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Archive for September 2011

Rhizome

… sind keine Wurzeln. Vielleicht kennt nicht jedeR GärtnerIn diesen Begriff , aber fast jedeR hat sich im Garten schon mal damit rumgeärgert. Es sind unterirdische Sprossausläufer, und Stauden mit Rhizomen zeichnen sich durch hohe Ausbreitungskraft aus. Die Sprosse  bilden in kurzen Abständen Verdickungen, sogenannte Nodien, an denen nach unten Wurzeln und nach oben Stengel und Blätter wachsen. Man könnte meinen, man habe es mit verschiedenen Pflanzen zu tun. Ausjäten der oberirdischen Pflanzenteile nützt nicht viel, da die Rhzome unterirdisch weiterwachsen und an anderen Stellen wieder durchtreiben.

Einige der „beliebtesten“ Gartenun- pardon-wildkräuter wie der Giersch und die Quecke gehören zu diesen Pflanzen. Deshalb sind sie so schwer loszuwerden. Im Idealfall muß man jedes Rhizomfitzelchen ausjäten, da aus kleinen Stücken wieder neue Pflanzen wachsen können. Praktisch ist das natürlich nicht zu schaffen. Man kann die Kräuter in Grenzen halten, indem man sehr konsequent und regelmäßig alles Oberirdische abrupft, sobald sich etwas Grünes zeigt. Da die Pflanzen dann kaum noch assimilieren und Nährstoffe bilden können, werden die unterirdischen Sprossteile geschwächt und gehen irgendwann ein. Das kann mehrere Jahre dauern.

Etliche Zier- und Nutzpflanzen bilden ebenfalls Rhizome.  Auch sie können duch ihren Ausbreitungsdrang lästig werden. Pfefferminze und Zitronenmelisse gehören dazu, Maiglöckchen Mädchenauge, Astern und manche Stauden- sonnenblumen. Auf den ausläuferbildenden Bambus (Phyllostachys und Verwandschaft) bin ich in einem früheren Text schon mal eingegangen. Hier ist eine Rhizomsperre unbedingt erforderlich !

Bei den Stauden reicht es in der Regel, wenn man sie ein- bis zwei Mal jährlich in der erwünschten Ausdehnung mit dem Spaten umsticht und die nach außen wachsenden Rhizome möglichst gründlich aus dem Boden zieht. Man kann aus den abgestochenen Teilen sehr leicht neue Pflanzen ziehen, aber zum Glück sind sie nicht alle so hartnäckig wie Giersch und Co.

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Letzte Aussaaten

Leere Stellen im Gemüsebeet oder auf Beeten überhaupt sollte man tunlichst vermeiden. Sonst kümmert die Natur selbst sich drum und läßt Pflanzen sprießen, die man vielleicht nicht unbedingt haben möchte. Oder, wenn man ständig jätest, werden unnötig Nährstoffe ausgewaschen und der Boden erodiert.

Deswegen habe ich nach dem Ausgraben der Kartoffeln und der letzten Möhren Anfang September direkt hinterher gesät:

Anstelle der Möhren Winterpostelein (oder Winterportulak), ein nicht so bekannter Wintersalat, den man entweder im Dezember erntet oder bis März auf dem Beet läßt.

An Stelle der Kartoffeln zwei Reihen Spinat und in die Mitte eine Reihe Winterheckenzwiebel. Wie der Katzenschwanz mit aufs Bild gekommen ist, weiß ich auch nicht.  Wer keine Lust hat, noch spätes Gemüse oder Salat anzubauen, oder wenn es im Oktober wirklich schon zu spät für noch was Eßbares ist, kann man immer noch Bienenfreund (Phacelia) als Gründüngung aussäen.  Der keimt noch bei fast jeder Temperatur, deckt den Boden halbwegs ab und läßt sich im Frühjahr leicht einharken.

Ich muß mir dringend Notizen machen, wo auf dem Beet ich was angebaut habe. Man sollte niemals zwei Jahre hintereinander dasselbe an derselben Stelle anpflanzen, da sonst ggf. Krankheiten übertragen und die Bodennährstoffe zu einseitig genutzt werden. Engagierte Biogärtner achten auch darauf, welche Pflanzen miteinander verträglich oder unverträglich sind, und beherrschen die Fruchtfolge von Stark- Mittel- und Schwachzehrern.  Wie man all dies auf einem knapp 15 m² kleinen Gemüsebeet berücksichtigen soll, nunja. Sieht mir nach höherer Mathematik aus. Mal schauen, wie ich das im nächsten Jahr hinbekomme.

