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Archive for August 2011

Mobiler Garten

Seit Mitte Juli gibt es in Köln ein neues Gartenprojekt, die Pflanzstelle. Auf einem Brachgelände in Köln-Kalk hat der Verein Grenzenlos Gärten einen öffentlichen Gemüsegarten angelegt.

Hier werden die Pflanzen – ähnlich wie bei dem Berliner Prinzessinnengarten– in Kisten und Säcken gezogen. Das hat mehrere Gründe. Erstens ist der Garten mobil, die Kistenhochbeete stehen auf Paletten und können so relativ leicht auf einen anderen Platz umziehen. So können Brachgelände kurzfristig zwischengenutzt werden. So auch hier, das Gelände an der Neuerburgstraße kann nur bis Ende November bewirtschaftet werden und wird dann verkauft.

Zweitens muß man sich nicht mit der Frage auseinandersetzen, ob das Gelände womöglich belastet ist. Die Chancen dazu sind auf einem ehemaligen Industiestandort wie Köln-Kalk recht gut.

Drittens und für mich an diesem Projekt das erstaunlichste ist, wie rasant das Gemüse trotz des bescheidenen Sommers wächst. Viele der Pflanzen sind erst Anfang Juli ausgepflanzt worden und haben jetzt schon eine beachtliche Größe erreicht. Wahrscheinlich liegt das an der höheren Bodentemperatur in den Säcken und Hochbeeten.  Der Nachteil dieser Anbaumethode: die Pflanzen brauchen sehr viel Wasser.

Kohlrabi in Kisten

Die Samen und Jungpflanzen stammen aus biologischem Anbau, gedüngt wird mit Kompost und gespritzt nur mit Kräuterjauchen.

Kartoffelversammlung in Reissäcken

Die Leute von Grenzenlos Gärten haben ihr Projekt gezielt in diesem alten Arbeiterstadtteil mit wenig Grünflächen und hoher Arbeitslosenrate angelegt. Ein Bürgergarten sollte da sein, wo die Leute leben. Hier hat kaum jemand einen eigenen Garten und die Möglichkeit eigenes Gemüse zu ziehen. An drei Tagen der Woche (Di., Do. und Sa.) hat der Garten geöffnet.  Neue MitgärtnerInnen sind ausdrücklich erwünscht.

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Am Wochenende war ich seit längerem mal wieder im Biogarten Thurner Hof. Und siehe da: an dem denkmalgeschützten Fachwerkgebäude wird tatsächlich gearbeitet ! Sogar von einer Fachfirma !

Zur Erinnerung: Das Haus stand jahrelang leer, nachdem die Volkshochschule Köln die Räume nicht mehr nutzte. Die Stadt ließ das Haus erst verrotten und versuchte dann seit 2009, mit Ein-Euro-Jobbern eine Sanierung hinzubekommen. Die fachgerechte Restaurierung eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses hat diese Leute natürlich überfordert, so daß längere Zeit nichts wesentliches passierte.

Jetzt sind endlich Fachleute dabei, die angefressenen alten Eichenbalken auszutauschen bzw. wo es noch geht, abzustützen. Angeblich soll das ganze Haus zum Frühjahr 2013 fertig sein, aber nach den bisherigen Erfahrungen darf man wohl eher auf Ende 2013 tippen. Immerhin, es geht voran. Nach der Restaurierung soll das Haus dann von diversen Dellbrücker Vereinen, den Biogärtnern und – o Wunder – auch wieder von der Volkshochschule genutzt werden.

Die hohe Staude im Vordergrund ist Federmohn (Macleaya cordata), sehr schick, sehr groß, braucht viel Platz an der Sonne.

Und hier noch ein paar Impressionen aus dem Garten. Die Biogärtner bewirtschaften ihre Gemüsebeete teils in Reihenkultur, d.h. in jeder Reihe eine andere Pflanze, bevorzugt solche die sich gegenseitig unterstützen wie Möhren und Zwiebeln.

