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Archive for Januar 2011

Irgendwann ist das Ende jedes Baumes gekommen. Ob relativ kurzlebiger Obstbaum oder Waldbaum, sobald der Fruchtansatz nachläßt, die Belaubung schütter wird und immer mehr tote Äste in der Krone auftauchen (oder runterfallen), setzt der „ordentliche“ Gärtner die Motorsäge an. Gartenbesitzern, die Totholz nicht entfernen, wird oft Unverständnis entgegengebracht.
In vielen Gärten wird Totholz entfernt, weil es als „hässlich“ angesehen wird, oder die Verkehrssicherungspflicht es vorschreibt. Wenn Schäden durch herabfallende Äste verursacht werden, ist der Baumbesitzer meist schadensersatzpflichtig.

Vom ökologischen Standpunkt aus gesehen ist das kontraproduktiv.
An Stellen, wo der Baum niemanden gefährdet, sollte er als „Ruine“ mit Stamm und gestutzter Krone noch einige Jahre stehen bleiben dürfen. Stehendes Altholz ist ökologisch noch bedeutsamer als liegendes oder aufgestapeltes Holz.

An einen abgestorbenen Baum kann man immer noch eine Ramblerrose pflanzen

Totes Holz im Garten (vom Reisig bis zum vermodernden Baumstrunk) ist als Lebensraum für Insekten- und Vogelarten von großer Bedeutung.
Allein 25 Prozent aller in Deutschland vorkommenden Käferarten leben am zerfallenden Holz. Holzbienen legen Brutzellen in trockenem, sonnenexponiertem und leicht morschem Totholz an und überwintern im Totholz. Viele weitere Wildbienen, Hummeln und Hornissen leben in abgestorbenen Holzstämmen, meist in aufrecht stehenden Baumstümpfen.
Viele Vögel fressen von den Insektenlarven im alten Holz. Es bietet Unterschlupf und Bruthöhlen für Vögel (z.B. Käuzchen, Gartenrotschwanz Spechte, Kleiber) und Fledermäuse an.

Hier war ein Buntspecht am Werk

Wenn der Baumrest in sich zusammenzubrechen droht, kann er an einer geeigneten Stelle des Grundstücks abgelagert werden. Auch so nutzt er noch zahlreichen Tieren als Unterschlupf. Eine Zunahme an Schädlingen im Garten braucht man nicht zu befürchten. Hohe Artenvielfalt hat vielmehr einen geringeren Schädlingsbefall zur Folge, da die Fraßfeinde wie Vögel, Kröten und Raubinsekten hier eine Nische finden.

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Begriffsverwirrung

Unter das Rosenfoto vom letzten Post hatte ich „Keine Rose ohne Stacheln“ geschrieben. Umgangssprachlich spricht man dagegen immer von der „dornigen Rose“. Was stimmt denn nun ?
Tatsächlich haben Rosen Stacheln statt Dornen.
Stachelbeeren dagegen haben keine Stacheln, sondern Dornen. Und ja, da gibt es Unterschiede, auch wenn beides piekt.
Stacheln sind Auswüchse der Rinde. Man kann sie (relativ) leicht abbrechen. Dornen sind verkürzte Zweige, Holz in der Mitte und Rinde drumherum.

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Ein Besuch im Schnütgenmuseum für sakrale Kunst am Kölner Neumarkt lieferte mir den Anstoß für diesen Text. In dem seit Oktober neu eröffneten Museum wurde ein sogenanntes Stundenbuch, ein mittelalterliches Gebetbuch komplett eingescannt, so daß man es am Bildschirm durchblättern kann. Erklärungen und Textübersetzungen werden gleich mitgeliefert.
Der mittelalterliche Künstler hat um die Gebetstexte und Heiligenbilder herum etliche Pflanzen und Blumen detailgenau skizziert. Diese Pflanzen passen mit ihrer Symbolik zum jeweiligen Text.