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Apfelernte um 100% steigern…

😉 …ist zugegebenermaßen nicht besonders schwer, wenn es sich bei dem Apfelbaum um ein Bäumchen handelt, was ich vor zwei Jahren geschenkt bekommen und eingepflanzt habe. Es handelt sich um einen Halbstamm, Golden Delicious, als Topfware.  Im ersten Jahr 2010 gab es drei Äpfel, diese Jahr glatte sechs.

Ich hätte mir keinen Golden Delicious ausgesucht, diese Apfelsorte bekommt man ja überall im Supermarkt. Aber er schmeckt ganz lecker. Der zweite Apfelbaum, den ich mir selber gekauft habe, ist eine Rote Sternrenette als Hochstamm. Den hatte ich auch 2009 gepflanzt, war aber wurzelnackt und trägt wahrscheinlich deshalb noch keine Früchte. Rote Sternrenette ist eine seltenere Sorte, soll sehr gut schmecken und v.a. an Sandboden angepaßt sein.  Ich bin gespannt, wann an diesem Baum die ersten Äpfel hängen.

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Seit Ende August gibt es wieder Blumenzwiebeln zu kaufen. Botanisch gehören Zwiebelpflanzen zu den Stauden, d.h. es sind mehrjährige, nicht verholzende Blütenpflanzen. Man sollte sie im Sommer nicht ausgraben und zwischenlagern, da  die Zwiebeln im Sommerquartier meistens vertrocknen. Noch verkehrter ist es, nach der Blüte die Blätter abzuschneiden. Das Laub sollte solange an den Pflanzen belassen werden, bis sie welk und braun werden. Sonst kann die Blumenzwiebel nicht genug Nährstoffe für die Blüte im nächsten Jahr einlagern.

Da den Zwiebeln, wie fast allen Pflanzen, der längerfristige Aufenthalt in Plastiktüten nicht bekommt, sollte man sie möglichst schnell nach dem Kauf einpflanzen. Um so besser und früher blühen sie im nächsten Frühjahr. Als Faustregel fürs Einpflanzen gilt: so dick wie die Blumenzwiebel ist, so tief sollte ihre Spitze (mindestens) unter die Erdoberfläche.

Wie bei allen Pflanzen sollte man auch bei Blumenzwiebeln darauf achten, daß die richtige Pflanze an den richtigen Standort kommt:

z.B. im Header dieser Seite sieht man links Prärielilie (Camassia quamash) und Zierlauch (Allium globosum). Da sind große, dominierende Pflanzen, die ins Prachtstaudenbeet bei voller Sonne gehören. Ebenso wie die Stauden brauchen sie eine Düngung oder eine ordentliche Kompostgabe.

Ähnlich verwendet man hohe Tulpen und Narzissen, hier aus meinem Vorgarten mehrblütige gelbe Narzissen mit dunkelpurpurnen Tulpen.

oder die weißen Duftnarzissen im trocken-sonnigen Hochbeet.  Hausherrin Gwen schafft es jedesmal, sich mit aufs Foto zu drängeln.

Klassisch ist natürlich die Pflanzung kleinerer Zwiebeln zum verwildern in die Wiese. Geeignet dafür sind Schneeglöckchen (Galanthus nivalis, bzw. zu kaufen bekommt man meistens G. elwesii).  Schneeglanz (Chionodoxa), Blausternchen (Scilla), Winterling (Eranthis), Krokus (Crocus) und kleine Narzissen sind ebenfalls gut zum Pflanzen in die Wiese geeignet.

Am besten pflanzt man in größeren Gruppen und läßt mindestens eine Rasenmäherbreite Abstand zur nächsten Gruppe. Das Laub der Pflanzen sollte auch hier möglichst lange halten, d.h. bis wenigstens Mai sollte man die Zwiebelflächen nicht mähen.

