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Blaue Ernte

Auch wenn der Kalender noch auf Hochsommer steht, die Erntesaison hat schon begonnen. Dieses Jahr habe ich seit längerer Zeit mal wieder Bohnen gesät, die Stangenbohne „Blauhilde“ . Leider bleibt sie nicht blau, sondern verfärbt sich beim Kochen dunkelgrün.

Daneben liegen die ersten reifen Weintrauben, die kernlose „Sweety“. Da die Weinreben unter dem Terrassendach aus Plexiglas langranken, beginnt die Ernte hier früher als im Freien. Leider habe ich beim Rebenschnitt im Winter etwas falsch gemacht. Während wir im letzten Jahr monatelang Weintrauben aßen und ich zusätzlich noch Saft eingekocht hatte, werden die 15 spärlichen Träubchen dieses Mal schnell aufgefuttert sein.

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Hummel, Hummel !

Letztes Jahr erwarb ich auf einem Pflanzenmarkt einige blaue Duftnesseln (Agastache rugosa „Black Adder“). Die Pflanzen haben sich in diesem Sommer zu beeindruckenden Gestalten entwickelt (fast 2 m hoch) und erweisen sich als absoluter Hummelmagnet.

Der Phlox im Hintergrund ist für Hummeln und Bienen nicht halb so interessant, aber letzte Woche hatte ich  ein Taubenschwänzchen daran saugen sehen, ein Falter, der auf den ersten Blick an einen Kolibri erinnert. Leider hatte ich keine Kamera zur Hand, und der hübsche Schmetterling tauchte nicht wieder auf.

Aber zurück zu den Hummeln: Im selben Beet steht die Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa), eine heimische Wildpflanze, die ebenfalls intensiv beflogen wird.

Und – ein Argument für mehr Disteln im Garten – die skurrile Elfenbeindistel „Miss Willmotts Ghost“ (Eryngium giganteum) die wie alle Disteln für Hummeln und Insekten überhaupt sehr nahrhaft ist.

Die Namensgeberin Miss Willmott soll eine schrullige englische Gärtnerin gewesen sein, die überall Samen dieser Disteln verstreut hat.

Fazit: Wildpflanzen sind immer gut für Insekten, aber wenn man sich ein bischen informiert, geht Hummel- (und Wildbienen-) schutz auch mit attraktiven Gartenstauden.

 

Feuer und Vandalismus

Mittwoch abend hat es im Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide gebrannt. Ob es jetzt eine weggeworfene Kippe, ein außer Kontrolle geratener Grill oder einfach nur der Brennglaseffekt durch weggeworfene Glasflaschen war – für mich ist das ein Anlaß, über den Umgang in unserer Nachbarschaft mit diesem Areal nachzudenken.

Auf 95% der Kölner Flächen hat der Mensch Vorrang. Warum fällt es so vielen Leuten schwer zu akzeptieren, daß hier die Natur Vorrang hat ? Warum werden die Regeln, die für Naturschutzgebiete gelten, hier so konsequent ignoriert ?

Warum muß ausgerechnet im Heideteich gebadet werden ? Der Höhenfelder See liegt 500 m entfernt, das Dünnwalder Waldbad 1,5 km.

Warum muß hier Party gemacht und gegrillt werden ? Auch dazu kann man an den Höhenfelder See gehen, und daß bei diesen Temperaturen und dieser Trockenheit am besten gar nicht gegrillt wird, sollte eigentlich jedem klar sein. Warum bleibt sämtlicher Partymüll dann an Ort und Stelle liegen ?

Warum können Hundebesitzer ihre Tiere nicht anleinen, die Hundefreilaufwiese hinter dem Kalkweg ist auch nur 1 km entfernt ?

In der Dellbrücker Heide kommen etliche Tiere und Pflanzen vor, die auf der NRW- oder sogar bundesweiten Roten Liste stehen.

Tausendgüldenkraut

Durch das ständige Querfeldeinlaufen vieler Heidebesucher werden Pflanzen zerstört, durch das Baden im See wird der Laich der seltenen Kreuzkröte zerstört, durch die freilaufenden Hunde werden bodenbrütende Vögel von ihren Nestern aufgescheucht und verlassen im Wiederholungsfall ihre Brut.

