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Posts Tagged ‘Naturschutz’

… sind in meinem Garten kein Problem mehr. Doch, ehrlich. Und ganz ohne Chemie. Das Läuseproblem erledigt sich nämlich – im besten Sinne von „lazy Gardening“ von selbst, wenn man nur entspannt abwartet.

Ok, ich übertreibe etwas. Die Rahmenbedingungen müssen natürlich stimmen. Dafür braucht es Zeit, gute Nerven und ein gewisses Know-How.

Fangen wir mit den einzelnen Rosen an. Genau so müssen sie stehen, einzeln. Das klassische Rosenbeet sollte man schleunigst abschaffen, die (Lieblings)Rosen in 2-3 m Abstand zueinander aufpflanzen und eine möglichst abwechslungsreiche Staudenmischung dazwischen setzen. Daß der Standort möglichst sonnig, der Boden durchlässig und humos sein sollte, versteht sich von selbst.

Auch der Rest des Gartens sollte stimmen. Möglichst vielfältig und Lebensraum für Vögel und allerlei Insekten, bitteschön ! Und damit meine ich nicht nur Insekten“hotel“ und Nistkästen, sondern eine gemischte Strauchhecke, möglichst viel ungefüllt blühende Pflanzen, eine „unordentliche“ Ecke mit Steinen und Totholzstapel, undundund…

Schön ist, wenn die Nachbarn auch mitziehen und ihren Garten nicht mit der Nagelschere pflegen.

Wenn im Frühjahr die ersten Läuse auftauchen, nur die Ruhe bewahren ! Die ersten ein bis zwei Wochen sieht es nach explosionsartiger Vermehrung aus. Jetzt nicht schwach werden und zum Insektenspray greifen ! Auch pyrethumhaltige „Bio“Produkte sind Insektizide und killen alles, was sechs Beine hat.

Denn dann kommen die anderen Tierchen zum Zuge. Kohlmeisen picken die Läuse von den Rosen. Marienkäferlarven, Florfliegenlarven und Schlupfwespen erledigen den Rest. Schließlich sehen die Rosenknospen so aus, und man kann sich auf die Blüte freuen.

rosamlaus

Die dicke weißliche Laus oben auf dem Blatt ist vermutlich von einer Schlupfwespe parasitiert worden.  Die weißen Hüllen auf der Knospenoberseite sind von irgendwem ausgesogen worden. Untendrunter sind noch lebende Läuse. Die holt sich bestimmt auch noch jemand.

Die Rose ist übrigens eine Rosa spinonissima „Red Nelly“, aufgeblüht sieht sie so aus:

rosarednelly

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Hummel, Hummel !

Letztes Jahr erwarb ich auf einem Pflanzenmarkt einige blaue Duftnesseln (Agastache rugosa „Black Adder“). Die Pflanzen haben sich in diesem Sommer zu beeindruckenden Gestalten entwickelt (fast 2 m hoch) und erweisen sich als absoluter Hummelmagnet.

Der Phlox im Hintergrund ist für Hummeln und Bienen nicht halb so interessant, aber letzte Woche hatte ich  ein Taubenschwänzchen daran saugen sehen, ein Falter, der auf den ersten Blick an einen Kolibri erinnert. Leider hatte ich keine Kamera zur Hand, und der hübsche Schmetterling tauchte nicht wieder auf.

Aber zurück zu den Hummeln: Im selben Beet steht die Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa), eine heimische Wildpflanze, die ebenfalls intensiv beflogen wird.

Und – ein Argument für mehr Disteln im Garten – die skurrile Elfenbeindistel „Miss Willmotts Ghost“ (Eryngium giganteum) die wie alle Disteln für Hummeln und Insekten überhaupt sehr nahrhaft ist.

Die Namensgeberin Miss Willmott soll eine schrullige englische Gärtnerin gewesen sein, die überall Samen dieser Disteln verstreut hat.

Fazit: Wildpflanzen sind immer gut für Insekten, aber wenn man sich ein bischen informiert, geht Hummel- (und Wildbienen-) schutz auch mit attraktiven Gartenstauden.

 

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Es blüht auf

Endlich ein warmes Wochenende, endlich wieder Lust auf Garten und endlich wieder Lust, Fotos zu machen ! Die kleinen wilden Frühjahrsblüher sind wieder da, und ich mußte verblüfft feststellen, daß fast alle Pflänzchen, die im Naturschutzgebiet Mutzbachaue wachsen, inzwischen den Weg in meinen Garten gefunden haben.

frühlingsblüher

Und Ehrenwort, ich habe nichts davon nirgendwo ausgebuddelt ! Die Buschwindröschen waren schon vor mir hier ansässig, die gelben Windröschen waren ein Geschenk, der blaue Schneestolz kam von den Nachbarn rübergeflogen, das Lungenkraut (im Hintergrund) stammt aus der Staudengärtnerei.

Wie der rosa Lerchensporn hierher gekommen ist, ist mir allerdings nach wie vor unklar.

lerchensporn

Es handelt sich hier um den gefingerten Lerchensporn (Corydalis solida), dieselbe Art, die auch am Mutzbach vorkommt. Das ist der einzige Standort dieses Pflänzchens in Köln. Möglicherweise habe ich beim Spazierengehen dort Samen mit den Schuhsohlen verschleppt ?

„Gefingerter“ Lerchensporn übrigens, weil die Hochblättchen unmittelbar unterhalb der Blüten wie eine kleine Hand aussehen. Beim ebenfalls rosafarbenen hohlen Lerchensporn (Corydalis cava) sind die Hochblättchen ganzrandig.  Beide Arten stehen auf der Roten Liste.

Und hier noch ein Suchbild:

Wer erkennt die gelben Windröschen zwischen dem Scharbockskraut ?

gelb

Tipp: die Windröschen haben fünf Blütenblätter, das Scharbockskraut hat sieben.

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