Andere Gemüsebeet werden in Fruchtfolge angebaut, d.h. auf einem Beet wachsen im ersten Jahr stark zehrende Pflanzen. im zweiten Jahr mittelstark zehrende Pflanzen, und im dritten Jahr Schwachzehrer. Hier z.B. ein Fruchtfolgebeet mit buntem Mangold (der gehört zu den Mittelzehrern)

Ein paar Bilder aus den Reihenkulturen, auffallend ist, daß überall wildwachsende Kräuter wie Ringelblumen, Malve, Bienenfreund usw. dazwischen stehen dürfen.

Stangenbohnen…

Palmkohl (in der Mitte) und Weißkohl (im Vordergrund)

Todschick: das neue Tomatenhaus. Damit ist es den Biogärtnern gelungen, trotz des besch… Wetters den Sommer bisher braunfäulefrei zu überstehen. Ganz reif sind die Tomaten zwar noch nicht, aber die Ernte sieht vielversprechend aus.

Für Interessenten hat der Biogarten Samstags den ganzen Tag geöffnet und bei schönem Wetter auch Mittwochs nachmittags. Im neuen VHS-Programm werden auch wieeder diverse Kurse im Garten angeboten.

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Noch mehr Wasser

Es liest sich vielleicht etwas bescheuert: jetzt habe ich noch mehr Wasser im Garten. D.h. ich habe zusätzlich zu der Zisterne im Hintergarten auch im Vorgarten ein Regenfass aufgestellt. Nicht direkt ein Fass, sondern nur einen Holzrahmen mit stabilem Kunststoffsack drin. Die Aufbauanleitung war wie von Ikea: schwer nachzuvollziehen, insbesondere was den Anschluss des Fasses ans Fallrohr betraf. Naja, nach längerem Hin und Her steht das Ding jetzt, und ich kann meinen Wasservorrat um weitere 400 l aufstocken (sofern es in diesem Leben noch mal wieder eine Trockenheit gibt). Und so schlecht sieht es gar nicht aus.

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So. ich hab´s satt.

Ja, es regnet. Ja, es ist viel zu kalt. Ja, ich war seit Ende Juni erst ein einziges Mal im See schwimmen. Ja, die Rosen haben Rost und Rußtau ohne Ende. Und ja, die Tomaten sehen besch… aus.


Ich versuch jetzt trotzdem, mal ein paar positive Aspekte dieses verregneten Sommers zu finden. OK, die Tomaten haben Braunfäule. Das ist zum Teil natürlich meine eigene Schuld, weil ich mir den Blick in den Garten nicht durch eins von diesen häßlichen Tomatenschutzdächern aus Plastik verstellen will. Deswegen habe ich die Tomaten in Kübel gepflanzt und unters Vordach geschoben, was leider nur teilweise den Regen abhält. Ergebnis: an allen Pflanzen macht sich Braunfäule breit. die „Green Zebra“ kann ich wohl komplett abschreiben, da sitzt die Fäule schon an den Früchten.

Immerhin hat die „Golden Currant“ noch keine Fruchtfäule und durchaus schon etliche kleine, aber leckere gelbe Tomätchen geliefert. Auch die „Black Plum“ verfärbt sich langsam, nicht faulbraun, sondern lila wie es sich gehört.

Die Wiese, die im Mai strohgelb war, ist wieder saftiggrün und man sollte mal wieder mähen …

Ein etwas gewagtes Projekt scheint dank des Dauerregens zumindest teilweise zu funktionieren. Ich hatte eine halbschattige Ecke in meinem Sandgarten mit etlichen Schubkarren Kompost und Lehmboden  aufgearbeitet, um etwas feuchtigkeitsliebendere Stauden anzupflanzen.

Buschwindröschen gab hier es schon, als ich den Garten übernahm. Dazu habe ich die Ecke mit Frauenmantel (Alchemilla mollis), Entenschnabel-Felberich (Lysimachia clethroides), Akanthus (Acanthus mollis), Zierrhabarber (Rheum „Ace of Hearts“), und zwei Arten Kreuzkraut (Ligularia przewalskii und L. dentata) bepflanzt. Als Bodendecker darunter wachsen weißes Immergrün (Vinca minor „Alba“) und das überall präsente Pfennigkraut (Lysimachia nummularia). Im frühen Frühjahr blühen hier Schneeglöckchen (Galanthus) und danach die Buschwindröschen (Anemone nemorosa).

