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Kölner Grünanlagen: Die Merheimer Heide

Der Name  „Merheimer Heide“ ist gleich in zweifacher Hinsicht irreführend, weder handelt es sich bei diesem Park um eine Heidefläche (die sandige Mittelterrasse ist einige Kilometer weiter östlich gelegen), noch kommt man von Merheim aus mal eben in den Park (die A3 ist im Weg).

Die Merheimer Heide ist einer der größeren Bestandteile des nur lückenhaften rechtsrheinischen Grüngürtels. Sowohl im linksrheinischen wie auch im rechtsrheinischen Köln wurden in den 1920er Jahren entlang der preußischen Militärfestungen aus dem 19. Jahrhundert Parks geplant und angelegt, die die Stadt halbkreisförmig umschließen sollten. Im Linksrheinischen kann man das auf dem Kölner Stadtplan gut erkennen. Im Rechtsrheinischen sind diese Planungen nie zu Ende geführt worden. Hier finden sich einzelne Grünanlagen und Wäldchen, die die Halbkreisform nur vage erahnen lassen

Die Merheimer Heide hat dazu noch die Einschränkung, daß das Autobahnkreuz A3/A4 mitten hinein gebaut wurde. So ist sie vermutlich Kölns lautester Park.

reitplatz2Idylle für Schwerhörige: unmittelbar links von dieser Mulde braust der Verkehr auf der A3. Ursprünglich war hier ein Teich geplant, der aber nie ausgeführt wurde.

Es gibt eine große, zentrale Wiese mit eingestreuten Baumgruppen und Einzelbäumen. Hier grillen im Sommer die Bewohner der anliegenden Stadtteile Ostheim und Kalk. Beide Stadtteile sind arm an Grünflächen, so daß die Merheimer Heide trotz des Autolärms eine wichtige Funktion als Naherholungsgebiet hat

baumgruppe

 Das hier ist eine freistehende Buche im zentralen Bereich.

buchefrei

Im Unterschied zu den Buchen in den waldigen Rändern des Parks, die sich mächtig strecken müssen um ans Licht zu kommen, bleibt sie relativ niedrig und wächst dafür weit ausladend.

buchewald

Am nördlichen Ende der Merheimer Heide, jenseits der A4, findet man etwas versteckt liegend noch eine der alten preußischen Festungen.

festung

Auf der Westseite liegen diverse Sportplätze und Kleingartenanlagen.

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Die diesjährige Herbst-Pflanzentauschbörse des Biogarten Thurner Hof findet im Deutzer Rheinpark statt. Im letzten Herbst gab es Querelen mit der Flora/Botanischer Garten  als Mitveranstalter und alljährlichem Veranstaltungsort.  Statt dessen gibt es jetzt einen neuen Platz im Rheinpark, Anfahrt über den Auenweg, angeblich gibt es dort auch Parkplätze. Als neuer Mitveranstalter tritt das „Netzwerk Urbanes Grün „ auf.

Datum: Sonntag, den 27.10. 2013, 14-17 Uhr.

Getauscht werden kann alles von Saatgut über Stauden und Zimmerpflanzen bis zu Gehölzen (sofern sie im PKW transportierbar sind). Wer nichts zu tauschen mitbringt, kann Pflanzen gegen eine Spende bekommen.

 

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Der Stadtgarten ist der älteste Park in Köln. Er liegt an der Venloer Straße, nur einige hundert Meter stadtauswärts vom Friesenplatz. Bei seiner Anlage in den Jahren 1827-28 war er fast doppelt so groß wie heute.  Durch den Bau der Eisenbahnlinie und des Bahnhofs Köln-West in den 1860er Jahren wurde die Fläche zerteilt und anschließend komplett neu gestaltet.

