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Posts Tagged ‘Gehölze’

2001 erschien in Deutschland das Buch „Der Kiesgarten“ (im Original „The dry Garden“) von Beth Chatto, einer englischen Gärtnerin. Chatto hatte in ihrem Garten mit Trockenheit, magerem und kiesigem Boden zu tun, und wählte die Bepflanzung dementsprechend aus: Pflanzen aus dem Mittelmeerraum und aus Steppengegenden. Daß das Ganze auch toll aussah, versteht sich bei einer englischen Gärtnerin quasi von selbst.

Ich war leider nie da und kenne nur die Bilder aus dem Buch, die ich hier aus urheberechtlichen Gründen nicht einstellen kann.

Jedenfalls sind spätestens nach Erscheinen dieses Buches Kies- oder Schottergärten in Deutschland schwer in Mode gekommen. Leider häufig aus den falschen Gründen. Statt aus der Not eine Tugend zu machen und den vorhandenen mageren Kiesboden attraktiv zu bepflanzen, steht die vermeintliche Pflegeleichtigkeit des Kieses im Vordergrund. Oft sieht das dann so aus, daß das Beet ohne Rücksicht auf die Bodenbeschaffenheit mit irgendetwas bepflanzt wird, und darüber eine Ladung Kies oder Schotter verteilt wird. Fertig !

Letztendlich ist das nur eine Abwandlung der mit Rindenmulch abgedeckten Beete: es soll ordentlich aussehen und wenig Arbeit machen.

In unserem Nachbarstadtteil ist in einer Reihe von Neubauten geradezu eine Seuche von Schottervorgärten ausgebrochen.

geplantergarten1

Hier gab es immerhin eine Art Plan. Die Pflanzen stehen im Vordergrund, ob diese immergrünen Gehölze im Kiesbeet Sinn machen, hat sich wohl niemand gefragt.

Bei den folgenden Bildern geht es wohl nur noch um die Pflegeleichtigkeit der Fläche. Ich gehe jede Wette ein, daß unter dem Schotter eine Plastikfolie liegt, damit kein „Un“kraut durchwächst.

 schotterkopie1

Wahrscheinlich haben sich die Nachbarn zusammengetan und gemeinsam einen großen LKW voll Schotter bestellt.

schotterkopie3

Brr !

schotterkopie2

Zur Erholung ein paar Bilder von professionell angelegten Schotter- und Kiesgärten.

schotterberchigrange

In diesem formalen Garten hat man die Pflanzen nicht in erster Linie nach „trockenheitsliebend“ ausgewählt, sondern aus gestalterischen Gründen. Der deckende Kies dient als dekoratives Element und Mulchersatz. (Berchigrange)

schotterherrmann

Das ist ein Hochbeet mit extra abgemagertem, schottrigen Boden in einem Lehrgarten (Herrmannshof), um trockenheitsliebende Stauden zu zeigen. Eine gute Möglichkeit, wenn man eigentlich lehmigen, nährstoffhaltigen Boden im Garten hat. Es reicht ja nicht, den Schotter obendrauf zu kippen, der Boden muß auch im Wurzelraum mager und wasserdurchlässig sein.

schottergerritsen

Dies ist eine Pflanzung mit Wildstauden, die durch einen einfachen Kniff attraktiv wird: nur gelbblühende Pflanzen und große Lücken mit Kies dazwischen. (Gerritsen)

Merke: Schotter- und Kiesbeete können toll aussehen. Man sollte aber wissen, was man da tut.

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Der Wein weint

Als  es Anfang März  ein paar Tage warm war, setzte in meinem (wie auch in vielen anderen) Garten hektische Aktivität ein. Unter anderem hatte ich die beiden Weinreben geschnitten, die unterhalb meiner Terrassenüberdachung an Spanndrähten  entlanggeführt werden und im Sommer für kühlenden Schatten und leckere (kernlose) Trauben sorgen.

Jetzt, gut einen Monat später, bekomme ich die Quittung. Der Wein tröpfelt. Und zwar aus allen Löchern.

Ja, ich weiß, die Profis schneiden ihre Weinreben im Spätherbst oder Winter.  Irgendwie habe ich das verpennt. Allerdings war ich davon ausgegangen, daß die Schnittstellen innerhalb eines Monats soweit zurückgetrocknet sind, daß nichts mehr auslaufen kann. Denkste !

Ver“bluten“, wie viele meinen, können Gehölze nicht. Das, was da ausläuft, ist von den Wurzeln angesaugtes und durch den Wurzeldruck nach oben transportiertes Wasser mit darin gelösten Mineralstoffen.

Vom Menschen genutzt wird dieser Effekt beim Zuckerahorn, der mit dem Wasser auch in den Wurzeln eingelagerte Zucker nach oben transportiert, was abgezapft und zu Ahornsirup verkocht wird.

Genutzt werden auch Birken, deren Wasser angeblich gut gegen Glatzenbildung sein soll. Sinnvoller scheint mir da allerdings die keltische oder germanische Verwendung: den Birkensaft vergären lassen und sich damit einen antrinken. Dann kommt einem die Glatze nicht mehr so tragisch vor 😉

Der Pflanze schadet das Abzapfen höchstens, wenn zu tiefe Schnitte in die Rinde gemacht werden.  Nur wenn man drunter sitzt, kommt es einem etwas merkwürdig vor, wenn bei schönstem Sonnenschein auf der Terrasse  es ständig irgendwo tröpfelt.

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Knallbonbon

Bei uns in der Nähe gibt es an einer Straßenkreuzung ein unauffälliges kleines Haus mit einem unauffälligen Vorgarten. Aber für etwa drei Wochen im Jahr springt einem diese Azaleenblüte geradezu ins Gesicht.

Ich frage mich, ob es hier im Mai wohl verstärkt zu Auffahrunfällen kommt. Als ich das erste Mal mit dem Auto vorbei kam, musste ich jedenfalls heftig auf die Bremse treten.

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