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Archive for April 2013

In den letzten zwei Wochen ist mein Garten im Farbenrausch explodiert. Leider auch mein Arbeitsvolumen, denn alles was im März in Eis und Schnee nicht begärtnert werden konnte, steht jetzt in der Warteschlange.

Deswegen gibt es einfach mal ein paar schöne Bilder vom Farbenrausch im Frühlingsgarten. Interessanterweise beschränkt sich der Rausch zumindest in meinem Garten überwiegend auf die Farben weiß, blau und gelb. Das war keine Absicht, sondern hat sich von selbst so ergeben. Muß was mit meiner Abneigung gegen klassische rote Tulpen zu tun haben…

blauweiß

Das Lungenkraut ist zu Hochform aufgelaufen und verträgt sich bestens mit den Buschwindröschen.

buntesbeet

Das Bunte-Blätter-Beet im Schatten (mit vielen verschiedenfarbigen Heucheras) wird gerade von Vergißmeinnicht und den gelben Elfenblumen (Epimedium sulphureum) dominiert.

silberblatt

Auch hier wieder viele einjährige Vergißmeinnicht. Wenn sie verblüht sind, rupfe ich sie aus und schüttle die Samen aus.  Das garantiert zuverlässiges Blau im Frühjahr. Das violette dahinter ist das ebenfalls einjährige Silberblatt (Lunaria annua). Die getrockneten Schoten werden gerne für Trockensträuße verwendet. Ich mag die Blüte lieber.

epirub

Doch mal was rotes: Epimedium rubrum. Davor die verspäteten Märzenbecher, die bei mir aber nur unwillig blühen – wahrscheinlich ist ihnen der Sand zu trocken.

hundszahn

Der Star dieses Aprils: Hundszahnlilie (Erythronium). Der komische Name kommt von der Form der Zwiebeln, die ein bischen an den Eckzahn einens Hundes erinnern.

primelat

Die hohe Schlüsselblume (Primula elatior) hat tatsächlich fast zwei Monate, von Anfang März durch Eis und Schnee hindurch bis jetzt geblüht. So langsam geht ihr aber die Puste aus.

blaugelb

Dafür übernimmt jetzt die echte Schlüsselblume (Primula veris) den Job. Im Unterschied zu ihrer Verwandten macht ihr volle Sonne nichts aus.

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Der Wein weint

Als  es Anfang März  ein paar Tage warm war, setzte in meinem (wie auch in vielen anderen) Garten hektische Aktivität ein. Unter anderem hatte ich die beiden Weinreben geschnitten, die unterhalb meiner Terrassenüberdachung an Spanndrähten  entlanggeführt werden und im Sommer für kühlenden Schatten und leckere (kernlose) Trauben sorgen.

Jetzt, gut einen Monat später, bekomme ich die Quittung. Der Wein tröpfelt. Und zwar aus allen Löchern.

Ja, ich weiß, die Profis schneiden ihre Weinreben im Spätherbst oder Winter.  Irgendwie habe ich das verpennt. Allerdings war ich davon ausgegangen, daß die Schnittstellen innerhalb eines Monats soweit zurückgetrocknet sind, daß nichts mehr auslaufen kann. Denkste !

Ver“bluten“, wie viele meinen, können Gehölze nicht. Das, was da ausläuft, ist von den Wurzeln angesaugtes und durch den Wurzeldruck nach oben transportiertes Wasser mit darin gelösten Mineralstoffen.

Vom Menschen genutzt wird dieser Effekt beim Zuckerahorn, der mit dem Wasser auch in den Wurzeln eingelagerte Zucker nach oben transportiert, was abgezapft und zu Ahornsirup verkocht wird.

Genutzt werden auch Birken, deren Wasser angeblich gut gegen Glatzenbildung sein soll. Sinnvoller scheint mir da allerdings die keltische oder germanische Verwendung: den Birkensaft vergären lassen und sich damit einen antrinken. Dann kommt einem die Glatze nicht mehr so tragisch vor 😉

Der Pflanze schadet das Abzapfen höchstens, wenn zu tiefe Schnitte in die Rinde gemacht werden.  Nur wenn man drunter sitzt, kommt es einem etwas merkwürdig vor, wenn bei schönstem Sonnenschein auf der Terrasse  es ständig irgendwo tröpfelt.

