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Posts Tagged ‘Bienen’

So, hier der versprochenen Astern-Beitrag.

Astern haben im Oktober ihren großen Auftritt. Weil sie relativ spät blühen, sind sie eine wichtige Bienenfutterpflanze, um vor dem Winter nochmal ordentlich Vorräte im Bienenstock einzulagern.

Am bekannstesten sind sicher die hochwüchsigen Rauhblattastern (Aster nova-anglia) und Glattblattastern (Aster novi-belgii). Beide werden je nach Sorte 1 m bis 1,5 m hoch, und es gibt sie in allen möglichen Farben von Weiß über diverse Rosa- und Pinktöne bis zu Dunkelviolett.

rauhuglatt2

Die weiße ist hier die Rauhblattaster, die violette die Glattblattaster.

In der Nahaufnahme kann man erkennen, daß das Laub der Rauhblattaster etwas größer ist. Daß es sich in der Tat etwas pelzig anfühlt, kann man leider nicht sehen.

rauhundglatt

Sehr ähnlich, nur viel niedriger, sehen die ebenso bekannten Kissenastern (Aster dumosus) aus. Auch sie kommen in allen Farben außer gelb vor, und auch sie brauchen einen vollsonnigen Standort.

asterdumosus

Das Gelbe im Hintergrund ist übrigens das Laub der Ballonblume (Platycodon grandiflorus)

Einige Astern blühen sehr spät, fast bis zum Frost, so z.B. die Myrtenaster (Aster ericoides) mit ihren zierlichen weißen Blüten. Leider wuchert sie stark, so daß ich diese Aster nach drei Jahren Ausbuddeln von Ausläufern aus meinem Garten verbannt habe. Ganz ist es mir nicht gelungen, wie man hier sieht:

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Stattdessen habe ich eine echte Traumpflanze entdeckt, die Waagrechte Herbstaster „Lady in Black“ (Aster lateriflorus). Die Blüten ähneln denen der Aster ericoides,

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aber durch die violette Mitte wirkt die ganze Pflanze wie ein zartlila Schleier über dem Beet.

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Astern für den Schatten gibt es übrigens auch, nicht nur die Aster divaricatus, hier ein Detailbild der Einzelblüten.

asterdivdetail

In der Literatur habe ich für schattige Plätze außerdem noch Aster cordifolius und Aster ageratoides gefunden. Letztere soll allerdings sehr stark wuchern. Von beiden gibt es weiße und lilafarbene Sorten.

Und eine gelbblühende Aster gibt es auch: Aster linosyris.

 

 

 

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Neophyten

Neophyten – nennt man eingewanderte oder besser aus Parks und Gärten ausgewilderte,  über Bahnlinien, Flüssen und Straßen
eingeschleppte Pflanzen.  Die meisten dieser Arten stammen aus ähnlichen Klimazonen in Asien oder (Nord)amerika wie hier in Mitteleuropa und wurden in den letzten paar hundert Jahren als Zier- oder Nutzpflanzen eingeführt.

Ihnen gegenüber gestellt werden die  „einheimische Pflanzen“  Dabei ist „einheimisch“ ein  relativer Begriff, da nach der letzten Eiszeit die meisten Blütenpflanzen in Mitteleuropa erst wieder einwandern mussten, so auch die als „urdeutsch“ geltenden Bäume wie Eiche und Buche.

Wissenschaftler differenzieren hier nochmal nach indigenen Pflanzen, d.h. ohne menschliches Zutun hier vorkommend und  Archäophyten – bis zum Jahre 1500 hier eingeführt; z.B. Walnuß und Kirsche,  die von den Römern über die Alpen gebracht wurden.

Die Pflanzenwelt ist also in einer ständigen Bewegung und Wandlung. Seit etwa 200 Jahren hat sich das Tempo allerdings so
verschärft, daß die Ökosysteme mit der Anpassung an Umweltzerstörung einerseits und ständig neu angesiedelten Pflanzenarten andererseits nicht mehr nachkommen.

In Deutschland haben sich ca. 420 Neophyten dauerhaft etabliert, das sind 16% aller bei uns wachsenden Pflanzenarten. Als dauerhaft etabliert gelten Pflanzen, die sich bei uns spontan, d.h. ohne menschliches Eingreifen vermehren und bereits 2-3 Generationen über mind. 25 Jahren durchlaufen haben. Solche Pflanzen können (müssen aber nicht) zur Gefahr werden.

Von den bekannten Neophyten-Arten haben sich nur etwa 20 (- 30) Arten sich als so problematisch erwiesen, dass gegen sie in größerem Umfang Bekämpfungen eingeleitet oder diskutiert worden sind. Man sollte diese Pflanzen nicht anpflanzen und keine Samen ausreifen lassen.

