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Archive for Juni 2012

Diesen Juni habe ich mit einigen Gärtnerkolleginnen eine selbstorganisierte Gartenreise ins Elsaß unternommen. Einige der Gärten möchte ich hier vorstellen. Los geht es – noch in Deutschland – mit dem Sichtungsgarten Herrmannshof in Weinheim.

Hier werden Pflanzenkombinationen für unterschiedliche Standorte ausprobiert und über mehrere Jahre beobachtet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den in letzter Zeit in Mode gekommenen Präriepflanzungen mit nordamerikanischen Großstauden.

Salbeiarten, Roter Sonnenhut, Knautie, Königskerzen und virginischer Ehrenpreis sind jetzt die dominierenden Arten. Später im Jahr kommen  Sonnenbraut, Zierdisteln und diverse Gräser dazu. Diese Pflanzungen sollen sehr pflegeleicht sein, sind aber nur etwas für den größeren Garten.

Der virginische Ehrenpreis gedeiht auch auf feuchterem Boden. Hier zusammen mit Baldrian.

Eine Steppenpflanzung auf extrem trockenem, sandigen Boden….

….mit Salbei und Wolfsmilch.

In schattig-waldigen Ecken hat man hier Türkenbund-Lilien gepflanzt. Eine schöne Sache ! Normalerweise blüht in waldigen Gartenpartien im Frühsommer nicht mehr viel, nachdem die Frühjahrsgeophyten eingezogen sind.

Die Knautienwiese hier wirkt wie Wildwuchs….

…. und das letzte Bild ist Wildwuchs….

…. und hat nichts mit dem Herrmannshof zu tun: Natterkopf und Klatschmohn aus der Dellbrücker Heide. Trotzdem schön und garantiert pflegeleicht. Leider kann man so etwas im Garten kaum nachbauen, da der normale Gartenboden viel zu nährstoffhaltig ist.

Teil 2 folgt.

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Dieses feuchte Frühjahr hat meine unliebsame Bekanntschaft mit diesen gefräßigen Weichtieren erneuert.  Normalerweise treiben sich hier wegen der vergleichsweise trockenen Verhältnisse überwiegend Weinberg- und Schnirkelschnecken herum. Beide Arten haben ein Schneckenhaus und beide sind eher an angewelktem als an frischem Grünzeug interessiert.

In den ersten drei Jahren des Gärtnerns auf schneckenarmem Sandboden bin ich wohl etwas übermütig geworden. Deswegen habe ich hemmungslos Hosta, Astern und Kreuzkraut angepflanzt, Kohl, Salat, Mangold und Erdbeeren ohne mir großartig Gedanken über eventuelle Mitesser zu machen. Bis auf die kirschenplündernden Amseln natürlich, aber das ist eine andere Geschichte. Ich hatte dieses Frühjahr sogar kurzfristig mit dem Gedanken gespielt, mir einen Rittersporn in den Garten zu holen. Gut, daß ich das nicht getan habe. Außer der roten spanischen Wegschnecke hätte sich wohl niemand darüber gefreut. Diese Biester richten mittlerweile die meisten Beetschäden an, da sie im Unterschied zu den anderen Nacktschnecken offenbar bitter schmecken und von Igeln, Kröten, Maulwürfen und anderen Schneckenvertilgern gemieden werden.

Deswegen wird es Zeit, mich an meinen früheren Schrebergarten mit dem Lehmboden und der üppigen Nacktschneckenpopulation zurückzuerinnern. Wie habe ich da meine Pflanzen übers Jahr gerettet ?

Im Staudenbeet pflanzt man am besten das, was die Schnecken nicht mögen: hartlaubige oder behaarte Pflanzen wie Lavendel, Thymian, Lungenkraut und Kaukasusvergißmeinnicht, Sonnenröschen, Küchenschelle, Königskerzen, Fingerhut, Ziest und Wildnelken…

Auch etliche Prachtstauden sind durchaus schneckenresistent: Iris, Taglilien, Sonnenbraut und Phlox werden vergleichsweise wenig befressen. Auch Storchschnäbel bleiben verschont. Farne und Ziergräser scheinen ihnen ebenfalls nicht zu schmecken.

Schwieriger wird es im Gemüsebeet. Jungpflanzen sollte man mit Schneckenzäunen schützen. Die Beete sollten regelmäßig geharkt werden, so daß sich keine Erdspalten bilden, in denen sich die Schnecken verstecken können. Mulchen sollte man in schneckenreichen Gegenden vermeiden, da er den Schnecken Unterschlupf bietet. Im Gegenzug kann man als Köder große Blätter wie Rhabarber oder feuchte Zeitungen abends auslegen und mittags die Schnecken drunter einsammeln. Wer es nicht fertigbringt, die Viecher mit einem beherzten Spatenstich oder Rosenscherenschnitt zu halbieren, sollte sie wirklich weit weg aussetzen. Nicht einfach zu den Nachbarn rüberwerfen ! Zum einen sind die Nachbarn bestimmt nicht begeistert darüber, zum anderen finden die Schnecken den Weg zurück zum Futter.

