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Archive for November 2013

Alkmene

Die Qual der Wahl: Nachdem der große alte morsche Süßkirschbaum im hinteren Gartenteil gefällt wurde, war mir klar, daß an dieser Stelle (oder zumindest möglichst nah daneben) ein weiterer Apfelbaum seinen Platz finden sollte.  Apfel, weil man niemals Steinobst (Kirsche, Pflaume, Mirabelle, Pfirsich usw…) nach Steinobst und niemals Kernobst (Apfel, Birne, Quitte) nach Kernobst pflanzen sollte. Sonst können ggf. Krankheiten übertragen werden. Darüber, ob es bei Obstbäumen ähnlich wie bei Rosen eine Bodenmüdigkeit gibt, habe ich unterschiedliche Meinungen gehört. Birnen mag ich nicht und zum Quitten einkochen bin ich ehrlich gesagt, zu faul. Also noch ein Apfelbaum.

Aber was bitte schön für einer ? Nachdem ich derart viel über rare Apfelsorten, Streuobstwiesen usw. gelesen hatte, daß mir schon der Kopf rauchte, war ich wild entschlossen, meinen Teil zum Erhalt alter, regionaler Obstsorten zu tun und mir ein weiteres dieser Schätzchen in den Garten zu holen. Einen Streuobstwiesenapfel habe ich ja schon, die Rote Sternrenette.

Da gilt es zu beachten, welcher Baum zu welchen Bodenverhältnissen paßt, welcher Apfel von welchem besonders gut bestäubt werden kann (Äpfel, wie die meisten anderen Obstbäume auch, sind nicht selbstbestäubend, sie brauchen einen zweiten Baum, vorzugsweise einer anderen Sorte, als Befruchter), ob es sich um eine regionale Züchtung handelt usw.

Schließlich bin ich bei „Alkmene“ gelandet. Das ist zwar kein Streuobstwiesenapfel, und auch keine regionale Sorte. Aber der Rest paßt: Alkmene ist als Container-Halbstamm auf schwachwüchsiger Unterlage erhältlich (so groß wie eine Streuobstwiese ist mein Garten dann doch nicht), wird u.a. von Golden Delicious befruchtet (den haben mir liebe, wenn auch etwas ahnungslose Freunde zum Einzug geschenkt) und vor allem: Alkmene verträgt sandigen Boden.

Jetzt steht das gute Stück also da, und erfüllt hoffentlich bald die hohen in ihn gesetzten Erwartungen. Ich bin gespannt, ob er noch vor der (schon vor vier Jahren gepflanzten) Sternrenette blüht. Damals hatte ich nämlich übersehen, daß a) ein Hochstamm als Wurzelware länger bis zur ersten Blüte braucht, und b) die Rote Sternrenette sowieso erst in fortgeschrittenerem Alter zu fruchten beginnt.

Pomologie – eine Wissenschaft für sich.

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Vor knapp zwei Jahren  hatte ich hier in diesem Blog etwas über den Sinn der botanischen Nomenklatur geschrieben. Manchmal zweifle ich diese Sinnhaftigkeit aber doch an.  Zum Beispiel heute. Eigentlich wollte ich nur schnell Bilder meines endlich blühenden Purpurdosts einstellen. Letzten Herbst hat ein Frühfrost im Oktober den weißen Blütensternchen ein vorzeitiges Ende bereitet.

Aber jetzt Ageratum altissima Anfang November in Hochform:

purpurnahnov

Äh, Ageratum altissima ? Moment mal, heißt das Ding nicht mittlerweile Ageratina altissima ? Kurzer Check durch diverse botanische Seiten, in der Tat. Der Name wurde mal wieder geändert.

Als ich die Pflanze zum ersten Mal sah, stand sie in der Staudengärtnerei unter Eupatorium rugosum. Bei manchen Staudengärtnern findet man sie immer noch unter diesem Namen.  Soviel zum Thema Eindeutigkeit der botanischen Namen. Das Hin und Her der Botaniker (gehört diese Pflanze nun zur Gattung Wasserdost  – Eupatorium – oder machen wir eine eigene Gattung daraus und wenn ja, wie heißt die dann ?) verwirrt durchaus nicht nur Laien.

Aber zurück zum Purpurdost in Vollblüte. Das Bild oben stammt von heute, leider mußte ich blitzen. So sahen die Blüten noch Mitte Oktober aus:

purpurnahokt

Der Purpurdost steht im ehemaligen Bunte-Blätter-Beet. Ehemalig heißt, daß ich hier an einem ursprünglich halbschattigen Platz viele Heuchera und andere buntlaubige Stauden gepflanzt hatte. Inzwischen wurden im Hintergrund zwei große Bäume gefällt und das Beet hat jetzt fast den ganzen Tag Sonne. Den Sommer über sind mehrere Heucheras eingegangen, und diesen Herbst habe ich Königskerzen und einige andere sonnenliebende Stauden dorthin gepflanzt. Den Purpurdost scheint die Sonne nicht zu stören.

Im Oktober sah das noch so aus:

purpuroktober

Ich bin gespannt, wie sich das Beet im nächsten Jahr entwickelt.

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