Im Sommerloch taucht alle Jahre wieder der kaukasische Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) auf, eine üppige, bis zu 3,5 m hohe doldenblütige Staude. Bei Berührung löst die Pflanze heftige Hautrektionen aus,  die wie Verbrennungen aussehen und sich auch so anfühlen.  Mit „Gefahr“ meine ich hier allerdings Gefahr, d.h. Verdrängungskonkurrenz für einheimische Pflanzen. In dieser Hinsicht ist der Riesenbärenklau harmlos, da er nur einen mäßigen Ausbreitungsdrang besitzt.

Riesenbärenklau (oben), Indisches Springkraut (unten)

Das hübsche rosablühende indische Springkraut (Impatiens glandulifera), einst eine beliebte Gartenpflanze, ist dagegen ein anderes Kaliber. Es breitet sich massiv an  Bachläufen und Feuchtwiesen aus, und kann mittlerweile die ursprüngliche Vegetation zurückdrängen.

Ebenso invasiv tritt der Staudenknöterich auf. Hiervon gibt es gleich zwei ausgewilderte Arten, Fallopia japonica und Fallopia sachalinense, die flächendeckend so ziemlch überall auftreten können.

Junge Staudenknöterich-Stängel bis etwa zur Kniehöhe sind übrigens eßbar, schmecken leicht säuerlich und lassen sich wie Rhabarber verarbeiten. Trotzdem: bitte nicht im Garten anpflanzen, sondern lieber irgendwo in freier Wildbahn ernten.

Japanischer Staudenknöterich

Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) besiedelt mittlerweile viele Trockenwiesen

Auf sandigen Böden, z.B. bei uns in der Dellbrücker Heide sind auch  ausgewilderte Stadtbäume, wie die Robinie (Robinia pseudacacia) problematisch, da sie auf dem trockenen Standorten Konkurrenzvorteile gegenüber der Birke  hat.  Robinien sind Leguminosen wie Erbse oder Bohne, und leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln. Diese Bakterien setzen  Stickstoff frei,  dadurch wird die Bodenzusammensetzung so stark verändert, daß eine vollkommen andere Pflanzengesellschaft entsteht.

Imker sehen Robinien gerne, da die Blüten reichhaltige Bienennahrung bieten. Dadurch entsteht der bekannte „Akazienhonig“.

Empfehlenswertes Buch zum Thema Neophyten und Neozoen: Kegel; Die Ameise als Tramp

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Und noch ein Termin:

Am 1.Mai findet im Biogarten Thurner Hof die traditionelle Pflanzentauschbörse statt. Beginn ist um 11 Uhr, Ende gegen 14 Uhr.

Eine Standgebühr wird nicht verlangt. Wer nichts zum Tauschen mitbringt, kann i.d.R. trotzdem seine Wunschpflanze mitnehmen, gegen eine Spende an Zartbitter. Getauscht wird so ziemlich alles, von Samen über Gemüsejungpflanzen und Stauden bis zu Zimmerpflanzen und Gehölzen (sofern sich diese noch transportieren lassen 😉 ).

Außerdem ist das Bienenhaus für Interessenten geöffnet.  Es gibt Kaffee und Kuchen,  ebenfalls gegen eine Spende. Wer den Biogarten noch nicht kennt, hat natürlich auch die Möglichkeit , sich umzuschauen.

Die Adresse ist Mielenforster Strasse 1, in 51069 Köln-Dellbrück, der kleine Stichweg hinter dem Reitstall.

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Nächsten Sonntag, den 17.4. um 16.30 Uhr läuft in der ARD die Sendung „Heim und Garten“, diesmal aus dem Biogarten Thurner Hof. Neben diversen Einspielern gibt es Beiträge direkt aus dem Garten zum Thema „Vogel des Jahres“; Bienen und Insektenhotels; richtig kompostieren; seltene Gemüsesorten und schöne Disteln.

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Kornelkirsche

Einer der ersten blühenden Sträucher und damit ein wichtiges Bienennährgehölz ist die Kornelkirsche. Je nach Temperaturen öffnen sich die zartgelben Blüten schon Mitte Februar.

An den längsovalen, bei Vollreife violettroten Früchten kann man erkennen, daß dieser Strauch mit Kirschen eigentlich nichts zu tun hat. Cornus mas, so der botanische Name, ist ein Hartriegelgewächs. Die Früchte sind eßbar, aber sehr sauer. Man kann Gelee daraus kochen oder Saft pressen. Bei Vögeln sind die Früchte ebenfalls beliebt.

Was den Standort betrifft ist die Kornelkirsche anspruchslos. Möglichst sonnig sollte er sein und keine Staunässe im Boden haben. Der Strauch kann durchaus vier Meter hoch und fast genauso breit werden.

In manchen Baumschulen bekommt man Kornelkirsche auch als Hochstamm gezogen. Aber meiner Meinung nach gehört dieser Strauch in eine lockere Wildfruchthecke zusammen mit Schlehe, Weißdorn, Hundsrose, Haselnuß usw. an den Feldrand oder in den wirklich großen Garten.  Hier sollte man mindestens 1,5 Meter Platz für den Strauch einplanen. Geschnitten wird er  am besten im Sommer.

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