Als eine derjenigen, die sich in der Biotoppflege engagiert, Führungen macht, Hinweisschilder aufstellt (die mit schöner Regelmäßigkeit übersprüht oder zerstört werden) anderer Leute Müll wegräumt, und dafür „blöde Ökotussi“ und ähnliches zu hören bekommt, muß ich das hier mal los werden.

Biotoppflege mit der Sense: Japanischer Staudenknöterich muß regelmäßig entfernt werden, da er sonst alles andere überwuchert.

Wer mehr wissen möchte, kann hier nachlesen: http://www.dellbruecker-heide.net/

oder am nächsten Heidespaziergang teilnehmen: 20.7. um 17 Uhr am Kiosk der S-Bahnhaltestelle Dellbrück.

Baustellen im Biogarten

Angeblich soll das Herrenhaus Thurner Hof, das im Zentrum des Biogartens liegt, noch in diesm Jahr fertig werden. Angeblich sollte das Haus auch schon mal 2011, oder 2013 fertig werden. Nun ja, in einer Stadt wie Köln, wo schon der Dombau 500 Jahre gedauert hat, sind Fertigstellungstermine eher Wunschdenken als reelle Daten.

Jetzt ist noch eine Baustelle dazu gekommen. Irgendwem beim städtischen Bauamt fiel auf, daß die Einfahrt zu schmal für Feuerwehrwagen ist und verbreitert werden muß. Erstaunlicherweise haben diese Arbeiten weniger als ein Jahr gedauert und waren tatsächlich kurz vor der Pflanzentauschbörse letzten Sonntag fertig.

doppelteeinfahrt2

Links am Haus sieht man die alte Einfahrt, rechts die Verbreiterung. Für das letzte Stück reichten leider die Steine nicht mehr aus, und so soll auf dem dunklen Fleck im Vordergrund ein Schotterrasen angesät werden. Schotterrasen hält gelegentlichem Fahrzeugverkehr stand, im Untergrund ist wie der Name schon sagt, Schotter verarbeitet, obendrauf kommt eine dünne Erdschicht mit Rasensaat. Das passt hier zwar optisch überhaupt nicht, aber was solls. Hauptsache, der Vorschrift ist Genüge getan.

Leider ging das Ganze auf Kosten des Bauerngartens mit Gemüse und Stauden, der das Herz des Biogartens bildet. Die Staudenfläche wurde erheblich verkleinert.

vielkleiner

Der neue Rosenbogen ist nur begrenzt nutzbar, da direkt daneben rechts die Laterne gesetzt wurde. Gut einbetoniert. So gut, daß für eine Rose kein Erdreich mehr zur Verfügung steht.  Baustelle made in Cologne.

rosenbogen

Und am Eingang muß die ganze Hecke neu gepflanzt werden. Die Sträucher wurden nämlich auch alle rausgerissen. Manchmal kann ehrenamtliches Engagement ganz schön frustrierend sein.

baustelle

And the winner is…

…nein, hier geht es nicht um irgendwelche europaweiten Sangeswettbewerbe. Hier wird nur die gartenweit frühestblühende Rose prämiert…

…Rosa spinonissima „Red Nelly“, eine echte Wucherin mit Wurzelausläufern. In diesem kleinen Beet ist sie zum Glück eingesperrt und konkurriert nur mit Lavendel und Akelei. Duftet aber und sieht hübsch aus. Hier erkennt man es nur ansatzweise, die Blütenblätter sind außen silbrigrosa.

…und die frühestblühende Schwertlilie, Iris flava. Ein glücklicher Zufall hat mich dahinter die Wolfsmilch pflanzen lassen. Sieht zusammen besonders gut aus.

Normalerweise blühen sowohl die Rose wie auch die Iris schon Anfang Mai. aber wir hatten hier Ende April noch Nachtfrost und sogar letzte Woche lagen die Nachttemperaturen noch bei 1,5 °C. Für Köln ist das quasi Eiszeit.

Mut zum Risiko

Im großen und ganzen ist mein Garten vogelfreundlich. Jedenfalls bilde ich mir das ein. Es gibt eine große Wildstrauchhecke zum linken Nachbarn hin, mit Weißdorn, Feldahorn, Wildrose, Hainbuche und Liguster. Es gibt jede Menge Stauden mit einfachen, ungefüllten Blüten, die für Insekten interessant und dadurch wiederum gut für die Vögel sind. Es gibt etliche Beerensträucher.

