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Posts Tagged ‘Bambus’

Rhizome

… sind keine Wurzeln. Vielleicht kennt nicht jedeR GärtnerIn diesen Begriff , aber fast jedeR hat sich im Garten schon mal damit rumgeärgert. Es sind unterirdische Sprossausläufer, und Stauden mit Rhizomen zeichnen sich durch hohe Ausbreitungskraft aus. Die Sprosse  bilden in kurzen Abständen Verdickungen, sogenannte Nodien, an denen nach unten Wurzeln und nach oben Stengel und Blätter wachsen. Man könnte meinen, man habe es mit verschiedenen Pflanzen zu tun. Ausjäten der oberirdischen Pflanzenteile nützt nicht viel, da die Rhzome unterirdisch weiterwachsen und an anderen Stellen wieder durchtreiben.

Einige der „beliebtesten“ Gartenun- pardon-wildkräuter wie der Giersch und die Quecke gehören zu diesen Pflanzen. Deshalb sind sie so schwer loszuwerden. Im Idealfall muß man jedes Rhizomfitzelchen ausjäten, da aus kleinen Stücken wieder neue Pflanzen wachsen können. Praktisch ist das natürlich nicht zu schaffen. Man kann die Kräuter in Grenzen halten, indem man sehr konsequent und regelmäßig alles Oberirdische abrupft, sobald sich etwas Grünes zeigt. Da die Pflanzen dann kaum noch assimilieren und Nährstoffe bilden können, werden die unterirdischen Sprossteile geschwächt und gehen irgendwann ein. Das kann mehrere Jahre dauern.

Etliche Zier- und Nutzpflanzen bilden ebenfalls Rhizome.  Auch sie können duch ihren Ausbreitungsdrang lästig werden. Pfefferminze und Zitronenmelisse gehören dazu, Maiglöckchen Mädchenauge, Astern und manche Stauden- sonnenblumen. Auf den ausläuferbildenden Bambus (Phyllostachys und Verwandschaft) bin ich in einem früheren Text schon mal eingegangen. Hier ist eine Rhizomsperre unbedingt erforderlich !

Bei den Stauden reicht es in der Regel, wenn man sie ein- bis zwei Mal jährlich in der erwünschten Ausdehnung mit dem Spaten umsticht und die nach außen wachsenden Rhizome möglichst gründlich aus dem Boden zieht. Man kann aus den abgestochenen Teilen sehr leicht neue Pflanzen ziehen, aber zum Glück sind sie nicht alle so hartnäckig wie Giersch und Co.

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Bambuswucherungen

In letzter Zeit werde ich häufig mit Anfragen über ausgeuferten Bambus konfrontiert.  Meistens handelt es sich dabei um Bambus der Gattung Phyllostachys, den hohen Gartenbambus. Es gibt sehr schöne Phyllostachys-Sorten,  mit gelben, schwarzen oder sogar gestreiften Halmen. Sie können bis zu sechs Meter hoch werden und die einzelnen Halme können einen Durchmesser von über fünf cm erreichen. Phyllostachys ist gut frosthart und bleibt – vorausgesetzt er steht nicht zu trocken – auch im Winter grün.

Die ideale Pflanze für den etwas größeren Garten, sollte man meinen. Aber aufgepaßt: Phyllostachys WUCHERT ! Ebenso wie jede andere Bambus-Gattung außer Fargesia !

Bis vor etwa 10-15 Jahren war Fargesia die im Privatgarten üblicherweise verwendete Gattung. Etwa zwei Meter hoch, horstbildend und deshalb problemlos zu handhaben, wurde dieser Bambus zur beliebten Modepflanze.

Dann begannen innerhalb von zwei Jahren alle Fargesia-Arten und Sorten zu blühen und starben kurz danach ab. Das lag daran, daß Bambus einen sehr langen Blühzyklus hat – 50 bis 90 Jahre und die Pflanze nach der Samenreife abstirbt. Innerhalb dieses Zyklus vermehrt Bambus sich nur vegetativ, also über Ausläufer. Offenbar stammten sämtliche Gartenformen der Gattung Fargesia von nur sehr wenigen aus Asien importierten und vegetativ weitervermehrten Exemplaren ab. Es dauerte einige Jahre, bis aus diesen Samen neue Fargesien in verkaufsfertiger Größe herangewachsen waren. Da nach wie vor Bedarf an Bambus bestand, brachten Baumschulen und Gartencenter in der Zwischenzeit die Phyllostachys-Arten auf den Markt. Und hier begann das Problem.

Ob aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit wurden viele dieser neuen Bambus-Arten ohne Wurzelsperre gepflanzt. Das ist eine 50-70 cm breite Bahn aus verstärktem Kunststoff, die durch eine Schiene zu einem Ring verschlossen wird. Dieser Ring wird um die Bambuspflanze herum so eingegraben, daß etwa 10 cm oben herausschauen. Die ersten 2-4 Jahre sieht der frischgebackene Bambusbesitzer den Sinn dieser Maßnahme nicht. Denn anfangs schiebt der Phyllostachys nur ein paar neue Halme und  bleibt brav an seinem Platz. Die Ausläuferbildung beginnt einige Jahre später. Ohne Wurzelsperre tauchen auf einmal Bambushalme an Orten auf, wo sie nicht hingehören, die u.U. drei bis vier Meter von der Originalpflanze entfernt stehen. Und dann wird es eklig. Phyllostachys-Ausläufer roden ist eine schweißtreibende und undankbare Arbeit, ebenso wie der nachträgliche Einbau einer Wurzelsperre.

Mittlerweile gibt es übrigens wieder ansehnliche Fargesia-Arten zu kaufen, die keine Ausläufer bilden.

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