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Geht doch !

So ganz zaghaft wird es wärmer. Ostermontag hatten wir mit einigen Freunden (und einer zusätzlich aufgestellten Feuerschale) schon ganz tapfer angegrillt. Heute stiegen die Temperaturen zum ersten Mal seit gut einem Monat über 10 Grad. Tagsüber. Nachts friert es immer noch, aber damit soll ja auch bald Schluss sein.

Wenn ich mich im Garten umschaue, sieht es  fast noch genauso aus wie Anfang März. Erfreulicherweise haben all die Frühjahrsblüher, denen ich im vorletzten Post ein virtuelles Denkmal gesetzt habe, überlebt. Sogar die Lenzrosen, denen ich das allnächtliche Einfrieren und allmorgendliche Auftauen am wenigsten zugetraut hätte.  Einige Blüten sind sogar dazugekommen.

lungenkraut

Das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) mit seinen zweifarbigen Blüten: erst erscheinen sie rosa, sobald die Blüten von einem Insekt bestäubt worden sind, verfärben sie sich lila. Und Insekten waren heute endlich wieder unterwegs. Sogar drei Schmetterlinge habe ich gesehen: einen Zitronenfalter, ein Tagpfauenauge und einen Distelfalter. Die waren für meine Kamera leider zu schnell wieder weg.

iris

Die kleine blaue Iris spuria ist die letze Überlebende von mindestens einem Dutzend Zwiebeln, die ich im vorletzten Herbst gepflanzt hatte…

buschwindröschen

Nicht nur die Buschwindröschen (Anemone nemorosa) blühen …

gelb

… sondern auch die gelben Windröschen (Anemone ranunculoides) im Vordergrund und das Scharbockskraut (Ranunulus ficaria) im Hintergrund.

schneeglanz

Der Schneeglanz oder Schneestolz (Chionodoxa forbesii) wuchs früher flächendeckend im Nachbargarten. Nachdem die neuen Nachbarn ausgerechnet diese Fläche zum Gemüsebeet erklärt und umgegraben hatten, blieb davon nicht viel übrig. Zum Glück haben sich einige Exemplare in meinen Garten gerettet und breiten sich jetzt langsam aber sicher aus.

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Frühaufsteher

… nein, eigentlich ist das falsch. Der arme Igel, der gestern tagsüber durch meinen Garten streunte, ist bestimmt zu seiner gewohnten Zeit aufgestanden.  Nur würde er normalerweise Anfang April nicht so frieren, und auch der Tisch wäre besser gedeckt. Da sich Regenwürmer, Schnecken und anderes potentielles Igelfutter ungern Frostbeulen holen, bleiben die hübsch unter der Erde.  Igel, die tagsüber unterwegs sind, haben ein Problem.  Und das Problem dieses Kollegen war leicht zu erraten:  Hunger !

Also muß Ersatzfutter her. Die Katzen waren nicht begeistert von der Aussicht, eine Dose ihres Lieblingsmampfis einem Stacheltier zu spenden.  Von Igeln halten die Damen des Hauses nichts.  Zu langsam zum Jagen, zu stachelig zum reinbeißen.  Glatt 100 g hat Igelchen auf einen Satz verputzt, das ist eine komplette Katzenmahlzeit.

hungrigerigel

Weitere 100 g habe ich ihm heute vor seinen (vermutlichen) Schlafplatz gestellt (den Totholzhaufen am hinteren Gartenende). Das ist ebenfalls verschwunden, ob das aber nun der Igel oder eine der eifersüchtigen Damen war – keine Ahnung. Gesehen habe ich ihn heute nicht mehr.  Vielleicht hat er sich nach der ordentlichen Mahlzeit nochmal schlafen gelegt. Bis Montag. Da soll es ja angeblich wärmer werden.

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