Wer das Pfennigkraut in die Rubrik „feuchtigkeitsliebend“ einsortiert hat, weiß ich nicht. Es wächst bei mir nahezu überall, selbst auf dem trockenen, sonnigen Hochbeet und hat eindeutig die Lizenz zum Wuchern.

Jedenfalls ist die Bilanz in dieses Beetes in der 2. Saison: Frauenmantel kommt prima klar, Immergrün und Pfennigkraut sowieso, der Entenschnabel-Felberich hat nach Startschwierigkeiten im letzten Jahr in diesem Frühling (!) geblüht, Zierrhabarber und Akanthus bilden leider nur Blätter. Bei den Kreuzkräutern gibt es Unterschiede:  von den beidenn Ligularia przewalski ist eins eingegangen, das zweite mickert rum. Ligularia dentata dagegen erfreut mit großen gelben Blüten – ein echter Spätsommer-Hingucker !

Mal sehen, was ich im Herbst anstelle der beiden Ligularia przewalski setze.

Und hier noch was buntes gegen Regenfrust. Im Hochbeet blüht es tapfer durch. Auch wenn die Sonnenbraut (Helenium) und das Eisenkraut (Verbena bonariensis) wegen des ganzen Wassers von oben gelegentlich in Schieflage geraten.

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So üppig kann eine Wiese auf magerem Heideboden blühen...

... und die Besenheide, Calluna vulgaris, blüht auch schon...

… und es lohnt sich, am Donnerstag, den 18.8. an der Führung des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) durch die Dellbrücker Heide teilzunehmen.

Treffpunkt ist wie immer um 17.00 Uhr am Kiosk an der S-Bahnhaltestelle Köln-Dellbrück. Die Führung ist kostenlos und dauert bis 19.00 Uhr.

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Erste Weintrauben

Was so ein Tag Sonne doch ausmacht ! In einen geschützten Winkel zwischen Fallrohr und Hauswand haben sich zwei Weintrauben verkrochen und sind tatsächlich blau geworden. Da mußte ich heute doch mal ein Beerchen naschen. Nunja, noch ein wenig säuerlich, aber mit etwas gutem Willen genießbar.

Die Weinreben haben hier gute Bedingungen. Ich habe sie rechts und links an die Terrasse gepflanzt, Südseite natürlich, im berüchtigten Dellbrücker Sandboden, aber mit ordentlich Kompost aufgepeppt.

Die Terrasse ist mit diesen Kunststoff-Doppelstegplatten überdacht. Bei Sonnenschein gibt das einen prima Treibhauseffekt, d.h. beim Frühstück läuft die Butter vom Brötchen. Deswegen habe ich die Weinreben an Drahtseilen unterhalb der Platten lang gezogen, in der Hoffnung, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Beschattung beim Frühstück und frühe Traubenernte.

Immerhin Punkt zwei scheint zu funktionieren. Ich habe im Frühjahr 2009 zwei kernlose Rebsorten gepflanzt: die weiße „Himrod“ und die rote „Sweety“. Sie haben unterschiedliche Wuchseigenschaften: „Himrod“ hat schon im ersten Jahr sehr lange Triebe gebildet und im zweiten Jahr alle ihm zugedachten Drähte berankt. „Sweety“ wächst langsamer und bildet mehr Seitentriebe.

Jetzt im dritten Standjahr habe beide etwa gleichviel (oder gleichwenig) Trauben gebildet, ca. 12 pro Rebe. Die wuchsfreudige „Himrod“ mußte schon reichlich geschnitten werden. Nachdem die Rebe jetzt ihre Drähte besetzt hat, lasse ich über jeder Traube nur noch drei Blätter stehen und schneide alles darüber weg. Wein wuchert ! Im Winter schneidet man die älteren Triebe zurück, über die Details muß ich mich bis dahin schlau machen.

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