Der Stadtgarten entspricht heute im Stil einem „englischen Landschaftspark“, vereinfacht ausgedrückt: Große Bäume, Baum- und Gehölzgruppen, möglichst natürlich anmutend, auf Wiese. Punkt. Stauden- oder Blumenbeete gibt es hier nicht. Allenfalls etwas Wildwuchs zum Bahndamm hin.

plataneblutbuche

Einige Unterschiede zum britischen Vorbild gibt es natürlich schon. Ein englischer Landschaftspark ist in der Regel größer, und wird von wesentlich weniger Leuten genutzt, da er meist um ein Schloß auf dem Lande herum liegt. Dafür sind in dem relativ kleinen Park hier eine verblüffende Menge wirklich großer, alter (einige stammen wahrscheinlich wirklich noch aus der ursprünglichen Anlage) und exotischer Bäume zusammen gekommen. Teilweise beschatten sie den Boden so stark, daß von Wiese nichts mehr zu sehen ist.

Am Parkeingang zur Venloer Straße steht eine Infotafel, auf der besonders bemerkenswerte Bäume hervorgehoben werden. Einige große Ginkgos, Rosskastanien, Blutbuchen, Eichen, Silberahorn  und natürlich Platanen fallen besonders ins Auge.

kiefer

An Nadelbäumen findet man nur einige Kiefern und Eiben.

Die alten und z.T. hohlen Bäume sind wichtige Nistplätze für Höhlenbrüter. So kann man mitten in der Stadt Buntspechte, in der Dämmerung Fledermäuse und die berühmt-berüchtigten „grünen Papageien“, die in Wirklichkeit Halsbandsittiche sind, beobachten.

Intensive Freizeitgestaltung ist hier angesagt, kein Wunder bei einem Park am Rand der Kölner Innenstadt.  Zur Venloer Straße hin findet sich ein großer Biergarten, im Inneren des Gebäudes gibt es abends und am Wochenende häufig Partys und Konzerte.  Noch mehr Kultur gibt es an der Spichernstraße, dort befindet sich mit dem „Bücherbüdchen“ eine ehrenamtlich betriebene Zweigstelle der Stadtbibliothek.

Parallel zum Bahndamm führt ein Weg zu der neueren Grünanlage am Mediapark und über eine Brücke zu Kölns höchstem innerstädtischem Rodelberg, dem Herkulesberg oder „Monte Klamott“, der wie alle Hügel im stadtnahen Bereich aus Kriegstrümmern aufgeschüttet wurde.

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Ja, ganz recht: Auf dem Fort X. Das X steht für die Zahl 10, und das Fort X ist Bestandteil der ehemaligen preußischen Festungsanlagen rund um die Stadt. Nachdem im Jahr 1880 die mittelalterliche Stadtmauer abgerissen wurde, erbaute man stattdessen zwei Festungsgürtel um Köln. Der Innere und der Äußere Grüngürtel ziehen den Radius der Anlagen nach. Einige dieser Festungen sind noch erhalten und können besichtigt werden. So auch das Fort X, auf dessen Dach sich seit etwa 1920 ein kleiner, verblüffend gut gepflegter Rosengarten befindet.

Der Eingang zum Rosengarten vom Park aus, der das Fort umgibt

Der Aufgang hat etwas verwunschenes. Leider sind die Rampen sehr steil und nur bedingt für Rollstuhlfahrer geeignet.

Oben angekommen entdeckt man  knallbunte Rosenbeete

Einzelne Rosen gefallen mir gut….

… aber in der Zusammenstellung sind mir die Farben zu knallig.

Hier sind, im Unterschied zu den meisten Kölner Parks, die Hecken sehr exakt gestutzt. Dahinter befinden sich kleine Sitzecken. Ein ruhige und abgeschiedener Platz zum Pause machen und lesen.

Der Rosengarten ist nur tagsüber und in der Zeit von April bis November geöffnet. Das Fort X befindet sich an der Inneren Kanalstraße zwischen Niehler Straße und Lentpark.

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Diesen Juni habe ich mit einigen Gärtnerkolleginnen eine selbstorganisierte Gartenreise ins Elsaß unternommen. Einige der Gärten möchte ich hier vorstellen. Los geht es – noch in Deutschland – mit dem Sichtungsgarten Herrmannshof in Weinheim.