So finden sich hier Lilien (Reinheit und Unschuld), Veilchen (Demut), Immergrün (Tod und/oder ewiges Leben), Akelei (Taube/der heilige Geist), Borretsch und andere blaue Blüten (Maria), Nelke (die Leiden Christi).

Hier wurde ich dann stutzig. Die Nelke war mir bisher, zumindest in der roten Form, als Symbolpflanze der Arbeiter und des 1.Mai geläufig. Ich beschloss, ein wenig zu recherchieren.

Pflanzensymbolik speist sich aus verschiedenen Quellen. Die christliche Religion ist eine davon, ebenso diverse vorchristliche Religionen, die ins Brauchtum eingegangen sind.

Immergrüne Pflanzen wie Efeu und Stechpalme stehen für Tod und Wiedergeburt. Wenn sie dann noch giftig sind wie die Eibe, kommt Hexerei als Bedeutung dazu.

Farbenlehre und Signaturenlehre weisen häufig auf die Bedeutung der Pflanzen hin.

Ein Beispiel ist die hohe Schlüsselblume (Primula elatior). Sie galt als Schlüssel zum Himmelstor (wegen der Form), die Blütenfarbe Gelb symbolisiert hier Heiligkeit.

Hohe Schlüsselblume und Duftveilchen


In anderen Zusammenhängen kann Gelb für Schande und Ausgrenzung stehen.

Die Iris oder Schwertlilie hatte viele Bedeutungen. Die blaue Iris ist ihrer Farbe wegen eine der Symbolpflanzen der Muttergottes. Da es Schwertlilien in vielen Farben gibt, standen sie im antiken Griechenland für die Göttin des Regenbogens. Im Mittelalter galt die Iris wegen der schwertförmigen Blätter als Symbolpflanze des Rittertums, und kam so als Wappenpflanze auf das Banner der französischen Könige.

Iris barbata, dahinter Iris sibirica

Auch Maiglöckchen (Convallaria majalis) wurden früher unter dem Sammelbegriff „Lilie“ einsortiert. Im Englischen findet man sie unter dem Namen „Lily of the Valley“. Mit der Farbe Weiß und ihrem süßen Duft sie steht für Reinheit und Neubeginn im Frühlingsmonat Mai. Die giftigen roten Beeren allerdings bedeuten den Tod.

Selbst die rote Rose steht nicht einfach nur für Liebe und Leidenschaft. Im Christentum steht die Rosenblüte für die Schönheit Marias, die „Rosenkranz“ genannte Gebetskette dagegen für durchaus schmerzhafte Bußübungen.

Keine Rose ohne Stachel...

Wer zu dem Thema weiterlesen möchte, dem sei das Buch „Pflanzengeheimnisse aus alter Zeit“ empfohlen.

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Das Winterende ist absehbar

… denn heute habe ich das erste Schneeglöckchen im Garten gefunden

und die Katzen haben die erste lebendige Maus der Saison angeschleppt (davon gibt es leider kein Foto).

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Holzen für den Naturschutz

In der Nähe meines Häuschens liegt das neueste Naturschutzgebiet Kölns, die Dellbrücker Heide.

Bis zum Beginn der 90er Jahre war hier ein belgisches Militärgelände.

Die Wellblechbaracken sind ein Überbleibsel der Belgier

Nach dem Abzug der Belgier lag die Heidefläche brach und wuchs so langsam mit Pionierbaumarten wie Sandbirke und Traubenkirsche zu.

Seit 2009 ist die Dellbrücker Heide als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Damit die Heide aber Heide bleibt und kein Wald darauf wächst, muss die Verbuschung gestoppt werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat diese Arbeit übernommen, da die Stadt Köln und das Land NRW bekanntlich furchtbar arm sind.

Während der Wintermonate werden hier fast jeden Samstag Bäume gefällt. Letzten Samstag haben meine Motorsäge und ich uns den Freiwilligen vom BUND angeschlossen und – angenehmer Nebeneffekt- eine ordentliche Ladung Kaminholz mit nach Hause genommen.