In den Bäumen hängen zwei Nistkästen. In dem einen nistet eine Kohlmeise, an dem anderen hat ein Specht das Einflugloch so weit vergrößert, daß sich kein kleiner Vogel mehr darin zu brüten traut.

Ob die Blaumeisen ihr Nest deshalb unter der Regenrinne gebaut haben, weiß ich nicht.

Die Schieferplatten wird der Specht wohl kaum aufhacken können. Trotzdem ist das ein ziemlich riskanter Platz für ein Nest. Nicht nur meine Katze klettert auf dem Dach herum, auch der dicke Nachbarskater wurde hier schon mehrfach gesichtet. Zwar kommen die Katzen nicht direkt an das Nest heran, aber sobald die Jungen halbwegs flügge sind, werden sie wohl noch ein paar Tage auf dem Vordach herumhüpfen, bis sie richtig fliegen können. Völlig ungeschützt vor Katz und Krähe.

Also habe ich auf dem Vordach einen Bretterverschlag gebaut, unter dem die Küken Schutz vor größeren Vögeln finden können. Um die Katzen fernzuhalten war eine etwas aufwendigere Drahtkonstruktion zwischen Garage und Vordach nötig.

Ich hoffe, das funktioniert alles soweit, und die kleinen Blaumeisen kommen durch.


In einem der letzten Texte hatte ich von der abgesägten Walnuß und den neugepflanzten Blumenzwiebeln geschrieben. Die armenische Kaiserkrone (Fritillaria persica) blüht jetzt (zumindest eine davon).

Ich muß zugeben, ich hatte mir die Farbe etwas intensiver vorgestellt, nicht ganz so „staubig“. Immerhin ist das eine imposante Pflanze.

Schön blühen dagegen die Hundszahnlilien. Die hatte ich schon mal im Garten. Wegen eines Wildschweinüberfalles im letzten Herbst mußte ich einiges nachpflanzen, die Zwiebeln haben den Schweinen wohl zu gut geschmeckt. Inzwischen haben wir einen soliden (und hoffentlich schweinesicheren) Zaun.

Hundszahnlilie (Erythronium)

Den Rest des Gartens haben die Schlüsselblumen übernommen. Vor etwa sieben Jahren hatte ich jeweils einige Exemplare von Primula elatior (Hohe Schlüsselblume), Primula vulgaris (Gewöhnliche Schlüsselblume, die Wildform der bekannten knatschbunten Frühlingsprimeln) und Primula veris (Echte Schlüsselblume) gepflanzt. Die beiden ersteren überleben und haben seit zwei Jahren vorsichtig angefangen, sich auszusäen. Immerhin, bei unserem trockenen Sandboden bin ich da schon froh drüber.

Aber die Echte Schlüsselblume ! Ich traue mich kaum, es zu schreiben, aber allmählich werden die lästig. Mittlerweile tauchen sie auch an Stellen auf, wo ich garnichts Gelbes haben will.

Hier z.B. sollte es blau bleiben: Platterbse (Lathyrum vernum), Storchschnabel (Geranium phaeum), Lungenkraut (Pulmonaria saccharata) und wilde Vergißmeinicht. Was taucht da auf und zieht alle Aufmerksamkeit auf sich ? Richtig, eine Schlüsselblume. Am halbschattigen Gehölzrand !

In diesem sonnigen Beet sehen sie im Moment mit dem rötlichen Laubaustrieb der anderen Stauden klasse aus:

Leider sind einige dieser Stauden junge Pfingstrosen. Ich hoffe sehr, daß sich die Blütezeiten nicht überschneiden, denn Rosa neben dem leuchtenden Gelb – das ertrage ich nicht. Ein Teil der Schlüsselblumen wird vermutlich auf der nächsten Pflanzentauschbörse landen.

Zur Beruhigung findet man immerhin noch ein paar schlüsselblumenfreie Stellen im Schatten:

Weißes Tränendes Herz (Dicentra spectabilis „Alba“) mit frisch ausgetriebenen Venusfarn (Adiantum venustum)