Seit Mitte Juli gibt es in Köln ein neues Gartenprojekt, die Pflanzstelle. Auf einem Brachgelände in Köln-Kalk hat der Verein Grenzenlos Gärten einen öffentlichen Gemüsegarten angelegt.
Hier werden die Pflanzen – ähnlich wie bei dem Berliner Prinzessinnengarten- in Kisten und Säcken gezogen. Das hat mehrere Gründe. Erstens ist der Garten mobil, die Kistenhochbeete stehen auf Paletten und können so relativ leicht auf einen anderen Platz umziehen. So können Brachgelände kurzfristig zwischengenutzt werden. So auch hier, das Gelände an der Neuerburgstraße kann nur bis Ende November bewirtschaftet werden und wird dann verkauft.
Zweitens muß man sich nicht mit der Frage auseinandersetzen, ob das Gelände womöglich belastet ist. Die Chancen dazu sind auf einem ehemaligen Industiestandort wie Köln-Kalk recht gut.
Drittens und für mich an diesem Projekt das erstaunlichste ist, wie rasant das Gemüse trotz des bescheidenen Sommers wächst. Viele der Pflanzen sind erst Anfang Juli ausgepflanzt worden und haben jetzt schon eine beachtliche Größe erreicht. Wahrscheinlich liegt das an der höheren Bodentemperatur in den Säcken und Hochbeeten. Der Nachteil dieser Anbaumethode: die Pflanzen brauchen sehr viel Wasser.
Die Samen und Jungpflanzen stammen aus biologischem Anbau, gedüngt wird mit Kompost und gespritzt nur mit Kräuterjauchen.
Die Leute von Grenzenlos Gärten haben ihr Projekt gezielt in diesem alten Arbeiterstadtteil mit wenig Grünflächen und hoher Arbeitslosenrate angelegt. Ein Bürgergarten sollte da sein, wo die Leute leben. Hier hat kaum jemand einen eigenen Garten und die Möglichkeit eigenes Gemüse zu ziehen. An drei Tagen der Woche (Di., Do. und Sa.) hat der Garten geöffnet. Neue MitgärtnerInnen sind ausdrücklich erwünscht.