Manchen mag es komisch erscheinen, daß Baumfällung Naturschutz ist. Es ist aber tatsächlich so, dass es gerade am Rand des rechtsrheinischen Köln früher große Heideflächen gab. Da der Boden auf der rechtsrheinischen Mittelterrasse nährstoffarm und sandig ist, taugte er kaum zum Ackerbau und wurde früher als Weidefläche genutzt. So konnte sich eine artenreiche Fauna und Flora entwickeln, die im Wald nicht existieren kann.

Der größte Teil davon ist heute entweder bebaut (Merheimer Heide) oder aufgeforstet (Dünnwalder Heide). Auf dem größten erhaltenen Heideteilstück, der Wahner Heide, liegt der Flughafen Köln/Bonn.

Nach den Abholzungen in Dellbrück werden auf den wieder freigestellten Heideflächen wieder Schafe und Ziegen weiden, die durch Verbiss die Jungbäume kurzhalten können.

Ein Besuch der Dellbrücker Heide lohnt sich. Bereits jetzt kann man wieder weite offene Flächen mit Heidekraut und Ginster sehen.

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Nachdem der Schnee nun weg und die Temperaturen auch nachts über dem Gefrierpunkt bleiben, hab ich Schadensbesichtigung im Gemüsebeet betrieben.
Die restlichen Mangoldpflanzen sind -oberflächlich betrachtet- Matsch. Mit ein bisschen Glück werden sie im Frühjahr wieder austreiben und ein leckeres Frühgemüse geben. Allerdings muß man sich mit dem Aufessen beeilen, spätestens ab Mai treibt der Mangold Blüten und wird dann zäh.
Dem Feldsalat haben weder 25 cm Schneedecke noch die letzten Frostnächte (nachdem der Schnee schon weggetaut war), was ausgemacht.

Meine erst Ende Juli gesäten späten Möhren haben zwar das Wachstum eingestellt, sind aber durchaus essbar.

Schon spannend, wie winterhart doch manches Gemüse ist !

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Vögel zählen

Eigentlich schade, daß der Schnee weg ist. Abgesehen vom Spaßfaktor war mein Garten im weißen Zustand von wesentlich mehr Vögeln besucht.
Das lag zum einen an den aufgehängten Meisenknödeln, die jetzt leergefuttert sind, zum anderen an den beiden großen Feldahornen. In diesem Winter ist mir zum ersten Mal aufgefallen, wieviele Vögel an den Samen picken.
Wenn ihr mich fragt, je mehr, um so besser ! Um so weniger Ahornsämlinge muß ich im Frühling aus den Beeten rupfen !
Aber scheinbar sind Ahornsamen nur Notnahrung. Seit der Boden wieder offen ist, ist im Ahorn längst nicht mehr soviel Betrieb. Scheinbar findet man jetzt wieder anderswo was zu futtern.
Das hab ich heute bei der Zählung für die „Stunde der Wintervögel“ bemerkt. Von dem Grünfinkenschwarm ließ sich nur ein einziger blicken, die Bergfinken sind überhaupt nicht aufgetaucht und die Kernbeißer hockten in Nachbars Birke. Dafür konnte ich ein Dompfaffenpärchen begrüßen, die sind neu !
Die „üblichen Verdächtigen“ wie Amseln, Blau- und Kohlmeisen waren natürlich anwesend, und zum ersten Mal seit Wintereinbruch hab ich wieder ein Rotkehlchen gesehen. Da Rotkehlchen mit Meisenknödeln nichts anfangen können, hatte ich immer wieder am Komposthaufen Stellen schneefrei gescharrt, damit die kleinen Insektenfresser was zu picken finden. Ich weiß nicht, ob es was genützt hat, gesehen hatte ich keine.
Leider hab ich keine Fotos von den Piepmätzen, da mit meiner kleinen Digikamera auf größere Entfernung keine vernünftigen Bilder zu machen sind. Auf der NABU – Seite kann man sie alle finden.

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