oder besser aus Parks und Gärten ausgewilderte,  über Bahnlinien, Flüssen und Straßen
eingeschleppte Pflanzen.  Die meisten dieser Arten stammen aus ähnlichen Klimazonen in Asien oder (Nord)amerika wie hier in Mitteleuropa und wurden in den letzten paar hundert Jahren als Zier- oder Nutzpflanzen eingeführt.

Ihnen gegenüber gestellt werden die  „einheimische Pflanzen“  Dabei ist „einheimisch“ ein  relativer Begriff, da nach der letzten Eiszeit die meisten Blütenpflanzen in Mitteleuropa erst wieder einwandern mussten, so auch die als „urdeutsch“ geltenden Bäume wie Eiche und Buche.

Wissenschaftler differenzieren hier nochmal nach indigenen Pflanzen, d.h. ohne menschliches Zutun hier vorkommend und  Archäophyten – bis zum Jahre 1500 hier eingeführt; z.B. Walnuß und Kirsche,  die von den Römern über die Alpen gebracht wurden.

Die Pflanzenwelt ist also in einer ständigen Bewegung und Wandlung. Seit etwa 200 Jahren hat sich das Tempo allerdings so
verschärft, daß die Ökosysteme mit der Anpassung an Umweltzerstörung einerseits und ständig neu angesiedelten Pflanzenarten andererseits nicht mehr nachkommen.

In Deutschland haben sich ca. 420 Neophyten dauerhaft etabliert, das sind 16% aller bei uns wachsenden Pflanzenarten. Als dauerhaft etabliert gelten Pflanzen, die sich bei uns spontan, d.h. ohne menschliches Eingreifen vermehren und bereits 2-3 Generationen über mind. 25 Jahren durchlaufen haben. Solche Pflanzen können (müssen aber nicht) zur Gefahr werden.

Von den bekannten Neophyten-Arten haben sich nur etwa 20 (- 30) Arten sich als so problematisch erwiesen, dass gegen sie in größerem Umfang Bekämpfungen eingeleitet oder diskutiert worden sind. Man sollte diese Pflanzen nicht anpflanzen und keine Samen ausreifen lassen.

Im Sommerloch taucht alle Jahre wieder der kaukasische Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) auf, eine üppige, bis zu 3,5 m hohe doldenblütige Staude. Bei Berührung löst die Pflanze heftige Hautrektionen aus,  die wie Verbrennungen aussehen und sich auch so anfühlen.  Mit „Gefahr“ meine ich hier allerdings Gefahr, d.h. Verdrängungskonkurrenz für einheimische Pflanzen. In dieser Hinsicht ist der Riesenbärenklau harmlos, da er nur einen mäßigen Ausbreitungsdrang besitzt.

Riesenbärenklau (oben), Indisches Springkraut (unten)

Das hübsche rosablühende indische Springkraut (Impatiens glandulifera), einst eine beliebte Gartenpflanze, ist dagegen ein anderes Kaliber. Es breitet sich massiv an  Bachläufen und Feuchtwiesen aus, und kann mittlerweile die ursprüngliche Vegetation zurückdrängen.

Ebenso invasiv tritt der Staudenknöterich auf. Hiervon gibt es gleich zwei ausgewilderte Arten, Fallopia japonica und Fallopia sachalinense, die flächendeckend so ziemlch überall auftreten können.

Junge Staudenknöterich-Stängel bis etwa zur Kniehöhe sind übrigens eßbar, schmecken leicht säuerlich und lassen sich wie Rhabarber verarbeiten. Trotzdem: bitte nicht im Garten anpflanzen, sondern lieber irgendwo in freier Wildbahn ernten.

Japanischer Staudenknöterich

Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) besiedelt mittlerweile viele Trockenwiesen

Auf sandigen Böden, z.B. bei uns in der Dellbrücker Heide sind auch  ausgewilderte Stadtbäume, wie die Robinie (Robinia pseudacacia) problematisch, da sie auf dem trockenen Standorten Konkurrenzvorteile gegenüber der Birke  hat.  Robinien sind Leguminosen wie Erbse oder Bohne, und leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln. Diese Bakterien setzen  Stickstoff frei,  dadurch wird die Bodenzusammensetzung so stark verändert, daß eine vollkommen andere Pflanzengesellschaft entsteht.

Imker sehen Robinien gerne, da die Blüten reichhaltige Bienennahrung bieten. Dadurch entsteht der bekannte „Akazienhonig“.

Empfehlenswertes Buch zum Thema Neophyten und Neozoen: Kegel; Die Ameise als Tramp

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Da hatte ich doch im Dezember in meinem Post über den Riehler Skulpturenpark geschrieben, daß die Pflanzen  im Gegensatz zum Skulpturenpark in Stammheim völlig in den Hintergrund treten…Tja, zum Zeitpunkt dieses Postings gab es im Stammheimer Schlosspark auch noch diverse verwunschene und verwucherte Eckchen…

Leider meinen  irgendwelche aufräumwütigen städtischen „Gärtner“, daß sich dies ändern müsse. Bei meiner heutigen Radtour war ich geschockt: etliche alte Eiben auf den Stock gesetzt (die stehen zwar unter Naturschutz, aber an solchen Kleinigkeiten stört sich das Grünflächenamt nicht), Stechpalmen und anderes Gesträuch bodennah abrasiert, und hübsch ordentlich das Laub unter den Bäumen weggefegt.

Als nächstes geht es bestimmt noch einigen der 200jährigen Buchen und Eichen ans Geäst. Hilfe, die Verkehrssicherungspflicht, da sägen wir lieber ein paar Bäume mehr ab, als daß möglicherweise bei Sturm irgendwem ein Ast auf den Kopf fallen könnte. Ordentliche Baumpfleger oder überhaupt wen, der sich mit Gehölzschnitt auskennt,  haben die beim Grünflächenamt nicht, das käme ja zu teuer. Der städtisch-kölsche „Gärtner“ kennt nur zwei Schnittmethoden: Motorsäge hüfthoch halten und alles absägen, oder Motorsäge bodennah halten und alles absägen. Das sieht man nicht nur im Stammheimer Park, sondern flächendeckend in allen Kölner Grünanlagen. Ich könnte heulen.

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Januar 2011 – Januar 2012

So, ein Jahr habe ich bisher hier gebloggt. Es erfordert etwas an Selbstdisziplin, wenigstens einen Post pro Woche zu produzieren, aber bringt auch ein gewisses Erfolgserlebnis. Vor allem, wenn ich über die Statistiken mitbekomme, daß Leute hier gezielt nach Informationen suchen und sie (hoffentlich) auch finden.

Zum ausführlichen Resumee im Garten schreib ich die Tage noch was, hier nur mal zwei Vergleichsbilder:

Mein Garten am 4.1.2011

Mein Garten am 4.1.2012

… und dieses erste vorwitzige Schneeglöckchen ist auch schon wieder da. 2011 zeigte es sich am 20. Januar, unmittelbar nachdem der Schnee weg war. Alle anderen Schneeglöckchen kamen deutlich später, so ab Mitte Februar. Ich nehme an, daß sich hier eines einer anderen Sorte eingemogelt hat.

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