Nicht alle Blumenzwiebeln sind überall geeignet. In meinem ehemaligen Schrebergarten mit seinem schweren Lehmboden hatte sich das Hasenglöckchen (Scilla non-scripta) geradezu zur Plage entwickelt.

An diesem trockeneren Standort dagegen benehmen sie sich manierlich. Feuchten, oder sogar nassen Boden, der aber nicht zu schwer sein darf, braucht die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris):

Die kleine gelbe Wildtulpe (Tulpa tarda) würde auf feuchtem Lehmboden komplett versagen. Sie braucht einen trockeneren Boden.

Zwei neue Sorten Allium (Zierlauch) habe ich mir diesen Herbst gegönnt, das große Sternkugellauch (Allium christophii) und die kleine Sorte Allium „Drumsticks“. Ja, ich weiß, Zierlauch ist grad ein Modetrend. Aber ich kann mich dem zugegebenermaßen nicht entziehen.

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Man sollte sowas einfach ignorieren. Anderer Leute Gärten sind nicht gut für meine Gesundheit.

Damit meine ich jetzt gar nicht die Gärten, in denen ich beruflich unterwegs bin. Ich meine die Gärten, die man bei Veranstaltungen wie der offenen Gartenpforte sieht. Da bekommt man ein Dutzend neuer Ideen, ist mit dem eigenen Garten plötzlich total unzufrieden, und fängt noch nach Feierabend an, wie eine Wilde umzugestalten und Pflanzen von A nach B zu versetzen.

Einige Beete standen ohnehin schon zur Überarbeitung an. So z.B. das ehemalige Schattenbeet in der hintersten Gartenecke. Seit da letztes Jahr auf dem Nachbargrundstück eine uralte Süßkirsche gefällt wurde, liegt dieses Beet fast den ganzen Tag in der Sonne. Daß mir dort der Waldmeister und das Lungenkraut nicht eingegangen sind, liegt wahrscheinlich nur daran, daß dieser Sommer einfach nicht viel Sonne im Angebot hatte. Also verteile ich sämtliche Schattenpflanzen auf andere, z.T. neu anzulegende Beete. Als Ergänzung (in einem der besichtigten Gärten entdeckt !) die tolle Kombination von winterharten Fuchsien (Fuchsia magellanica) mit weißer Schattenaster (Aster divaricatus). Fuchsien hab ich schon, schnell noch ein paar Astern dazu gekauft.

Noch ein Aha-Moment: Frauenhaarfarn (Adiantum venustum), ein feiner, zierlicher bodendeckender Farn scheint recht robust gegenüber Trockenheit. In einem der besuchten Gärten wuchs er unter einer Walnuß (!) zusammen mit Hirschzungenfarn (Phyllitis scolopendrium). OK., so eine Problemzone habe ich auch, zwar keine Walnuß, sondern nur ein Feldahorn, aber trocken ist es da drunter ebenfalls.  Einige robuste Hosta wachsen bisher dort, Maiglöckchen (Convallaria majalis),  Waldstorchschnabel (Geranium sylvaticum)  und Tränendes Herz (Dicentra spectabilis).  Was Bodendeckendes fehlt noch, und die zierlichen Farnwedel geben einen schönen Kontrast zu den breiten Hosta-Blättern.

Und was mache ich jetzt mit dem ehemaligen Schattenbeet ? Mein Tomatenproblem lösen ? In einem der offenen Gärten hatten die Besitzer aus einer Baustahlmatte einen Tomatenschutz gebaut. Das gefiel mir so gut, daß ich eine Weile daran herumüberlegte. Aber ich bin denn wohl doch eher Zier- als Nutzgärtnerin. Ein Tomatenhaus an dieser Stelle würde – auch wenn es ulkig aussieht – die Aussicht verdecken. Kompromiß: es kommen Erdbeeren dahin, zusammen mit Iris und Königskerzen für den Hintergrund.

Abgesehen von neuen Ideen lernt man bei offenen Gartenpforten nette Leute kennen und manchmal gibt es sogar Kaffee und Kuchen. Eine allerletzte Chance zu Gartenbesichtigungen im Kölner Umland gibt es noch am 17./18. September, und zwar im Bergischen Land. Infos und Gartenadressen findet man hier.

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