Die berühmten Bierfallen habe ich als problematisch empfunden. Zwar stürzen sich eine Menge Schnecken freiwillig in den Alkoholtod, aber leider auch die aus den Nachbargärten. Und die genehmigen sich vor ihrem Ableben noch den einen oder anderen Snack aus dem Salatbeet.

Angeblich wirkt auch eine Spritzbrühe, hergestelllt aus toten, verjauchten Nacktschnecken, abschreckend auf die Artgenossen. Das war mir aber doch zu eklig, ich habe es nie ausprobiert.

Ebensowenig habe ich versucht, Schnecken zu besprechen. Manche Leute tun das, und sie behauppten, es funktioniert. Nun ja. Wenn der Glaube Berge versetzen kann, warum nicht auch Schnecken…

In Notfällen, wie bei meinen Erdbeeren, greife ich dann doch auf Schneckenkorn zurück. Und zwar auf das mit dem Eisen- 3 Phosphat, , da es im Unterschied zu den Metaldehyd- und den Methiocarb-Präparaten ausschließlich auf Schnecken wirkt.

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Ende Juni, Anfang Juli beginnt normalerweise der hohe Staudenphlox (Phlox paniculata) zu blühen. Nach gut einem Monat (je nach Sorte) ist die Pracht leider schon wieder vorbei. Mit einem einfachen Trick kann man die Blütezeit verlängern. Man muß jetzt, in der ersten Junihälfte, jeden zweiten oder dritten Stängel um etwa ein Drittel einkürzen. Dieser muß dann erst einmal wieder hochwachsen und beginnt später zu blühen. Die gesamte Pflanze blüht dann zwar nicht so üppig, aber deutlich länger. Vorraussetzung ist, daß die Pflanze schon länger im Garten steht und einen dichten Busch bildet.

Phlox und Elfenbeindistel – keine lehrbuchmäßige Kombination, geht aber trotzdem

Ob das auch mit den anderen hohen Phlox-Arten (P. maculata, P. arendsii) funktioniert, weiß ich nicht, da ich diese Arten nicht im Garten habe. Ich nehme es aber an.

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Der Forstbotanische Garten liegt im Kölner Süden, zwischen den Stadtteilen Rodenkirchen und Hahnwald. Unmittelbar anschließend liegt der Friedenswald, der eigentlich kein Wald, sondern eine sehr große Wiese mit Rodelhügeln und Spielplatz ist.

„Friedenswald“ deswegen, weil drumherum für jedes Land, mit dem Deutschland in diplomatischen Beziehungen steht, ein Baum gepflanzt wurde. Für Länder aus den gemäßigten Zonen ein für das jeweilige Land typischer Baum, für die tropischen Länder hat man sich einfach etwas einfallen lassen.

Passernderweise ist der Forstbotanische Garten denn auch kein Garten, sondern ein Wäldchen mit eingestreuten Freiflächen. Freunde asiatischer Gehölze  kommen hier auf ihre Kosten. Im Mai/Juni blühen die zahlreichen Rhododendren und Azaleen.

Der rotlaubige Baum über dem Weg ist ein japanischer Zierahorn. Davon gibt es im Forstbotanischen Garten etliche Sorten, leider fast immer ohne Beschilderung, und wenn, dann meistens falsch, so wie hier.

Von diesem Zierahorn weiß ich den botanischen Namen auch ohne Schild: Acer palmatum. Die japanischen Ahorne wachsen langsam, werden selten höher als 4-5 m. und brauchen einen halbschattigen, nicht zu trockenen Standort. Der hier ist unter dem asiatischen Mammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) gut aufgehoben.

Manche Farbzusammenstellungen sind – nunja – Geschmackssache.

An einigen offenen Stellen hat man versucht, Heidelandschaft nachzustellen. Meiner Meinung nach ist das nicht besonders gut gelungen.

An anderen Stellen finden sich Kunstwerke. Einige entdeckt man erst auf den zweiten Blick

Andere dominieren ihre ganze Umgebung. Dies war einmal die Pfingstrosenwiese. Jetzt ist es Kunst mit Blümchen drumrum.

Einige ständige Bewohner hat der Forstbotanische Garten auch. Sie sind asiatischer Herkunft, woher auch sonst.

Dies ist kein Lebewesen….

… sondern ein Stein.

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