Hier werden Pflanzenkombinationen für unterschiedliche Standorte ausprobiert und über mehrere Jahre beobachtet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den in letzter Zeit in Mode gekommenen Präriepflanzungen mit nordamerikanischen Großstauden.

Salbeiarten, Roter Sonnenhut, Knautie, Königskerzen und virginischer Ehrenpreis sind jetzt die dominierenden Arten. Später im Jahr kommen  Sonnenbraut, Zierdisteln und diverse Gräser dazu. Diese Pflanzungen sollen sehr pflegeleicht sein, sind aber nur etwas für den größeren Garten.

Der virginische Ehrenpreis gedeiht auch auf feuchterem Boden. Hier zusammen mit Baldrian.

Eine Steppenpflanzung auf extrem trockenem, sandigen Boden….

….mit Salbei und Wolfsmilch.

In schattig-waldigen Ecken hat man hier Türkenbund-Lilien gepflanzt. Eine schöne Sache ! Normalerweise blüht in waldigen Gartenpartien im Frühsommer nicht mehr viel, nachdem die Frühjahrsgeophyten eingezogen sind.

Die Knautienwiese hier wirkt wie Wildwuchs….

…. und das letzte Bild ist Wildwuchs….

…. und hat nichts mit dem Herrmannshof zu tun: Natterkopf und Klatschmohn aus der Dellbrücker Heide. Trotzdem schön und garantiert pflegeleicht. Leider kann man so etwas im Garten kaum nachbauen, da der normale Gartenboden viel zu nährstoffhaltig ist.

Teil 2 folgt.

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Der Forstbotanische Garten liegt im Kölner Süden, zwischen den Stadtteilen Rodenkirchen und Hahnwald. Unmittelbar anschließend liegt der Friedenswald, der eigentlich kein Wald, sondern eine sehr große Wiese mit Rodelhügeln und Spielplatz ist.

„Friedenswald“ deswegen, weil drumherum für jedes Land, mit dem Deutschland in diplomatischen Beziehungen steht, ein Baum gepflanzt wurde. Für Länder aus den gemäßigten Zonen ein für das jeweilige Land typischer Baum, für die tropischen Länder hat man sich einfach etwas einfallen lassen.

Passernderweise ist der Forstbotanische Garten denn auch kein Garten, sondern ein Wäldchen mit eingestreuten Freiflächen. Freunde asiatischer Gehölze  kommen hier auf ihre Kosten. Im Mai/Juni blühen die zahlreichen Rhododendren und Azaleen.

Der rotlaubige Baum über dem Weg ist ein japanischer Zierahorn. Davon gibt es im Forstbotanischen Garten etliche Sorten, leider fast immer ohne Beschilderung, und wenn, dann meistens falsch, so wie hier.

Von diesem Zierahorn weiß ich den botanischen Namen auch ohne Schild: Acer palmatum. Die japanischen Ahorne wachsen langsam, werden selten höher als 4-5 m. und brauchen einen halbschattigen, nicht zu trockenen Standort. Der hier ist unter dem asiatischen Mammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) gut aufgehoben.

Manche Farbzusammenstellungen sind – nunja – Geschmackssache.

An einigen offenen Stellen hat man versucht, Heidelandschaft nachzustellen. Meiner Meinung nach ist das nicht besonders gut gelungen.

An anderen Stellen finden sich Kunstwerke. Einige entdeckt man erst auf den zweiten Blick

Andere dominieren ihre ganze Umgebung. Dies war einmal die Pfingstrosenwiese. Jetzt ist es Kunst mit Blümchen drumrum.

Einige ständige Bewohner hat der Forstbotanische Garten auch. Sie sind asiatischer Herkunft, woher auch sonst.

Dies ist kein Lebewesen….

… sondern ein Stein.

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Flora und  Botanischer Garten – das sind eigentlich zwei Grünanlagen in einer, mit unterschiedlicher Geschichte und unterschiedlichen Aufgaben. Im allgemeinen spricht man in Köln von „der Flora“ , wenn man den großen, vielfältigen und (für Kölner Verhältnisse) gut gepflegten Park in unmittelbarer Nachbarschaft des Zoos meint.
Die Flora ist der ältere Teil und wurde 1864 als Lustgarten für die bessere Gesellschaft angelegt.

Der Eingangsbereich mit formalem Blumenparterre im Vordergrund. Im Hintergrund das Flora-Hauptgebäude.

Hier gab es die sogenannten Orangerien, Schaugewächshäuser mit exotischen Pflanzen, geometrische Blumenbeete, formale Rosenbeete, Springbrunnen, Skulpturen und klassizistische Tempelchen.

Wasserkaskade mit streng geschnittenen Hainbuchentunneln an den Seiten.

Ein Teil des Parks war im Stil eines Englischen Landschaftsparks mit großen Freiflächen, Ziergehölzen, einzeln stehenden Bäumen und Baumgruppen gehalten.

Rote und gelbe Zaubernuß, Hamamelis japonica, ein schöner Winterblüher

Im Flora-Hauptgebäude fanden Bälle und Empfänge statt. Der Eintritt für den Park war damals so hoch, daß ärmere Bevölkerungsschichten quasi automatisch vom Besuch ausgeschlossen waren.
Nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs und anschließender Vernachlässigung ist in den letzten 20 Jahren ein Teil des Parks im alten Stil wieder hergerichtet worden. Auch einige der ältesten Bäume stehen noch.

Diese ca. 150jährige Buche wird bald absterben, wie man an den dicken Pilzfruchtkörpern sieht. Die Flora-Gärtner haben sich zum Glück entschieden, sie stehen zu lassen und nicht „ordentlich“ abzusägen.

Bergmammutbaum, Sequoiadendron giganteum hat in seiner Rinde viel Platz für Spechte und andere Höhlenbrüter

Der asiatische Blauglockenbaum, Paulownia tomentosa, kann in Deutschland nur an geschützten Standorten gezogen werden.

Der Botanische Garten ist der „neuere“ Teil. Er wurde 1914 angelegt und war als Lehrgarten gedacht. Die Pflanzen wurden (teilweise sind sie es immer noch) nach Lebensbereichen wie Alpinum, Waldgarten, Sumpfpflanzen, Nutzpflanzen angeordnet präsentiert, teilweise nach Pflanzengattungen (Magnolien, Iris, Pfingstrosen, Primeln…).

Das Alpinum im Frühjahr

Feuchtwiesenbereich

Echte Aurikel, Primula auricula

Mittlerweile überwiegt auch hier der gestalterische Aspekt. Gerade die Staudenbeete und die Mittelachse mit den winterharten Hanfpalmen haben optisch etwas zu bieten.

Sommerflor mit Dahlien, Eisenkraut und Spinnenblumen

Die Beschilderung der Pflanzen läßt manchmal zu wünschen übrig. Dies ist allerdings nicht die Schuld der Gärtner (hier gibt es im Unterschied zum städtischen Grünflächenamt tatsächlich gut ausgebildete GärtnerInnen), sondern  irgendwelcher Witzbolde, die die Namensschilder vertauschen.
Nicht zuletzt gibt es immer noch sehenswerte Schaugewächshäuser. Ein Tropenhaus, ein Wüstenhaus und ein warm-gemäßigtes Haus. In und um das letztere herum kann man jetzt im Februar die Kameliensammlung der Flora bewundern. Allerdings befürchte ich, daß die Blüten der Freilandkamelien mittlerweile erfroren sind.

Freilandkamelie vor dem Frost

Die Gewächshäuser sind dringend überholungsbedürftig. Ob dafür noch Geld übrig sein wird, wenn  die millionenschwere Sanierung des Flora-Hauptgebäudes abgeschlossen ist, weiß ich nicht.
In den letzten Jahren wurden einige Außenbereiche der Flora komplett neu angelegt. So gibt es einen Duftgarten für Sehbehinderte, einen Farn- und einen Heidegarten.
Der „Freundeskreis Botanischer Garten“ bietet regelmäßig Führungen und Veranstaltungen an. Das Programm findet man hier.

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